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Die Schnapsidee ohne Schnaps Laori-Gründerin Stella-Oriana Strüfing im Interview

Dienstag, 18. Mai 2021
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Was wäre, wenn es einen Drink gäbe, der zwar nach leckerem Gin & Tonic schmeckt, aber keinen Alkohol enthält? Wir jedenfalls wurden im letzten Dezember direkt hellhörig. Laori hieß der Drink der eben jenes versprach: Puren Trinkgenuss ohne Kater am nächsten Morgen. Wir probierten es aus und waren durchweg begeistert vom Laori Juniper No.1.

Hinter der Idee stehen Betriebswirtin Stella-Oriana Strüfing und der Lebensmitteltechniker Christian Zimmermann. Gemeinsam entwickelten sie ein spezielles Verfahren, angelehnt an die französische Parfum-Destillation, das jenes fein-herbe Gin-Aroma ins Glas bringt, ohne jedoch Prozente mitzubringen.

Eine Geschäftsidee, die nicht bei allen von Anfang an auf Begeisterung stoßen ließ. Die beiden Gründer:innen ließen sich von der Idee dennoch nicht abbringen. Was sie trotzdem immer weitermachen ließ, hat uns Laori-Gründerin Stella-Oriana Strüfing im Interview verraten. 

Creme Guides: Was ist euer professioneller Hintergrund, aus welchen Metiers kommt ihr?

Stella-Oriana Strüfing: Unser Team verbindet geballtes Food Tech Know-how und Business Expertise mit dem Gespür für Genuss und leckere Lebensmittel. Ich habe Innovation Management & Entrepreneurship in Berlin und den Niederlanden studiert und habe vor Laori als Coach für High-Tech Startups gearbeitet.

Mir war immer klar, ich möchte in meinem Joballtag am liebsten etwas mit Essen und Trinken zu tun haben. Mein Mitgründer Christian Zimmermann ist studierter Lebensmitteltechnologe und entwickelte in der Vergangenheit Food & Beverage Innovationen für die Lebensmittelindustrie. Er ist der Foodnerd bei Laori und hat das große Vergnügen, sich mit den vielen Feinheiten von Genuss tagtäglich auseinanderzusetzen.

CG: Wie seid ihr dahin gekommen, wo ihr heute seid?

Laori-Gruender_innen Stella-Oriana Struefing und Christian Zimmermann

Durch den Glauben an unsere Idee und Hartnäckigkeit. Am Anfang durften wir uns viele Kommentare anhören wie „Wer braucht das denn? Meinen Gin trinke ich nur mit Alkohol. Dafür gibt es keinen Markt.“ 

Die Zahlen und unsere Community haben aber was anderes gesagt. Marktrecherchen zur Marktgröße und der Megatrend Healthy Living haben uns gezeigt, dass es großes Potenzial gibt und unsere eigene Entwicklung gab uns recht. Wir haben von Anfang an bei der Produktentwicklung auf das Feedback von echten Kunden gesetzt. Diese waren von der Idee und unserem Produkt begeistert. Daher haben wir einfach weiter gemacht und mittlerweile haben wir eine richtig große Community, die Laori liebt.

CG: Wie kam es zu der Eröffnung von Laori? Und wie war die Zeit danach für euch?

Die Idee für Laori entstand eines Abends in einer Bar. Wir nennen es gerne die Schnapsidee ohne Schnaps. Ich saß mit Freunden in einer Berliner Bar und wollte keinen Alkohol trinken. Die Alternativen waren mir mit Limo, alkoholfreien Saft-Cocktails und Wasser zu süß und langweilig. "Ich will doch einfach nur einen Gin & Tonic ohne Alkohol“ rief ich aus, doch so etwas gab es nicht. Die Idee ließ mich nicht mehr los und ich begann 2018 in meiner Küche zu destillieren.

Von den eigenen Experimenten in meiner Küche bis hin zu dem Produkt wie es heute produziert wird, sind zwölf Monate vergangenen. Die ersten drei Monate habe ich selbst experimentiert und ab dem Monat, in dem Christian eingestiegen ist, sind weitere neun Monate vergangen, in denen wir zu dem heutigen Verfahren gekommen. Innerhalb dieser neun Monate gab es mehrere Zyklen mit Prototypen, die wir Sensorikexperten und Konsumenten vorgestellt haben. Sie haben die Prototypen verkostet.

Mit diesem Feedback wurden weitere Prototypen entwickelt bis zum heutigen Produkt. Seit Anfang 2020 verkaufen wir nun den Juniper No 1, die alkoholfreie Alternative für Gin erfolgreich und finden eine immer größere Community, die Laori liebt und feiert.

CG: Was sind eure besten Eigenschaften – persönlich und in Bezug auf eure Firma?

Christian und ich könnten unterschiedlicher nicht sein und das macht uns erfolgreich.

Ich bin eher extrovertiert und ein sehr strategisch denkender Menschen. Ohne guten Plan geht eigentlich nichts. Dabei die Spontanität und Flexibilität zu behalten, um auf Unerwartetes zu reagieren würde ich zu meinen Stärken zählen.

Christian ist ganz der diplomatische Schweizer und etwas zurückhaltender. Als Lebensmitteltechnologe liebt er es, sich in Foodthemen reinzufuchsen und so lange am Verfahren und der Rezeptur zu tüfteln bis er das beste Produkt zaubert. 

CG: Was war der beste Rat, der euch beruflich gegeben wurde?

Durchhalten und weitermachen. Deine Zeit wird kommen.

CG: Welche Lektion habt ihr zuletzt gelernt?

Gerade zu Beginn einer Gründung läuft alles gleichzeitig. Da heißt es Ruhe bewahren, immer wieder reflektieren und fokussieren. Probleme lösen, wenn sie auftauchen und nicht schon vorher den Kopf zerbrechen. Atmen hilft.

CG: Wie sieht ein typischer Tag von dir aus?

Aufstehen. Ausgiebig Frühstücken. Meditieren. Fertigmachen und dabei gemütlich Kaffee trinken. Mit dem Fahrrad ins Office.

Morgens Deepwork-Modus und erstmal was weg schaffen, Projekte anstoßen und Mails abarbeiten. Der Nachmittag ist für Meetings und Besprechungen mit dem Team reserviert.

CG: Was ist das Beste an eurer Arbeit?

Dass wir das tun können, was wir lieben und wir uns den ganzen Tag über Essen und Trinken unterhalten können.

CG: Was bedeutet für dich beruflicher Erfolg und was ist das Geheimnis deines Erfolgs?

Erfolg ist für mich, wenn man das erreicht hat, was man sich vorgenommen hat. Ein Startup baut man dabei nicht alleine. Es gibt viele Menschen, die einem auf diesem Weg begleiten, helfen und unterstützen, damit man einen Schritt weiter kommt. Es ist dabei eine Mischung aus groß denken, aber in kleinen Schritten vorwärts gehen.

CG: Welche Vorbilder hast du und welche Frauen inspirieren dich?

Mein größtes Vorbild ist meine Mutter. Die hat schon immer Beruf und drei Kinder vereint und mir gezeigt, dass man alles haben kann. Erfolg und Familie.

Im Gründungsbereich kann ich mir allerdings nichts von ihr abschauen. Da schaue ich mir alles von erfahrenen Gründerinnen ab und lerne von ihnen. So zum Beispiel Kristine und Kati, die beiden Gründerinnen von Ooia (Anmerkung: eine Firma, die Perioden-Unterwäsche vertreibt), die in kürzester Zeit eine starke Marke aufgebaut haben.

CG: Wo würdet Ihr mit Laori gern hinkommen?

Unser Wunsch ist es das Laori in jedem Restaurant, in jeder Bar und Homebar steht. Dann haben wir unser Ziel erreicht.

CG: Welche Begegnung werdet ihr niemals vergessen? Warum?

Im ersten Monat von Laori waren wir bei einem Event, wo ein sehr erfolgreicher Gründer angekündigt war, der in derselben Kategorie unterwegs war wie wir. Dieser sagte dann mitten in seinem Talk, das er eigentlich nur hier sei, weil er weiß, dass wir da sind und er wissen wollte, wer eigentlich hinter Laori stand. Das hat sich für uns ein bisschen wie ein Ritterschlag angefühlt. 

CG: Auf welchen Moment seid ihr besonders stolz?

Es gibt keinen einzelnen Moment. Ich bin besonders stolz darauf, was wir bis jetzt schon mit Laori erreicht haben und bin sehr dankbar dafür, wie weit wir schon gekommen sind.

CG: Was macht dich zufrieden und was bedeutet Glück für dich?

Ich bin sehr zufrieden, wenn ein Plan aufgeht und sich so entwickelt wie gedacht. Ich habe einen Beruf, in dem ich sowohl meine berufliche Qualifikation jeden Tag nutzen kann und mich jeden Tag mit Produkten auseinandersetzen darf, die mir viel Spaß machen.

Glück ist für mich gemeinsam mit meinem Mitgründer Christian und unserem Team jeden Tag weiter an Laori zu arbeiten. Viel besser kann ich es mir nicht vorstellen.

CG: Was ist der schönste Moment des Tages?

Die Ruhe des morgens, wenn man seinen ersten Kaffee trinkt.

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Tipp: Massimo Ferradino empfiehlt mind. 10g für kleinere Speisen (Ei) und mind. 12-15g für ein reiches Trüffelessen pro Portion.
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