Dienstag bis Donnerstag 18-23 Uhr
Freitag + Samstag 18-23.30 Uhr
Bottega Seppel
Giesebrechtstraße 3
10629 Berlin-Charlottenburg
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Die Bottega Seppel ist innerhalb Charlottenburgs umgezogen und ab sofort in der Giesebrechtstraße beheimatet. Gastgeberin Lidia Usinger und Luiz Lünsgens bleibt dabei ihrem Konzept treu: gute Weine, entspannte Aperitivo-Stimmung, moderne Gerichte zum Teilen und ein Ort, an dem man gerne auch mal länger bleibt als geplant. Die bisherigen Räume in der Wielandstraße bleiben als Tagesbar der Bottega Seppel unter dem Namen Seppli bestehen.
Das neue Ambiente wirkt wie natürlich gewachsen. Nichts lässt eine Neueröffnung vermuten. Vorne die Bar, an der geschüttelt, eingeschenkt und gelacht wird, davor eng beieinanderstehende Tische, an denen die Gäste ausgelassen plaudernd schlemmen. Gemütlich und gesellig gleichermaßen geht es zu. Im hinteren Teil des Restaurants wird ebenso lebhaft gekocht. Teller werden durch den Raum balanciert, immer wieder wird irgendwo eine Flasche Wein geöffnet oder mit einem Drink von der Bar angestoßen.
Wir beginnen mit einem alkoholfreien „Hibi Sour“ mit Dr. Jaglas Herber Hibiskus, Zitrone und Eiweiß. Der ist herrlich frisch und steht einem alkoholischen Cocktail in nichts nach. Überhaupt sind die Cocktails hier außergewöhnlich gut. Besonders charmant: die alkoholfreien Varianten bekommen dieselbe Aufmerksamkeit wie die klassischen Aperitifs. Das Essen ist angenehm unaufgeregt und ist gerade deshalb die perfekte Begleitung.
Das Hamachi mit Kumquat und Kefir vereint beispielsweise Frische, Säure und Cremigkeit. Das Rindertatar mit geröstetem Butterbrot ist puristisch und gleichzeitig voller Geschmack. – Ob es so viel Parmesan darüber braucht, dürfte Geschmackssache sein. – Das Huhn kommt puristisch mit Karotte und Tahin an den Tisch und wird von den hervorragenden hausgemachten Pommes Rot-Weiß und einem „Seppelsalat“ mit Kräutern und Schalotten wunderbar gepimt. Zum Dessert gibt es eine Schokomousse mit Olivenöl und Meersalz.
Am Nachbartisch machen uns die Cavatelli mit Frühlingserbsen und Pecorino neugierig und auch der hausgemachte Ricotta mit Chioggia-Rübe und Haselnuss erntet neidische Blicke. Überhaupt die anderen Tische: Ausgelassenheit herrscht überall, ganz gleich ob Gäste zu zweit oder in größeren Runden sitzen. Die Bottega Seppel macht definitiv gute Laune.
Ein Schwerpunkt bleibt auch weiterhin der Wein: Neben einer zugänglichen, ständig wechselnden Karte für unkomplizierte Abende gibt es handverlesene Raritäten aus Frankreich und Italien. Und genau diese Mischung beschreibt die Bottega Seppel vermutlich am besten: stilvoll, aber nie prätentiös. Anspruchsvoll, ohne an Leichtigkeit zu verlieren.
Und dann ist da natürlich noch die Terrasse hinter dem malerischen schmiedeeisernen Vorgartenzaun zur Giesebrechtstraße – die dürfte im Sommer wohl einer der gefragtesten Plätze weit und breit werden.