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Wohnen mit Büchern Mehr als nur Lesestoff

Montag, 21. September 2026
Advertorial
Bedroom Minelli – Essential Home

Über den Autor

Nikolas Feireiss ist Journalist mit Fokus auf Interior, Fashion und Gardening. Mit Antje Gohlke gründete er Acca Collective, das Beratung und Expertise für authentisches, zeitgemäßes Wohnen bietet. Für Creme Guides schreibt er in seiner Interior-Kolumne über internationale Strömungen und deren Übersetzung in individuelle Konzepte.

Am 23. September war der kalendarische Herbstanfang. Das Leben verlagert sich nach drinnen. Zeit, sich mit einem guten Buch aufs Sofa zu legen, statt in die Sonne. Wenn es ums Einrichten geht, sind Bücher allerdings nicht allein zum Lesen da. Sie schaffen Atmosphäre und geben einem Raum Persönlichkeit. Lieblingsroman oder opulentes Coffee Table Book – Bücher sind wunderbare Mitbewohner. Sie gehören zum Wohnen wie Kunst, Licht und schöne Möbel.

Ich neige dazu, mehrere Bücher parallel zu lesen: vielleicht einen Krimi, zwischendurch ein Sachbuch und, kurz bevor der Mörder gefasst wird, auch schon die ersten Seiten eines neuen Romans – einfach, um die Spannung noch ein bisschen zu halten. Diese Bücher und noch ein paar andere, die längst schon gelesen werden wollten, liegen dann auf dem Nacht- oder Couchtisch oder stehen im Regal und machen sich dort ziemlich dekorativ.

Manche Bücher habe ich auch einfach nur und hoffe insgeheim darauf, dass sich ihr Inhalt vielleicht auf magischem Wege zu mir übermittelt. Es gibt einfach zu viele interessante Bücher, als dass man sie alle lesen könnte. Das Schöne an Büchern ist ohnehin, dass allein ihre Anwesenheit Atmosphäre verbreitet. Die Coffee Table Books – nomen est omen – liegen bereit, um durchgeblättert zu werden. Oder auch einfach nur, um gut auszusehen und ein Flair von Weltläufigkeit, Interesse an Design, Mode oder vielleicht Gartengestaltung zu vermitteln.

Couple's Book Nook – Feathr
Bücherregal ©Nikolas Feireiss-4
Bücherregal ©Nikolas Feireiss-3
Bücherregal ©Lukas Feireiss-2
Bücherregal ©Nikolas Feireiss-2
Bücherregal ©Nikolas Feireiss-5
NEPTUNO Rug – ©Rugsociety

Ist das ein bisschen eitel und oberflächlich? Mag sein. Ist das schlimm? Ich finde nicht. Denn auch nur durchgeblättert verraten Bücher etwas über diejenigen, bei denen sie sich so hübsch stapeln. Bücher sind eben auch Wohnaccessoires. Sie sind angenehme Mitbewohner und gehören, auch in Zeiten von iPad und Kindle, in ein atmosphärisches Zuhause.

Man mag es Angeberei finden, aber ein schönes Bücherregal – um nicht gleich von einer Bibliothek zu sprechen – spricht im wahrsten Sinne des Wortes Bände. Und ein Bücherregal muss dabei keineswegs ausschließlich mit Büchern bestückt sein. Gerahmte Fotos, Reisemitbringsel, eine schöne Vase oder eine kleine Skulptur machen daraus eine kleine Wunderkammer, die man gerne betrachtet und die ganz nebenbei eine Konversation in Gang bringen kann: „Dieses Buch habe ich auch geliebt.“ – „Wo habt ihr das Foto gemacht?“ – „Ach, von dieser Autorin habe ich noch gar nichts gehört. Interessanter Titel!“

Uns vom ACCA Collective macht es besonderen Spaß, Bücherregale mitzugestalten – denn kaum ein anderes Wohnmöbel lässt so viel Raum für Persönlichkeit, Geschichten und immer wieder neue Entdeckungen.

Ich habe schon bemerkt, dass sehr belesene Gäste als Erstes kontrolliert haben, wie ich meine Bücher sortiere. Gott sei Dank: nach dem Alphabet. Mit einer anderen Methode hätte ich vermutlich ihren Respekt verloren. Bücher nach Farben zu sortieren ist schließlich in etwa so, wie Kunst passend zum Teppich zu kaufen. Man kann das ganz unmöglich und banausenhaft finden. Unter rein ästhetischen Gesichtspunkten hat es allerdings auch seinen Reiz. Die Bücherwand wird dann quasi zum Farbfächer.

Karl Lagerfeld hatte etwa 300.000 Bücher, die er gerne horizontal stapelte – oft vom Boden bis zur Decke. Er könne so die Titel auf den Buchrücken bequem von links nach rechts lesen, begründete er diese unkonventionelle Methode. Es sieht aber auch einfach gut aus. Auch das dürfte eine Rolle gespielt haben. Denn das leichtere Lesen der Titel machte sicher nicht wett, wie kompliziert es ist, ein Buch aus der Mitte eines solchen Stapels zu ziehen.

Lagerfelds Bibliotheken waren ästhetische Kunstwerke. Auch im Kleinen lässt sich dieses Prinzip leicht verwirklichen: Ein Bücherstapel in einer Ecke, auf dem Sideboard oder einfach zwischen ordentlich gereihten Büchern hat seine Wirkung – gerade weil es nicht zu aufgeräumt aussieht. Bücher sollten nicht verstaubt sein, aber zu perfekt müssen sie auch nicht in Reih und Glied stehen.

Ein noch ungelesenes Buch eröffnet jederzeit die Möglichkeit, es aufzuschlagen und die Lektüre zu beginnen. Auch das macht den Reiz einer Bibliothek aus: Ihre Bücher signalisieren, dass sich in ihnen unbekannte Welten, Gedanken und Schicksale verbergen. Allein die Ahnung davon strahlt auf das Ambiente um sie herum aus.

In jeder Wohnung gibt es Dinge, die man einfach braucht, andere, die einfach schön sind, und wieder andere, die etwas über ihre Bewohner erzählen. Bücher passen in alle drei Kategorien. Deshalb sind sie einfach unverzichtbar. Zu jeder Jahreszeit.

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