Montag bis Samstag 18-23 Uhr
Berta restaurant
Stresemannstraße 99
10963 Berlin-Kreuzberg
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Nur wenige Schritte vom Potsdamer Platz entfernt treffen die Aromen Israels auf Berliner Gelassenheit. Hinter dem Konzept steht der israelische Sternekoch Assaf Granit. Benannt ist das Berta nach seiner in Berlin geborenen Großmutter, deren Erinnerungen und Familienrezepte bis heute die kulinarische Handschrift des Hauses prägen. Serviert wird bewusst zum Teilen, denn schließlich entstehen die schönsten Abende bekanntermaßen, wenn man zusammen genießt.
Die offene Küche ist das Herzstück des Restaurants. Hier wird gekocht, angerichtet und mit den Gästen geplaudert. Das Publikum ist angenehm gemischt: junge Paare sitzen neben größeren Freundesrunden und Familien. Berliner treffen ganz selbstverständlich auf Gäste aus der ganzen Welt. Der Service ist aufmerksam, fix und dabei erfreulich unaufgeregt. In die Nacht hinein wird die Musik etwas lauter und die Stimmung ausgelassener, ohne dass das Berta seinen entspannten Charakter verliert.
Seit diesem Jahr verantwortet Ariel die Küche. Der gebürtige Argentinier kochte bereits als Kind für seine Familie und ließ sich auf Reisen rund um den Globus von unterschiedlichsten Esskulturen inspirieren. Heute verbindet er diese Erfahrungen mit den intensiven Gewürzen und Aromen Jerusalems und interpretiert die levantinische Küche mit großer Leichtigkeit.
Schon das „Frenakish“, ein langgezogenes Fladenbrot marokkanischen Ursprungs, verfeinert mit aromatischem Zaatar, ist ein erfreulicher Auftakt zu unserem Aperitif. Es folgt ein „Fattoush“, bei dem unterschiedlichste Tomatensorten, Gurke, Feta, Crème fraîche, Paprika- und Oliventapenade sowie eine fruchtig-würzige Amba-Vinaigrette zu einem herrlich sommerlichen Salat werden.
Beim „Meerbeere Sashimi“ trifft zarter Yellowtail auf Erdbeere, Baharat, Shifka, Ingwer, Basilikumöl und knusprig frittierte Crêpe. Das Gericht spielt gekonnt mit Süße, Schärfe und Frische und zeigt eindrucksvoll, wie selbstverständlich im Berta unterschiedliche Aromen zusammenfinden. Nicht weniger gelungen sind „Leas Hühnerlebern“, die mit karamellisierten Zwiebeln, Dattelsirup, einem wachsweichen Ei, Senf und Challah serviert werden. – Klassische Zutaten, sehr spannend interpretiert!
Ebenso überzeugt die „Polenta Machneyuda“, eines der Signature-Gerichte des Hauses. Cremige Polenta trifft in einem Einweckglas auf Pilze, grünen Spargel, Parmesan, Trüffelöl und ein würziges Ragout aus deutscher Bratwurst. Das liest sich ungewöhnlich, schmeckt aber ganz wunderbar. Auch der „Rinder-Hackpeter“, eine Interpretation des klassischen Beef Tartars mit Pinienkernen, Kapern, Shifka, frischen Mandeln und Mark, verbindet Berliner Tradition mit levantinischen Einflüssen auf kreative Weise.
Den krönenden Abschluss bildet eine riesige Nocke veganes Schokoladenmousse, die lediglich mit bestem Olivenöl und einigen Salzflocken verfeinert wird. Mehr braucht es tatsächlich nicht: intensiv schokoladig und wunderbar luftig. Wir sind hin und weg, wenngleich die Portion so üppig ist, dass man auch zu viert Freude daran haben könnte.
Was uns besonders gut gefallen hat? In jedem Fall das Essen, das im Berta so selbstverständlich und entspannt auf den Tisch kommt, als hätte es gerade jemand aus dem, was noch da war gezaubert, weil unerwartet Gäste vor der Tür standen. Und das ist ausdrücklich positiv gemeint! Die Lässigkeit der Gerichte ist einfach großartig. Es fühlt sich an wie im Urlaub. Am besten mit allen Freunden zusammen hingehen!