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Menü

Brasserie Anouki Ungewöhnlich mit viel Liebe fürs Detail

Montag, 12. Juli 2021
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Karte

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Samstag 12-21 Uhr

Adresse

Anouki
Gervinusstraße 43
10629 Berlin-Charlottenburg
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Kontakt


+49 30 310 165 00
www.anouki-brasserie.de

Ungewöhnlich und unkonventionell ist bereits die Einrichtung, die im Anouki direkt der Palette eines Impressionisten entsprungen sein könnte. Während im Bar-Bereich mit offener Küche helle Terrazzo-Muster dominieren, geht der Dinner-Bereich am tieforange gefliesten Küchenpass in sattes Grün der umlaufenden Sitzbank und sonnigem Gelb im Dining-Bereich über. Akzentuiert wird das fröhliche Ensemble aus ausdrucksstarken Farben, geschmackvollen Messingdetails und Bistrotischen mit Terrazzoplatten immer wieder durch kleine Äffchen im Dekor. Ein Interieur, das einfach gute Laune macht.

Ein Eindruck der sich im Laufe unseres Besuchs verfestigen wird. Denn im Anouki, das merkt man sofort, geht es kreativ und vergnüglich zu. Der Service begrüßt uns zuvorkommend, aufmerksam und ausgesprochen höflich mit einem Glas Crémant, während wir die entzückenden Servietten bewundern.

Das kleine Team rund um Küchenchef Christian Hoffmann schafft hier einen zauberhaften Ort, der sich für viele Gelegenheiten anbietet. Nicht zuletzt liegt das an den feinen französischen “Tapas français à la carte“ und dem “Menu d‘Anouki“, das mit neu interpretierten Klassikern jener Küche aufwartet. Eine schöne Auswahl guter Weine und Schaumweine kommt hinzu.

Restaurant Anouki Berlin Charlottenburg Hummer
Restaurant Anouki Berlin Charlottenburg (1)
Restaurant Anouki Berlin Charlottenburg
Restaurant Anouki Berlin Charlottenburg Tartar
Restaurant Anouki Berlin Charlottenburg (3)
Restaurant Anouki Berlin Charlottenburg Bouillabaisse
Restaurant Anouki Berlin Charlottenburg
Restaurant Anouki Berlin Charlottenburg (4)
Restaurant Anouki Berlin Charlottenburg Boeuf Bourguignon
Restaurant Anouki Berlin Charlottenburg Chefkoch Christian
Restaurant Anouki Berlin Charlottenburg Rose
Restaurant Anouki Berlin Charlottenburg Offene Kueche
Restaurant Anouki Berlin Charlottenburg (6)

Perfekt, um bei einem Gläschen etwas nebenbei zu vespern etwa ist die Étagère d‘Anouki: großzügig bestückt mit frischen Austern, feinem Aufschnitt und einem traumhaften Meeresfrüchtesalat, der uns gedanklich direkt an die Côte d‘Azur schickt. Ebenso wie die wunderbar aromatische und buttrige Bouillabaisse wie das Boeuf Bourguignon mit traumhaft zartem Rind – so soll es sein.

Einen Hauch gewitzter wird es im Anouki jedoch, wenn man sich für das Menu d‘Anouki, das Tasting-Menü von Chefkoch Christian Hoffmann entscheidet. Der junge Chefkoch weiß bereits einige bekannte Stationen vorzuweisen: an Orten wie dem 2-Sternestaurant First Floor, dem Sternerestaurant Skykitchen und dem Charlottenburger Ex-Schwein, jetzt Christopher‘s, konnte er sein Profil schärfen.

Auch er hat, und diesen Satz haben wir nun bereits häufiger gehört, den Lockdown genutzt, um „rumzuprobieren“. Das gilt auch für den liebenswerten Service, der zu dem Menü nicht nur eine Wein-, sondern auch eine alkoholfreie Begleitung erdacht hat, die hier ein Extra-Lob verdient. Für das Anouki bedeutet das eine Abkehr vom Allday-Franzosen hin zu einem alle sechs Wochen wechselnden Menü, wobei die französischen Klassiker wie gesagt bleiben dürfen.

Hoffmanns Menü zeugt unweigerlich von seinen Fine-Dining-Stationen. Das bedeutet ein schönes Spiel mit ungewöhnlichen Aromen, Konsistenzen und gerne mal den weniger beliebten Stücken eines Tiers. Das Landhuhn von Odefey & Töchter haben wir uns deshalb zwar so ganz anders vorgestellt. Das frittierte Bällchen mit frischen Aromen vom Rhababersalat und jungen Erbsen trifft uns daher aber umso mehr mitten ins Herz, da es so wunderbar nahbar ist.

Ländlich im schönsten Sinne. Ebenso wie das Lamm im Hauptgericht, das erdig-warme Aromen aus Bries, schwarzem Knoblauch und einer exzellenten Jus mit der knackigen Frische und Säure von grünem Spargel und einem genialen Aprikosen-Chutney in sich vereint. Während einiger Jahre in Wien, so erzählt Hoffmann später, habe er gelernt mit Innereien zu kochen und daher keinerlei Berührungsängste.

Gut so, denn hier zeigt sich sein Können und sein kreativer Umgang mit feinen Zutaten. In seinen Gängen wechseln sich unkonventionelle Ideen gewissermaßen ab mit derlei nahbaren Gerichten. Wie bereits der Kabeljau mit Apfel und Buttermilch ist auch der Romanasalat mit Passionsfrucht, Koriander und Karotte nicht nur eine echte Augenweide.

Kühn aber gekonnt ergänzen sich die Süße aus der Karotte, mit der Säure aus Passionsfrucht, die Knackigkeit des Salats wird betont durch Crumble aus Milchpulver, Kakaonibs und Passionsfrucht-Kernen, die dazu eine eigenwillige, aber willkommene Bitternote liefern. Dazu gibt es einen Drink mit frischem Karottensaft und Korianderöl. Ein Gericht, das einfach Spaß bringt.

Gleiches gilt dann auch für unser Dessert, bei dem wir noch einmal loben wollen, dass sich der Einsatz für Desserts sonst eher ungewöhnlicher Komponenten durchzusetzen beginnt. Creme Brulée in allen Ehren, aber das kann nun einmal jede:r. Uns erreicht weiße Ganache mit Wacholder, darüber Gurkensalatsud mit Dill-Öl, Dilleis und marinierte Gurke, abgerundet wird das Ganze mit einer Wacholder-Luftschokolade und Baiser mit gerösteten Dill und Bronzefenchel.

Hoffmann sieht’s pragmatisch: „Ich bin eben kein Patissier. Ich habe immer Gemüse gekocht und deshalb mach ich das eben auch im Dessert!“ Dazu trinken wir Gin Tonic (denn nichts anderes sollte es hier sein) mit vortrefflich kräuterigen Eiswürfeln. Ungewöhnlich, sehr viel Liebe fürs Detail und für eine Überraschung gut – Das Anouki ist offenbar sehr viel mehr als nur eine weitere Brasserie. Und damit definitiv eine Bereicherung für Charlottenburg.

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