Montag bis Freitag 11.30-15 Uhr
Hier
Schönhauser Allee 8
10119 Berlin-Mitte
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Der Claim des Hier lautet „Endlich mal nichts Neues“. Und der ist keineswegs ironisch gemeint. Denn in dem neuen Lunch-Spot an der Schönhauser Allee setzt man seit Juni dieses Jahres anstelle von Superfoods, exotischen Gewürzen oder neuen Food-Trends konsequent auf das, was die Region hervorbringt. Und darauf, aus einfachen Zutaten etwas Besonderes zu machen. Das Ergebnis ist ein vegetarisches Konzept, das angenehm unprätentiös wirkt und gerade deshalb begeistert.
Hinter dem Hier stehen die Gastronomin Chiara Strobl und ihr Geschäftspartner Marc Schmidheiny. Küchenchef ist Jan Michert. Strobl bringt viel Erfahrung aus der Berliner Spitzengastronomie mit. Nach ihrer Ausbildung im Wiener 2-Sterne-Restaurant Mraz & Sohn arbeitete sie unter anderem im Sternerestaurant Nobelhart & Schmutzig sowie im früheren Lode & Stijn.
Später schärften Stationen auf einer Alm in Vorarlberg und in der Küche einer Waldorfschule ihren Blick für regionale Produkte, Demeter-Lebensmittel und einen möglichst ressourcenschonenden Umgang mit Zutaten. Aus einer zunächst für einen Bürokomplex in Mitte entwickelten Kantine entstand schließlich die Idee für das öffentlich zugängliche Hier: Warum nicht auch umliegende Büros an der wohltuenden Küche teilhaben lassen.
Auch im Interieur spiegelt sich der Gedanke der Regionalität. Entworfen wurde es von Michael Sans, der bereits das Nobelhart & Schmutzig gestaltete. Verarbeitet wurden ausschließlich regionale beziehungsweise deutsche Materialien, darunter Vertäfelungen aus deutscher Eiche. Die ruhige Gestaltung schafft eine Atmosphäre, die ebenso selbstverständlich wirkt wie die Küche selbst.
Die Karte wechselt wöchentlich und orientiert sich konsequent an der Saison. Fleisch sucht man hier ebenso vergeblich wie Kaffee oder Pfeffer. Stattdessen stammen Gemüse und weitere Zutaten von kleinen Produzenten aus dem Umland oder mindestens aus Deutschland. Alles wird handwerklich hergestellt und nichts fertig zugekauft. Selbst Pickles, Limonaden und andere Begleiter entstehen im Haus.
Bei unserem Besuch starten wir mit einer herrlich erfrischenden „Hier Royal Limo“ aus Rhabarber, Verbene und einem Hauch Apfelessig. Dazu gibt‘s eine saftige Kartoffeltortilla mit Salat, eine angenehm würzige Gazpacho mit Salsa verde und Croutons sowie zwei Salate, die exemplarisch für die Küche des Hier stehen: „Getreide & Grün“ mit Linsen, Cannellinibohnen, Tomaten, Zucchini und Basilikum sowie ein Salat mit Kartoffeln, grünem Pesto, Gurke, eingelegten roten Zwiebeln und Kürbiskernen.
Alles wirkt schnörkellos und doch ästhetisch. Die Gerichte sind sorgfältig abgeschmeckt und vor allem angenehm bekömmlich. Und genau das ist das Ziel des Hier: Echte Nahrung! Das Mittagstief nach dem Essen bleibt aus, stattdessen gibt’s mehr Leistungsfähigkeit. Denn gute Küche braucht weder luxuriöse Zutaten noch komplizierte Techniken. Entscheidend sind handwerkliche Sorgfalt, hochwertige Produkte und eine klare Haltung.
Das alles kann man sich übrigens auch als Catering bestellen >>