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Kunst in Berliner Museen Wichtige aktuelle Ausstellungen

Montag, 29. Januar 2024

Die Orte im Überblick

Karte (3)

In Berliner Museen für Kunst gibt es, neben zahllosen sehenswerten Dauerausstellungen, immer wieder auch spannende temporäre Ausstellungen, die sich nicht selten zu wahren Publikumsmagneten entwickeln. Ganz gleich ob klassische Moderne, zeitgenössische Kunst oder Antike: die Auswahl ist grenzenlos. Um Sie in diesem Bereich auf dem Laufenden zu halten, stellen wir Ihnen hier regelmäßig die schönsten Ausstellungen mit Malerei, Skulptur, Fotografie und Contemporary Art vor. 

Nähere Details zu den einzelnen Orten finden Sie über das Anklicken der orange markierten Namen!

Josephin Baker © George Hoyningen-Huene Estate Archives-1

Josephin Baker in der Neuen Nationalgalerie

Denken wir an die Goldenen Zwanziger in Berlin, so haben wir schnell Josephine Baker in ihren extravaganten Outfits vor Augen. Vor knapp 100 Jahren trat die Jahrhundertkünstlerin zum ersten Mal in Berlin auf. Nun widmet ihr die Neue Nationalgalerie eine Ausstellung mit Fokus auf ihrem filmischen Werk. In der Gegenüberstellung mit Beiträgen zeitgenössischer Künstler*innen wird außerdem die ungebrochene Inspiration sichtbar, die von Josephine Baker bis heute ausgeht. Um die verschiedenen Positionen der Ausstellung zu verbinden, lud Klaus Biesenbach, Direktor der Neuen Nationalgalerie, die Künstlerin Kandis Williams und die Design-Agentur Any Studio ein, die vielfältigen Erzählstränge aus Bakers (filmischer) Biografie und künstlerischem Erbe zu vereinen. Nach dem Besuch der Ausstellung wird deutlich: Bakers künstlerisches und politisches Werk ist auch heute noch hochaktuell.

Neue Nationalgalerie | 
Potsdamer Straße 50 | 10785 Berlin-Tiergarten.26. Januar bis 28. April 2024
Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr, Donnerstag 10-20 Uhr

Oceanic_Refractions__Ocean__Image_credit_Laisiasa_Dave_Lavaki

Oceanic Refractions im Silent Green

Wer dieses Jahr die Transmediale oder das CTM Festival besucht, sollte auch einen Zwischenstopp im Silent Green einlegen. Dort ist aktuell die multisensorische Installation "Oceanic Refractions" zu sehen, die Stimmen von Gemeinschaften aus Fidschi, Kiribati und Papua-Neuguinea wiedergibt – Inselstaaten, die besonders schwer vom menschengemachten Klimawandel betroffen sind. Begleitet werden die Statements von Aufnahmen der Riffe Fidschis, des Ozeans und der Mangroven Kiribatis sowie der Küstenlinie der Duke of York Islands vor Papua-Neuguinea. Das immersive Erlebnis wird dabei durch speziell an den Raum angepassten Sound, 360°-Videos und Geruchselemente ermöglicht. All das macht die fragile Beziehung zwischen Natur und Mensch deutlich. In verschiedenen Gesprächs- und Vortragsformaten wird das Projekt während des Festivals vertieft. Wer bisher noch nicht im Silent Green war, hat außerdem die Gelegenheit, die Architektur eines einzigartigen Ortes kennenzulernen. Das ursprünglich als erstes Krematorium Berlins erbaute Gebäude wurde 2013 aufwendig saniert und weist aber noch viele historische Spuren auf.

Silent Green | 
Gerichtstraße 35 | 13347 Berlin-Wedding.26. Januar bis 06. Februar 2024
Täglich 12-21 Uhr

02_VALIE EXPORT_Zug II_1972_courtesy Galerie Thaddaeus Ropac_c_VGBildKunst_Bonn 2023-2

VALIE EXPORT im C/O Berlin

Zum neuen Jahr wartet das C/O Berlin mit einem komplett neuen Programm auf. Gleich drei Ausstellungen dürfen ab dem 27. Januar entdeckt werden: VALIE EXPORT, Laia Abril und Aladin Borioli. Wer Zeit und Muße hat, kann und sollte alle drei Ausstellungen besuchen. Besonders die VALIE EXPORT -Retrospektive ist empfehlenswert. Die Ausstellung würdigt das vielschichtige Schaffen einer führenden Pionierin der konzeptuellen Medien-, Performance- und Filmkunst. Die 1940 geborene Österreicherin hat schon früh auf provokante Weise gesellschaftliche Normen und Rollenbilder herausgefordert. In der Retrospektive kommen sowohl ihr filmisches Schaffen als auch Aktionen vor. Das Bizarre, Humorvolle aber auch Verstörende findet sich in Export’s Kunst wieder. Die Ausstellung im C/O Berlin spannt den Bogen von provokanten Expanded-Cinema-Aktionen über symbolträchtige Performances hin zu multimedialen Installationen und urbanen Interventionen. Der zentrale Fokus der Ausstellung ist dabei, wie könnte es anders sein, vor allem die Fotografie von VALIE EXPORT. Absolut sehenswert!

C/O Berlin | 
Hardenbergstraße 22–24 | 10623 Berlin-Charlottenburg.27. Januar bis 22. Mai 2024
Täglich 11-20 Uhr

Urban Nation Projektraum © Nika Kramer

FRESH A.I.R. #8 im Urban Nation Projektraum

Eines der jüngsten Museen Berlins ist das Urban Nation in der Bülowstraße. Das 2017 eröffnete Haus ist das einzige Berliner Museum, das sich ausschließlich der Kunst im urbanen Raum widmet. Damit setzt es der Urban Art ein Denkmal in einer Stadt, deren internationales Image stark von ihr geprägt ist. In der Murals, Graffiti und Street Art zum Stadtbild gehören und dazu beitragen, dass Berlin als internationale Kunstmetropole wahrgenommen wird. Architektur und Konzept des Hauses sind auf die Flüchtigkeit und Niedrigschwelligkeit der ausgestellten Werke abgestimmt. Das Urban Nation ist aber nicht nur ein besonderer Ausstellungsort, sondern auch ein Nachbarschaftsprojekt. Viele Wohn- und Geschäftshäuser entlang der Bülowstraße werden mit Fassadenmalereien in das Gesamtkonzept einbezogen. Und das Stipendienprogramm Fresh A.I.R. fördert jedes Jahr eine neue Generation internationaler Kunst- und Kulturschaffender der Urban Art mit Residencies und einer gemeinsamen Abschlussausstellung. Der Jahrgang ‘23 widmete sich zehn Monate lang dem Thema Sprache als zentrales Element menschlicher Wahrnehmung und Kommunikation. Was am Ende dabei herausgekommen ist, zeigen zwölf Künstler*innen aus acht Ländern in einer bunten multimedialen Schau. Zu sehen ist die Ausstellung im Projektraum von Urban Nation in der Bülowstraße, schräg gegenüber vom Museum – und damit wunderbar kombinierbar mit einem Besuch der anderen Ausstellungen im Haus.

Urban Nation Projektraum | 
Bülowstraße 7 | 10783 Berlin-Tiergarten.28. Oktober 2023 bis 31. März 2024
Dienstag + Mittwoch 10-18 Uhr, Donnerstag bis Sonntag 12-20 Uhr

Der Besuch © Ernst Wilhelm Nay Stiftung

Mythos und Massaker bei Scharf-Gerstenberg

Zwei Surrealisten stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung der Sammlung Scharf-Gerstenberg: André Masson und Ernst Wilhelm Nay. Persönlich sind sie sich nie begegnet. Und auch inhaltlich nehmen sie sehr gegensätzliche Positionen ein. Bei Masson findet sich vor allem das erlebte Grauen im Ersten Weltkriegs wieder. Nay entwirft eine mythische Gegenwelt zum Zweiten Weltkrieg. Und doch gibt es künstlerische Berührungspunkte zwischen den beiden. Nay wurde zum Aushängeschild der westdeutschen Nachkriegsmoderne, Masson beeinflusste maßgeblich den Abstrakten Expressionismus in den USA. Beide nahmen an den ersten drei Documenta-Ausstellungen in Kassel teil. In der Sammlung Scharf-Gerstenberg wird nun erstmals die künstlerische Beziehung zwischen André Masson und Ernst Wilhelm Nay ausführlich beleuchtet. Direkt gegenüber dem Schloss Charlottenburg gelegen, beherbergt die Privatsammlung als Dauerleihgabe vor allem phantastische Kunst von Francisco de Goya bis zu den großen Surrealisten wie Max Ernst oder René Magritte.

Sammlung Scharf-Gerstenberg | 
Schloßstraße 70 | 14059 Berlin-Charlottenburg.08. Dezember 2023 bis 28. April 2024
Dienstag bis Freitag 10-18 Uhr, Samstag + Sonntag 11-18 Uhr

Foto: David von Becker

Zerreißprobe in der Neuen Nationalgalerie

Die Kunst des 20. Jahrhunderts war von größtmöglichen Umbrüchen, Revolutionen und Tragödien definiert. Das diffuse gesellschaftliche Klima brachte jedoch auch eine Vielfalt an Strömungen in der Kunst hervor – in Ost und West gleichermaßen. Ein Jahrhundert pointiert zusammenzufassen ist eine monumentale Aufgabe. Und daran versucht sich die Sammlungsneupräsentation der Neuen Nationalgalerie. In 14 Kapiteln greift das Museum zentrale künstlerische und gesellschaftliche Themen auf und bewertet auch seine eigene Sammlung vollkommen neu. Im vergangenen Jahr übernahm Klaus Biesenbach das Ruder als Direktor der Neuen Nationalgalerie und setzte eine Vielzahl neuer Akzente – unter anderem in Form von Performances und Projekten. Viele neue Ideen kamen auf, die auch den Neubau des Museums der Moderne am Kulturforum betreffen. Die nächste Mammutaufgabe – diesmal fürs 21. Jahrhundert!

Neue Nationalgalerie | 
Potsdamer Straße 50 | 10785 Berlin-Tiergarten.18. November 2023 bis 28. September 2025
Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr, Donnerstag 10-20 Uhr

© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek

Großes Kino im Kulturforum

Filmfreaks aufgepasst: Aktuell zeigt die Kunstbibliothek in der Ausstellung „Großes Kino. Filmplakate aller Zeiten“ am Kulturforum über 300 originale Filmposter. Mit dabei sind Meisterwerke aus den Anfängen des Kinos bis heute. Kuratiert wurde das Ganze kollaborativ: 26 namhafte Film- und Kinoschaffende stellen ihre Lieblings-Plakate vor. Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm – inklusive Family Trail für kleine Film-Enthusiast*innen.

Gemäldegalerie | 
Matthaikirchplatz 4 | 10785 Berlin-Tiergarten.3. November.2023 bis bis 3. März 2024
Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr, Donnerstag 10-20 Uhr

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Lee Ufan im Hamburger Bahnhof

Rembrandt im Einklang mit moderner Kunst Japans und Koreas? An kaum einem anderen Ort kann dies so gut funktionieren wie dem Hamburger Bahnhof. Die Nationalgalerie der Gegenwart in dem historischen Bahnhofsbau im ehemaligen Grenz-Niemandsland ist heute ein Ort, an dem Brücken gebaut werden: zwischen Ost und West, Jung und Alt, Kunst und Alltag. Und so wagt auch der koreanisch-japanische Künstler Lee Ufan mit einer raumfüllenden Installation hier den Dialog mit Rembrandts berühmten Selbstbildnis aus der Gemäldegalerie. In der Ausstellung wirft Lee europäische Blickmuster über den Haufen und führt ein in die minimalistische Kunstströmungen der japanischen Mono-ha (dt. Schule der Dinge) und der koreanischen Dansaekhwa-Bewegung. Im Mono-ha verbanden Künstler*innen Naturmaterialien wie Steine, Äste oder Erde mit Industrieprodukten wie Stahl oder Glas. Dansaekhwa gibt Abstraktion und Materialität vor allem in monochromer Malerei wieder. Beide Bewegung sind elementar in Lees Kunst. Und auch abseits vom Hamburger Bahnhof setzt sich der vom Künstler angestoßene Dialog fort: Parallel wird eine künstlerische Intervention Lees im Rembrandt-Saal der Gemäldegalerie gezeigt.

Hamburger Bahnhof | 
Invalidenstraße 50-51 | 10557 Berlin-Moabit.27. Oktober 2023 bis 28. April 2024
Dienstag, Mittwoch + Freitag 10-18 Uhr, Donnerstag 10-20 Uhr, Samstag + Sonntag 11-18 Uhr

Jens Ziehe _ KINDL Emma Talbot

Emma Talbot im Kindl

Im Rahmen der letzten Art Week hat das Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst mit einem vielfältigen Programm wieder einmal gezeigt, welches Potential die ehemalige Kindl-Brauerei in Neukölln als Ausstellungsort bietet. So passt auch die extra für diesen Raum erdachte Installation der britischen Künstlerin Emma Talbot perfekt in das 20 Meter hohe Kesselhaus der Brauerei. Das Gesamtkunstwerk besteht aus Malereien auf Seide, skulpturalen Ensembles und hängenden Objekten. Die Motive: urtümliche Stimmen aus der Vergangenheit – wilde Furien, Sirenen, Orakel, Hexen und Geister. Sie warnen vor dem drohenden ökologischen und politischen Kollaps unserer Gesellschaft, aber zeigen auch Visionen einer alternativen, lebensfähigen Zukunft auf. Die Ausstellung ist noch bis zum Sommer 2024 zu sehen.

Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst | 
Am Sudhaus 3 | 12053 Berlin-Neukölln.Bis zum 26. Mai 2024
Mittwoch 12-20 Uhr, Donnerstag bis Sonntag 12-18 Uhr

Staatliche Museen zu Berlin _ Birgit Kantzenbach

Ari-Arirang im Ethnologisches Museum

Die Sonderausstellung „Ari-Arirang. Korea – Faszination für ein verschlossenes Königreich“ zeigt erstmals eine umfassende Präsentation von den bislang kaum bekannten koreanischen Beständen des Ethnologischen Museums im Humboldt Forum. Rund 120 Werke, darunter auch Arbeiten zeitgenössischer Künstler*innen, geben Einblick in die koreanische Kultur vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Ausstellung spiegelt auch die gegenseitige Faszination zwischen Deutschland und Korea seit den 1870er Jahren wider. Somit passt sie perfekt an einen Ort wie das Humboldt Forum im neu errichteten, nicht unumstrittenen Berliner Schloss. Das einzigartige Zentrum für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung mitten im Zentrum Berlins, das zum Publikumsliebling formiert. Der Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen der Welt und deren unterschiedlichen Perspektiven steht heute hier im Vordergrund.

Ethnologisches Museum im Humboldt Forum | 
Schloßplatz | 10178 Berlin-Mitte.13. Oktober 2023 bis 21. April 2024
Mittwoch bis Montag 10.30-18.30 Uhr

DASMINSK_WECHSELSPIEL

Andy Warhol & Louis Armstrong im Das Minsk

“Viele kopieren die Mona Lisa. Und trotzdem stehen die Leute Schlange, um sich das Original anzusehen.” Ein virales Zitat des Musikers Louis Armstrong bildet den Ausgangspunkt dieses Ausstellungsprojekts im “Minsk” in Potsdam. Werke der Ausnahme-Talente Armstrong und Warhol stehen sich gegenüber und offenbaren erstaunlich viele Gemeinsamkeiten. Beide Künstler beschäftigten sich intensiv mit dem Zusammenspiel von Original und Reproduktion. Wie die Mona Lisa hier ins Spiel kommt, entdeckt man am Besten vor Ort. Originell ist auch das “Minsk” selbst. Für die Berliner*innen etwas schwerer zu erreichen, lohnt sich die längere Anreise: Nicht nur wegen der einzigartigen Sammlung Hasso Plattners – die hier DDR-Kunst in neuem Kontext zeigt – sondern auch wegen der Architektur des Hauses. Das ehemalige Terrassenrestaurant, erbaut in den 1970er Jahren im modernistischen Stil, begeistert das Publikum seit Wiedereröffnung.

Das Minsk | 
Max-Planck-Straße 17 | 14473 Potsdam.16. September bis 4. Februar 2024
Mittwoch bis Montag 10-19 Uhr

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