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MieleEin Stück deutsche Markengeschichte

Dienstag, 20. März 2018
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Traditionsmarke Miele Auto Markenzeichen
Karte

Zur Website von Miele >>

Ein Unternehmensportrait über die Firma Miele? Elektro- und Hausgeräte? Ja, tatsächlich! Denn bei all den Newcomer-Brands, die ganz selbstverständlich vom Tag ihrer Gründung an ihre blutjunge Corporate Story vermarkten, fanden wir es richtig spannend, uns einmal mit der Geschichte einer seit Generationen etablierten Marke zu befassen, die zwar jeder kennt, über die man jedoch kaum etwas weiß. – So wie Miele.

Denn wie für viele andere Deutsche auch, ist die Marke für mich seit jeher so viel mehr als nur ein Elektrogerätehersteller. Miele, das ist Plätzchenbacken und Sonntagsbraten. Mama und Mittagessen. Eine verlässliche Einheit. Denn irgendwie war Miele immer schon da. Als ich gerade mal auf die heiße Herdplatte fassen konnte und als ich meine ersten Spaghetti Napoli kochte. Auch als wir Kinder ins Wäschewaschen, Staubsaugen und Kaffeekochen integriert wurden, fand ich die großen klaren Lettern überall wieder.

Der Herd, der mich durch meine gesamte Kindheit und Jugend begleitete und auch danach noch im elterlichen Zuhause überdauerte, wurde erst vor kurzem gegen eine neue, moderne Variante ausgetauscht. Auch nach vierzig Jahren war das Gerät im Grunde noch voll funktionstüchtig. Klar, dass auch mein Zuhause mit Miele Geräten ausgestattet wurde.

Miele Firmengründer Carl Miele Senior
Traditionsmarke Miele Fabrik um die Jahrhundertwende
Traditionsmarke Miele Butermaschine
Nr40 001
Waschmaschine der Traditionsmarke Miele
Traditionsmarke Miele weihnachtliches Plätzchenbacken
Traditionsmarke Miele Staubsauger Kampagne

Aber wer oder was verbirgt sich – neben meinen ganz persönlichen Projektionen – eigentlich hinter der Marke? Nun, zunächst einmal steht Miele seit beinahe 120 Jahren für Qualität und Langlebigkeit. Zwei Eigenschaften, die bei Elektrogeräten kaum noch zu finden sind und die zugleich nie wichtiger waren als heute in Anbetracht von Klimawandel und Müllbergen.

Aber auch historisch haben wir uns schlau gemacht und viel Spannendes herausgefunden: Mit Carl Miele nahm 1869 einst alles seinen Anfang, als er im nordrhein-westfälischen Herzebrock als Sohn eines Maurers geboren wurde. Nach einer Maurerlehre stieg er zunächst ins väterliche Baugeschäft ein.

Zum Fundament des Unternehmens Miele wurde 1895 schließlich eine Baustoff- und Eisenwarenhandlung, die Carl Miele erwarb und schon bald um Haus- und Küchengeräte erweiterte. 1899 gründete er gemeinsam mit dem Handelsreisenden Reinhard Zinkann die Firma Miele & Cie. Zinkann kümmerte sich um den Aufbau eines weitreichenden Verkaufssystems, Miele um die Konstruktion der Maschinen.

In einer ehemaligen Korn- und Sägemühle in Herzebrock wurden damals von elf Mitarbeitern zunächst Milchzentrifugen gefertigt. Doch schon zum Jahrhundertwechsel kamen Buttermaschinen hinzu, auf deren technischer Grundlage Carl Miele noch im selben Jahr die erste Waschmaschine entwickelte.

1907 zog man mit mittlerweile 60 Arbeitern nach Gütersloh, wo Anschluss an die Eisenbahn bestand. Auch sozial engagierten sich Miele und Zinkann bereits während der Anfänge: 1909 führten sie eine Betriebskrankenkasse ein und zahlten ein Jahr später erstmals Weihnachtsgeld.

Dem Zeitgeist entsprechend, produzierte das noch junge Unternehmen von 1911 bis 1913 vorübergehend sogar Automobile. – Haben Sie das gewusst? Ich nicht! – Etwa 135 Fahrzeuge wurden gefertigt, von denen das einzige erhaltene Exemplar heute im Museum in Gütersloh steht. 1914 gingen an Stelle der Autos die ersten elektrisch betriebenen Waschmaschinen in Produktion.

Und das Sortiment wurde immer umfassender erweitert: 1927 brachte man die ersten Staubsauger auf den Markt, 1929 die erste elektrische Geschirrspülmaschine Europas und ab 1930 Motorräder. Tatsächlich gehörte Miele in den 1950er Jahren zu den größten Motorfahrradherstellern Deutschlands. Wer weiß das heute noch?

Das Unternehmen wuchs massiv. Bestehende Werke wurden gekauft. Neue Segmente wie Küchenmöbel, Backöfen und Großkochanlagen integriert. Was ich bemerkenswert finde: Bis heute wird das Familienunternehmen von je einem direkten Nachkommen der beiden Firmengründer Carl Miele und Reinhard Zinkann geführt. Mittlerweile in vierter Generation.

Und auch, wenn es das traditionelle gemeinsame Arbeitsfrühstück der Gründerväter nicht mehr gibt, zieht man im Hause Miele noch immer an einem Strang und sorgt für anhaltend hohe Qualität. In insgesamt zwölf Werken, davon neun in Deutschland und Österreich, werden die Premiumgeräte heute produziert.

„Erfolg kann nur haben, wer anders ist, als die anderen“, so Peter Zinkann, der in diesem Jahr seinen 90igsten Geburtstag feiert. "Nur das Anderssein ist Garant für dauerhaften Erfolg." Und kurzlebig wollte man im Hause Miele noch nie sein. Daher werden alle Geräte kontinuierlich optimiert und Verbesserungen, dank der technischen Eigenentwicklung im Hause Miele, oft auch direkt umgesetzt.

Gerne möchten wir Ihnen in den kommenden Monaten einzelne spannende Themen und Produkte aus dem Traditionshaus in Gütersloh vorstellen, so wie Ende vergangenen Jahres bereits die Weltneuheit Dialoggarer. Sie dürfen also gespannt sein! – By the way: Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Geräten von Miele?

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