Montag bis Freitag 12-19.30 Uhr
OKA Onigiri
Oranienburger Straße 72
10117 Berlin
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In der Oranienburger Straße in Mitte zelebriert OKA die hohe Kunst japanischer Onigiri. Die von Hand geformten Reisdreiecke zählen in Japan zu den ältesten und emotionalsten Formen des Essens. Hinter dem Konzept steht Kaoru Iriyama, die mit großer Hingabe und tiefem Respekt für die Esskultur ihrer Heimat eine gastronomische Brücke zwischen Tokio und Berlin schlägt. Serviert werden die Onigiri in einem puristisch gestalteten Raum, der Funktion und Form aufs Schönste vereint.
Vor 28 Jahren kam Kaoru Iriyama aus Tokio nach Berlin, um an der Humboldt-Universität Politik zu studieren. Doch es war nicht der Hörsaal, sondern die Küche, die sich als ihre eigentliche Domäne entpuppte. Schon damals kochte sie leidenschaftlich gern mit und für Mitstudierende und Professor:innen. „Kochen verbindet Menschen“, erkannte sie schnell. Und diese Verbindung hat sie seither nie wieder losgelassen.
Eine Anfrage von Arte und dem ZDF führte sie zurück nach Japan – als Protagonistin einer Food-Dokumentation. Dort begegnete sie dem berühmten Koch Hirohisa Koyama. Ein Glücksfall! Koyama lud sie für ein Jahr in seine Küche ein. Als erste Frau überhaupt. Er wurde ihr Mentor und ließ sie anderthalb Jahre lang in seiner Küche arbeiten. Sie lernte, beobachtete. Nicht nur Techniken, sondern eine Haltung.
„Demut“, sagt sie, sei die wichtigste Lektion gewesen. In der japanischen Hochküche geht es nicht um das Ego des Kochs, sondern um die Würde der Zutat. Der Reis soll Reis bleiben, der Seetang Seetang. Die Küche als stille Vermittlerin – und der Geschmack als respektvolle Hommage. Diese Philosophie lebt heute in jeder Onigiri, die bei OKA über den Tresen geht.
OKA ist Essenz – reduziert, klar, liebevoll bis ins kleinste Detail. Selbst die Verpackung hat Kaoru Iriyama millimetergenau konzipiert. Das Interieur wurde vom Londoner Designbüro Child Studio realisiert. Ruhige Farben und weiche Formen, die an die Onigiri erinnern, sorgen für meditative Stimmung, trotz der Größe des Raums. Küche und Sitzplätze sind eins. Von der Decke hängen Stoffbahnen für eine gute Akustik.
Onigiri sind in Japan mehr als nur Reisbällchen. Mütter und Großmütter formen sie am Morgen für ihre Kinder, Enkelkinder und Ehemänner. Sie legen dabei nicht nur die Füllung hinein, sondern auch ihre Liebe und emotionale Botschaften. Sie sind eine Geste der Fürsorge und der Wunsch für einen glücklichen Tag.
Der Reis ist großkörnig, damit beim Kauen die Luft zwischen den Körnern „explodiert“ und das Aroma in die Nase steigt. Gekocht wird er mit entkalktem Wasser, damit sich die Süße entfalten kann – ganz ohne Glutamat. „Japanischer Reis ist der einzige, der auch kalt schmeckt“, sagt Kaoru. Es geht um Reduktion und Qualität, um Respekt vor dem Einfachen.
Um den feinen Geschmack nicht zu überdecken, gibt es bei OKA auch keine Sojasauce, dafür aber jede Menge Füllungen wie Miso Peanut, Spicy Tuna Mayo, Grilled Salmon oder Ume Takana – fermentierte Umeboshi-Pflaume mit eingelegtem Takana-Senfgrün. OKA Onigiri ist vielleicht das besonnenste und ruhigste aller Berliner Foodkonzepte!