Nikolas Feireiss ist Journalist mit Fokus auf Interior, Fashion und Gardening. Mit Antje Gohlke gründete er Acca Collective, das Beratung und Expertise für authentisches, zeitgemäßes Wohnen bietet. Für Creme Guides schreibt er in seiner Interior-Kolumne über internationale Strömungen und deren Übersetzung in individuelle Konzepte.
Im Juni ist Sommeranfang. Spätestens jetzt verlagert sich das Leben nach draußen – vom ersten Kaffee in der Morgensonne bis zum Dinner bei Kerzenschein am Abend. Der Balkon wird zum verlängerten Wohnzimmer, Terrasse und Garten verwandeln sich in eine Freiluft-Lounge mit entsprechender Ausstattung. Und immer mehr Menschen möchten auch im Freien nicht auf Komfort und Ästhetik verzichten. Das haben auch die Hersteller längst erkannt.
Wer drinnen Wert auf stilvolle und bequeme Möbel legt, braucht sich draußen nicht mit wackligen Stühlen oder improvisierten Lösungen zufriedenzugeben. Klappstuhl und Plastiktisch gehören der Vergangenheit an. Moderne Gartenmöbel unterscheiden sich kaum noch von klassischen Wohnmöbeln – mit einem entscheidenden Vorteil: Sie sind wetterfest. Das hat zur Folge, dass die Grenzen zwischen Innen- und Außenbereich zunehmend verschwimmen.
Das Outdoor-Wohnzimmer wird mit weichen Kissen, Teppichen, stilvollen Lampen und großzügigen Sofas eingerichtet. Bei vielen Kollektionen erkennt man erst auf den zweiten Blick, dass sie speziell für draußen entworfen wurden. Ob Designklassiker oder zeitgenössische Entwürfe – der Anspruch ist klar: Wohnen soll überall gleich schön sein.
Stahlrohrmöbel, ikonische Sessel oder moderne Sofalandschaften finden heute ganz selbstverständlich ihren Platz im Garten. Rustikaler Shabby Chic bringt mit recyceltem Holz, Gebrauchsspuren und handwerklicher Anmutung eine entspannte, individuelle Note ins Freie. Wer es reduzierter mag, greift zu puristischen Designs aus Aluminium oder Stein. Und für alle, die es farbenfroher lieben, sorgen geflochtene Möbel mit ethnischen Einflüssen für lebendige Akzente.
Stilistisch ist alles, was drinnen gefällt, auch in wetterfesten Varianten erhältlich. Möglich machen das innovative Materialien und Beschichtungen, die Wind und Wetter trotzen. Kissen, Teppiche und Polster sind wasserabweisend und schnelltrocknend. Regen perlt einfach ab. Bodenbeläge wie Holzoptik-Fliesen oder Dielen sorgen dafür, dass der Übergang zwischen innen und außen fließend wird.
Ein entscheidender Faktor für Atmosphäre bleibt das Licht. Auch hier hat sich viel getan: elegante Steh- und Hängeleuchten, die speziell für den Außenbereich konzipiert sind. Sie schaffen Wohnlichkeit unter freiem Himmel – ganz ohne Sicherheitsbedenken.
Last but not least: Wo gelebt wird, wird auch gekocht. Die logische Konsequenz: Outdoor-Küchen. Sie bringen das Kochen komplett nach draußen und machen den Garten endgültig zum erweiterten Wohnraum.
Viele Hersteller haben Kundinnen und Kunden aus mediterranen Ländern im Blick, in denen die Möbel ganzjährig im Freien genutzt werden können. Auch wetterfeste Möbel profitieren in unseren Breiten allerdings davon, wenn sie zumindest abgedeckt werden – oder besser noch einfach nach drinnen ziehen. Und mit ihnen das Garten-Feeling, wenn es draußen zu kalt ist.
Fazit: Der Begriff „Gartenmöbel“ wird neu definiert. Es geht nicht mehr nur um Funktion, sondern um echtes Wohnen im Freien.