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Sacrebleu! Verdammt gute Weinbar in Neukölln

Mittwoch, 08. März 2023
Advertorial
Karte

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag 18-0 Uhr
Freitag 18-1 Uhr

Adresse

Sacrebleu!
Kienitzer Str. 95
12049 Berlin-Neukölln
.Anfahrt planen

Kontakt


01525 9854110
.sacre.ft.restaurant

Preisniveau

Weinbars stehen bei mir persönlich hoch im Kurs: Kleine Lokale, in denen sowohl ein entspanntes Glas Wein genossen, als auch die Karte passender Essensbegleitung durchprobiert werden kann – was will man mehr? Anfreunden kann ich mich dabei mit vielen Konzepten. Vom Stehtisch am Eichenfass im Weinladen, über urige Traditionslokale bis hin zu modernen Lokalen mit innovativen Weinen und Küchen. Ein solches ist das Sacrebleu! in Neukölln. 

Erst im November hat die hübsche Weinbar im Schillerkiez eröffnet und ist schon in aller gastrobegeisterter Munde. Gegründet wurde sie von drei Menschen, die zum passenden Zeitpunkt zusammengefunden haben. Philipp Mogwitz, der in der Nachbarschaft wohnt und bei Vioneers arbeitet, war auf der Suche nach einer Location für eine Weinhandlung. Dabei hat er sich in die hübschen Räumlichkeiten mit dem halbrunden Fenster und dem langen Raum mit den großen Durchbrüchen verliebt.

Als aus dem Weinladen nichts wurde, tat er sich mit Sven Breitenbruch und Lena Gessner zusammen, Betreiber*innen des Trufflepig und Kautz und Kiebitz, die eine neue Location eröffnen wollten. So entstand die Idee einer Weinbar. Den Namen Sacrebleu! hatte Sven schon lang im Sinn. Seit seiner Zeit in Frankreich, um genauer zu sein.

Sacrebleu I Enoki Pilze
Sacrebleu!
Sacrebleu I Interior I 2
Sacrebleu I Tartar I 1
Sacrebleu

Geradlinig und frisch, mit einem Hauch Klassik gestalteten sie eigens den Innenraum. Sattes Blau und cremiges Weiß ergänzen sich an den Wänden mit dezenter Holzvertäfelung. Hinter dem langen Tresen das einzige Bild, welches geschmackvoll an das Berlin der 1920er erinnert. Gegenüber über dem langen, dunklen Marmortresen eine mit verschiedenen Weinflaschen behangene Wand.

Mehr braucht es nicht. Das geschickt platzierte Licht erhellt die Sitzbereiche gut, ohne dem Raum dabei die Gemütlichkeit zu nehmen. Ohne überreizte Sinne kann man sich so auf das Herzstück des Sacrebleu! konzentrieren: die erlesene Low-Intervention-Auswahl von Sommelier Alexandre Fleck. Der Pariser ist ein alter Bekannter von Creme Guides, den wir bereits im leider inzwischen geschlossenen Fish Klub kennenlernen durften.

Seine Selektion edler und doch ausgefallener Tropfen ist für uns begleitend zur Französisch-Japanisch inspirierten Küche von Ahmed Omer Ahmed ausgesucht. Ahmed hat sein Handwerk in der Sternegastronomie gelernt und war zuletzt Küchenchef im Tisk. Für das Sacrebleu! hat er ein lockeres und doch feines Küchenkonzept entwickelt, in dem er seinen Hintergrund in französischer Gastronomie mit seiner Liebe zu japanischer Philosophie der Perfektion auf dem Teller kombinieren kann.

Oeuf Mayonnaise (7 Euro) mit Erdapfelcreme, Nussbutter und Schnittlauch wird besonders Berliner*innen erfreuen, erinnert es doch an ein edles, elegant präsentiertes Senfei. Auf der anderen Seite steht ein Amberjack Sashimi mit knusprig-würziger Walnusssauce mit Petersilienöl. Die köstlichen Happen ergänzt Alex mit einem Chablis von La Meulière, der mit seiner Mineralnote und seiner nussigen Samtigkeit den etwas fetteren Fisch und seine Saucen hervorragend ergänzt.

Die zweite Runde machen scharfe glasierte Möhren mit Miso und geräuchertem Buchweizen (8 Euro), sowie Steak Tartar auf Röstbrot (17 Euro). Der Klassiker zum Weingenuss wird hier mit japanischem Twist durch Shiso und Shimeji Pilze aufgepeppt. Um den Geschmack des Tartars nicht zu sehr abzuschwächen, schenkt Alex dazu einen tanninarmen Gamayhameha Beaujolais von David Large ein – ein echter Low-Intervention-Wein.

Low Intervention, betont Alex, nicht Naturwein, mache seine Weinkarte aus. Naturweine gingen häufig in eine Richtung, die zu spezifisch, zu gewagt sei. „Bei Low-Intervention-Weinen achtet man auf natürliche Herstellung mit möglichst wenig beschleunigenden, künstlichen Eingriffen, ohne dabei dogmatisch zu sein, oder den Geschmack des Endproduktes zu beeinträchtigen.“

Alex Auswahl weiß zu gefallen. Nach einem kleinen Zwischengang vor dem Dessert – gebratenen Enoki Pilzen (10 Euro) – beenden wir den Abend mit einem fluffigen Baskischen Käsekuchen (10 Euro), begleitet von einem Glas fantastischen Yuzu Sakes, der mit seinen acht Prozent eher an eine leichte Limo, als an Alkohol erinnert und das französisch-japanische Konzept elegant vollendet.

Wir sagen Kampai und Santé!

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