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Ginsanity Hand- and heartcrafted Gin aus einer kleinen Kölner Destille

Dienstag, 19. Oktober 2021
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Sie brennen für Wacholder. Wenn die kleinen Beeren auf Himbeeren treffen oder auf das Fruchtfleisch einer Limette, dann entstehen Geschmacksexplosionen im Mund. So zumindest im Zeitraffer erzählt. Fehlen noch die Protagonisten, Dagmar und Michael Frangenberg. Das Kölner Ehepaar brennt im doppelten Sinne für das wohl spannendste Produkt aus Wacholder: für Gin.

In ihrer kleinen Destille brennen sie ihren Ginsanity. Ohne jegliche Zusatzstoffe, aus hundert Prozent natürlichen Zutaten, in wilden und extravaganten Eigenrezepturen und mit brennender Leidenschaft.

Die Gin-Manufaktur gibt es erst seit vier Jahren. Doch aus der ehemaligen TV-Moderatorin und dem Einkaufsdirektor sind in dieser Zeit Profis geworden. „Ich habe im Grunde mit Mitte 40 und als Mutter einer kleinen Tochter alles über Bord geworfen und mich ganz dem Gin verschrieben,“ erinnert sich Dagmar Frangenberg an diesen mutigen, wie sie sagt fast, wahnsinnigen Schritt.

Er stellte sich als goldrichtig heraus. Als sie auf einem Straßenfest die ersten Flaschen ihrer damaligen Mini-Destille anboten, waren die innerhalb weniger Stunden ausverkauft.

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Inzwischen veranstalten sie auch Tastings, bei denen man als Gin-Novize erst einmal verwundert sein mag. Da stehen zwei Enthusiasten vor einer kleinen, neugierigen Gästeschar und schwärmen von den Flavours ihrer Premium Dry Gins. Besagte Himbeeren und Limetten etwa oder starker Kaffee und, als schrägste Zutat, weißer Alba-Trüffel.

Die erlebt man in der Nase. Doch auf der Zunge – da machen sie sich kaum bemerkbar. Genau das, sagt Inhaberin von Ginsanity, mache eben einen guten Gin aus. Im Gaumen gibt es nur einen Protagonisten, den Wacholder. Wären dort alle Zutaten erlebbar, könne man von künstlichen Aromen ausgehen.

„Erst wenn der Wacholderschnaps mit Tonic, unser Favorit kommt aus der schottischen Manufaktur Walter Gregor’s, aufgegossen wird, explodieren die Zutaten, mit denen neben Wacholder destilliert wurde“, erklärt sie.

Ein halbes Dutzend extravagante Gins haben die Kölner inzwischen kreiert. Ihre Grundregel: niemals mehr als sechs Zutaten. Die dürfen dafür aber auch richtig abgefahren sein. Ingwer, schwarzer Pfeffer, Chili oder Koriander – ein Aromenspiel, für das immer noch grammgenau abgewogen wird.

Und bei dem man nie auslernt. „Anfangs haben wir Koriandersamen zerstoßen. Dadurch wurde der Gin trüb“, erinnern sie sich. Peter Eversbusch, erfahrener Brennmeister, inzwischen auch ein guter Freund, klärte die beiden auf. Inzwischen, schmunzelt Dagmar Frangenberg, sei „Cloud Gin“ schwer angesagt.

Gebrannt wird die feine Spirituose in einer traditionellen Kupferbrennblase, die 120 Liter fasst. Davon befindet sich genau eine in der Kölner Manufaktur, klein und fein. Oder noch treffender gesagt „hand- & heartcrafted“.

„Die Ginproduktion besteht aus zwei Prozessen. Bei der Mazeration werden die Zutaten in Alkohol gelagert“, erfährt man von den Ginmacher:innen bei unterhaltsamen wie smart-informativen Tastings, „anschließend wird gebrannt. Das dauert etwa sechs Stunden.“ Damit sind die hochprozentigen Spirituosen im Grunde genommen fertig.

In der Gin-Szene ist die Lagerung in Holzfässern aktuell ein großes Thema. Die Kölner:innen sind davon keine Fans, lagern, wenn überhaupt, ihre Gins in Edelstahl.

Beim Tasting verrät Dagmar Frangenberg auch, dass sie gerne mit Gin koche, etwa mit Trüffel-Gin eine Mayonnaise herstelle und sie bei der Rezeptentwicklung in Nachtischen denke. Was liegt da näher, als mit dem eigenen Gin auch süße Trüffel herstellen zu lassen? Oder für den Winter Granatapfelkerne, Orangenschale, Zimt, Vanilleschote und Sternanis auf Wacholder treffen zu lassen?

Ihr „Glühgin“ ist eine glühende Idee, die den üblichen Gingenuss in der kalten Jahreszeit einfach einmal auf den Kopf stellt. Statt mit Tonic wird dieser Saisonklassiker mit heißem Apfelsaft aufgegossen – ein sensationelles Aroma, das sich auch draußen, am besten beim ersten Schnee, genießen lässt.

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