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Berliner Lieblingsortevon Fotograf und Künstler Armin Dietrich

Dienstag, 15. Mai 2018
Vernissage And Artist Talk With Armin Dietrich In Berlin
Die Orte im Überblick|
Karte (10)

Armin Dietrich ist wohl einer der zuvorkommendsten und freundlichsten Menschen die ich kenne. Wie selbstverständlich sorgt er stets dafür, dass es seinem Gegenüber gut geht und er mit seiner Aufmerksamkeit voll bei ihm ist. Als wir uns vergangene Woche zum Interview im Borchardt treffen, wartet er bereits und lächelt mir entgegen.

Wir bestellen Spargel und Ceasar Salad und fangen an zu plauschen. Sechs Jahre ist es her, dass ich Armin Dietrich als Fotografen auf zwei Produktionen kennenlernte. Seither ist viel passiert im Leben des in Zürich und Berlin ansässigen Künstlers. Vor allem künstlerisch hat er eine ganz neue Ausdrucksform gefunden.

Im Schwarzwald geboren und bis zum 11. Lebensjahr bei Stuttgart aufgewachsen, flüchtete er mit 19 Jahren aus der Lüneburger Heide, wohin es ihn mit seinen Eltern zwischenzeitlich verschlagen hatte. Sein Ziel: das schöne Zürich. Auf Umwegen kam er dort zur Fotografie und erlernte das Handwerk rein autodidaktisch.

Binnen kürzester Zeit arbeitete er für namhafte Magazine wie die italienische Vogue, GQ, Madame Figaro oder auch Citizan K. Hinzu kamen über die Jahre Kunden wie die Bank BNP Parisba, namhafte Beautylabel wie Chanel oder internationale Schmucklabel wie Chopard und Swarovski. Sich durch sein Portfolio zu klicken ist wie das Blättern in einem Hochglanz-Magazin!

Doch trotz des großen Erfolges sehnte er sich danach, eigene Themen zu bearbeiten. Etwas, das ihm persönlich wichtig war. Während eines Urlaubs beschloss er, dass sich etwas ändern muss. Er cancelte alle anstehenden Aufträge und suchte sich ein eigenes Atelier.

Die Vision existierte bereits. Nun ging es darum, diese in die Tat umzusetzen. Er begann mit einer umfangreichen Materialrecherche. Wochenlang durchforstete er Fachgeschäfte, Baumärkte und Online Shops nach geeigneten Materialien, um etwas mit der Leuchtkraft eines Dias herstellen zu können. Er experimentierte und verwarf.

Bis er eines Tages bei einem Bootsbauer ein Glasfasergewebe entdeckte, das er mit Hilfe von Epoxidharz zu einer transparenten Basis für seine abstrakten Foto-Arbeiten und Kollagen verarbeiten konnte. Für seine erste Ausstellung mit dieser ganz neuartigen Technik druckte er stark vergrößerte Ausschnitte von üppigen nackten Frauen auf die Platten.

In seiner jüngsten Ausstellung fertigte er Kollagen aus schattenartigen Fotografien von Lederriemen, die er in einem weiteren Prozess mit farbigen Scheinwerferfolien kombinierte. Auf Rahmen gespannt gewinnen die Arbeiten dabei noch einmal mehr an Tiefe, weil durch den Lichteinfall ein weiteres spannendes Schattenspiel entsteht.

Auf diese Weise zerlegt Dietrich die Fotografie in ihre Einzelteile und setzt sie zu etwas ganz Neuartigem zusammen.  Ich habe die Arbeiten kürzlich zum ersten Mal live erlebt und war schwerst begeistert von den leuchtenden, positiven Werken. Es ist heutzutage nicht leicht, etwas Neues in der Kunst zu schaffen. Armin Dietrich ist es definitiv gelungen.

Wo der umtriebige Künstler sich in Berlin am wohlsten fühlt, wenn er nicht kreativ tätig ist, hat er mir dann nach dem Essen verraten. Zum Dessert sozusagen...

Tipp. Zu den Details der einzelnen Orte gelangen Sie über das Anklicken der orange markierten Namen!

Modulor. Während der Suche nach geeigneten Materialien für seine Arbeit als Künstler hat Armin Dietrich das Geschäft für Architektur- und Künstlerbedarf in Kreuzberg mehr als einmal angesteuert. "Eine größere Auswahl an unterschiedlichsten Papieren, Kunstoffen und metallischen sowie textilen Geweben kann man sich kaum wünschen", betont er. Auch Freunde aus Mailand seien zuletzt so angetan von dem weitläufigen Geschäft gewesen, dass sie mehr als fünf Stunden dort verbrachten hätten. Denen müsse er nun regelmäßig Nachschub von dort senden.

Vollkornbäckerei Hartwich. In der unscheinbaren Bäckerei in Friedrichshain gebe es das beste Brot der Stadt, so Dietrich. Dafür nehme er sogar die für ihn recht weite Anfahrt in Kauf. Ganz besonders lecker sei ein rundes Brot mit Ölsaaten und ein Kastenbrot mit Nüssen. Das Brot halte zum Teil eine Woche lang und werde noch richtig traditionell aus Bio-Zutaten gebacken. "Es gibt täglich nur eine bestimmte Menge an Broten, wenn die alle sind, gibt’s eben nix mehr", so Dietrich.

Murkudis. In den Concept Store in Tiergarten schleppe er alle seine Gäste. Die Auswahl sei einfach großartig und man werde immer extrem nett umsorgt. Hier kaufe er auch seine heiß geliebten Taschen von dem belgischen Label Margiela. Direkt nebenan, bei Fiona Bennett, kaufe er im Übrigen leidenschaftlich gern Hüte. Die Designerin habe für ihn eine eigene Hutform kreiert, von der er bereits sechs unterschiedlich gestaltete Ausführungen erstanden habe.

Daluma. Ein super Ort für gesundes Fast Food, schwärmt er. Hier hole er sich auf dem Weg zum Vabali Spa oder zu den Galerien in der Auguststraße besonders gerne den Salat mit Quinoa, Champignons und Zitronen-Vinaigrette. Dazu einen der kaltgepressten grünen Säfte. "Perfekt!"

Soho House. Den Sonntag hier auf dem Dach am Pool zu verbringen, sei wie Urlaub, schwärmt Armin Dietrich. Und das keine fünf Minuten von seinem Zuhause entfernt. Den ganzen Tag über kämen hier Freunde vorbei, ohne dass er irgendwo weiter hingehen müsse. "Ein toller Ort!"

Pantry. Das Restaurant an der Friedrichstraße habe eine großartige Einrichtung und ebenso gutes Essen. Auch er als Vegetarier werde hier auf der Karte immer fündig. Meist werde es eine Pasta. Super charmant sei im Übrigen auch der Service. – "Hier stimmt einfach alles!"

Sticks’n’Sushi. "Wahnsinnig schöne Räumlichkeiten!" beginnt er über das Restaurant im Tiergarten zu schwärmen. "Ein toller Ort um Freunde auszuführen." Das Essen sei immer fantastisch und ein toller Abschluss, nachdem man durch die umliegenden Galerien besucht hat. Er selbst liebe neben dem Sushi beispielsweise auch den Blumenkohl mit Misosauce. "Die Sauce habe mir auch für Zuhause gekauft, so wunderbar ist die."

Helmut Newton Foundation. "Helmut Newton ist der Gott der Fotografen und somit auch seiner", so Dietrich. Er habe sich viele Filme von ihm angesehen und glaube, dass er auch menschlich ein sympathischer Typ war. "Ein echtes Vorbild und nebenbei ein tolles Beispiel dafür, wie man eine coole alte Socke werden kann!" lacht er.

A-Trane. In dem renommierten, kleinen Jazz-Club in Charlottenburg würden immer großartige Bands auftreten. Erst kürzlich seien sie dort mal wieder bei einer Release-Party gewesen. "Ein super Abend", erzählt er begeistert. Hier gehe er aber auch gerne spontan hin und sei noch nie enttäuscht worden. "Sobald das Licht ausgeht, ist die Stimmung immer großartig!"

Rum-Trader. In der winzigen Bar am Fasanenplatz treffe man immer auf ein spannendes, bisweilen auch mal schräges Publikum. Hier kommt man immer mit anderen ins Gespräch, erzählt Armin Dietrich begeistert. Hinterm Tresen werde dabei alles noch zelebriert wie in alten Zeiten. "Sehr charming!"

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