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Café LuitpoldHistorisches Kaffeehaus im Brienner Quartier

Mittwoch, 25. November 2015
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Cafe Luitpold München Gastraum
Karte
Öffnungszeiten

Montag 8-19 Uhr
Dienstag bis Samstag 8-23 Uhr
Sonntag 9-19 Uhr

Adresse Café Luitpold
Brienner Straße 11
80333 München-Altstadt
|Anfahrt planen
Kontakt
+49 89 24 28 750
www.cafe-luitpold.de

Für seine historischen Biergärten und Brauereien ist München ja durchaus bekannt, aber Kaffeehauskultur? War die nicht seit jeher eher in Wien zu genießen? Nicht nur! Erst vor kurzem wurde mir bewusst, dass das Café Luitpold an der Brienner Straße zur Zeit seiner Eröffnung das größte Kaffeehaus Europas war. Perfekt gelegen auf der Route zwischen Münchner Residenz und Nymphenburg, als Schnittstelle zwischen Altstadt und Vorstadt, bot es sich als Abstecher für den Prinzregenten und seine Gefolgschaft an. In insgesamt 20 Prachtsälen wurden hier feinste Getränke und Spezialitäten aufgetischt, inmitten kunstvoller Wandmalereien und endloser Marmorsäulen getrunken und gespeist.

Nach seiner Eröffnung 1888 war das Palastcafé eine solche Attraktion, dass man dem "gemeinen Volk" nur gegen ein Eintrittsgeld von 20 Pfennig einen kurzen Blick hinein gestattete. Über Jahrzehnte blieb es prachtvoller und elitärer Treffpunkt – angeblich sollen Wassily Kandinsky und Paul Klee hier gar die Gruppe des Blauen Reiters gegründet haben. Und heute? Lässt es sich hier immer noch fürstlich speisen. Denn auch wenn der komplette Luitpoldblock im zweiten Weltkrieg zu großen Teilen zerstört wurde, haben ihn die Eigentümer seit den Fünfziger Jahren Stück für Stück wieder aufgebaut.

Cafe Luitpold München Bar
Cafe Luitpold München Lachs
Cafe Luitpold München Vorspeise
Cafe Luitpold München Außenbereich

So ist die innenarchitektonische Struktur nun vereinfacht und anstelle von unzähligen Sälen konzentriert sich der Besuchs- und Verkaufsbereich des Cafés mit angeschlossener Konditorei nur mehr auf das Erdgeschoss. Säulen und Stuck direkt hinter der Eingangstür lassen jedoch die ursprüngliche Opulenz erahnen; Stühle und Tische laufen in einen überdachten Palmengarten aus, in dem es sich wunderbar in die Ferne träumen lässt. Der bis dato letzte Umbau wurde 2010 unter den bekannten Architekten Demmel und Hadler realisiert und seither versprüht eine moderne Bar urbanes Flair.

Aber nicht nur das Interieur überzeugt. Die Küche trumpft mit saisonalen Köstlichkeiten auf und mittags wie abends isst man hier so gut, dass das Café-Restaurant dieses Jahr unter anderem im Guide Michelin gelistet wird. Und auch auf meiner persönlichen Hitliste für die besten Frühstücks-Locations in München liegt das Luitpold ganz vorne. Zum einen, da das Angebot extrem Langschläfer freundlich ist: unter der Woche gilt die wunderbar vielfältige Frühstückskarte bis 12 Uhr, am Wochenende sogar bis 13 Uhr. Zum anderen, weil Variationen wie "Le Petit Suisse" und "Le Luitpold de Paris" nicht nur auf der Karte großartig klingen, sondern ebenfalls auf dem Teller überzeugen. Beim letzten Besuch bestellten wir zum Beispiel "Le Grand Luitpold" für zwei – für das, was da an Aufschnitt, knusprigem Gebäck und frischem Obst heran gekarrt wurde, musste unser Tisch kurzfristig erweitert werden.

Wer Lust auf einen ganz besonderen Brunch hat, sollte sonntags kommen: dann sorgen nämlich Bands und Solisten für die musikalische Menüfolge – mal mit jazzigen Klängen, mal mit spanischen Gitarrenmelodien. Und auch darüber hinaus wird die historisch verwurzelte Salon-Kultur aktiv gepflegt: regelmäßig finden hier Abendvorträge zu philosophischen, wirtschaftlichen und kulinarischen Themen statt. Beim Apéro français läuten Münchner-Franzosen, Kanadier und Frankophile den Feierabend ein. Höchstspannend ist das Dîner Criminel – da gibt es nämlich einen Mord als Hauptgang und Fakten aus der Geschichte des Hauses, historische Kostüme sowie den Glamour der Jahrhundertwende als Beilage!

Unbedingt empfehlen kann ich auch einen Besuch in "Münchens kleinstem Museum" im ersten Stock des Luitpoldblocks. Denn das gibt mit Bild- und Tondokumenten nicht nur einen schönen Einblick in die Geschichte des Café Luitpolds, sondern – wenn man Glück hat und das Guck-Fenster gerade geöffnet ist – auch in die Schokoladen-Werkstatt der Confiserie...

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