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Berliner Lieblingsortevon Gastronom Moritz Estermann

Mittwoch, 07. Juni 2017
Moritz Estermann Lieblingsorte Berlin Juni 2017
Die Orte im Überblick
Karte (10)

Im Einstein Unter den Linden bin ich mit Moritz Estermann verabredet. Emsig eilen Kellner in weißen Hemden und schwarzen Anzugwesten von Tisch zu Tisch, tragen Schnitzel mit Kartoffelsalat und Apfelstrudel mit Vanilleeis auf und flirten charmant mit den Gästen. Wiener Kaffeehaus Charme.

Geschäftsleute, Presse, Touristen, ein internationales Publikum umringt uns. Das Licht fällt mild durch die Holzlamellen vor den Fenstern. Es ist Sommer in Berlin. Estermann bestellt Espresso auf Eis und strahlt, als käme er gerade von einer Tour in den Bergen rund um seine Heimatstadt Luzern und nicht aus dem Büro an der Friedrichstraße.

Seit sechs Jahren gehöre er zum Team rund um die Erfolgsgastronomen Boris Radczun und Stephan Landwehr, die so renommierte Konzepte wie den Grill Royal nebst kleiner Schwester Le Petit Royal in Charlottenburg, den Pauly Saal oder auch das Isländische Pop-up Restaurant Dóttir zu den ihren zählen.

Zu Beginn des vergangenen Jahres wurde im Übrigen das Einstein Unter den Linden übernommen, für das Geschäftsführer Moritz Estermann, neben dem im März dieses Jahres eröffneten exklusiven thailändisch Restaurant Kin Dee, nun auch Partner ist.

2003 war er direkt nach der Schule aus der Schweiz nach Berlin gekommen, hatte zunächst einige Jahre im Kunstbereich gearbeitet und war dann als PR Berater in die Gastronomie gerutscht. Seit 2011 sei er nun bei der Grill Royal Gruppe.

Er habe sich in seinem Leben stets intuitiv entschieden und sei immer glücklich darüber gewesen, wo das Leben ihn hingebracht habe. So auch jetzt. "Ein spannenderes und abwechslungsreicheres Aufgabenfeld könne man sich nicht wünschen", schwärmt er. Auch geschäftlich würden sich die spannendsten Dinge dabei immer zufällig ergeben.

So auch beim Restaurant Kin Dee. Eher zufällig habe er das ehemalige Model Dalad Kambhu, die sich als Meisterin der Küche ihrer thailändischen Heimat erwies, kennen gelernt und ebenso zufällig seien dann die Räumlichkeiten des ehemals besten thailändischen Restaurants Berlins, Edd’s in der Lützowstraße, nach 30 Jahren frei geworden.

Das Konzept beruhe also auf glücklichen Umständen und nicht auf einem großen Plan. Aber das sei genau die Art von Arbeit, die er liebe. Die Konzepte der Gruppe seien vor allem auch deshalb so charmant, weil nur realisiert würde, wofür sich die Inhaber selbst begeisterten. Sie machten alles grad eben so, wie es ihnen selbst gefalle. Es solle ja vor allem Spaß machen und nicht einfach nur ums Geld gehen.

Dazu zähle auch die viele Kunst, die schon immer eine wichtige Rolle im Interieur aller Restaurants spiele. Die Originale machten einen Großteil der besonderen Stimmung aus, so Estermann. Ebenso wie die kontinuierliche Anwesenheit der Gastgeber. Viele der Gäste seien ja auch Freunde.

Doch bei allem spiele das Essen natürlich noch immer die Hauptrolle. Besonders glücklich sei man aktuell über den neuen Küchenchef im Grill Royal. Roel Lintermans aus dem jüngst geschlossenen Sternerestaurant Les Solistes sei wieder einer dieser Glücksfälle gewesen. Er beglücke nun die über 100.000 Gäste pro Jahr im Grill Royal mit seinen Kochkünsten und habe gerade auch die Küchenleitung des Le Petit Royal übernommen. 

Wo Moritz Estermann aber seine Freizeit am liebsten verbringt hat er uns während des charmanten Gesprächs dann auch noch verraten. Er hätte auch nur Kulinarisches auflisten können, so gerne gehe er essen, aber am Ende ist es dann doch ein bunter Mix an Orten geworden...

Tipp. Zu den Details der einzelnen Orte gelangen Sie über das Anklicken der orange markierten Namen!

Einstein Unter den Linden. Das Kaffeehaus und Restaurant liege ihm nicht nur am Herzen, weil er Miteigentümer sei. Er liebe den ständigen Wandel, den dieser Ort tagtäglich erlebe. Am Morgen kämen die Lobbyisten und Politiker, dann die Touristen. Zum Lunch prägten Medienleute das Bild und am Nachmittag ältere Herrschaften, die für Kaffee und Kuchen kämen. Abends verschwinden die Touristen und Berliner jedweder Couleur geben sich ein Stelldichein. Für ihn sei das Einstein in Mitte sein erweitertes Büro geworden und sein aktueller Lieblingsort zum Lunch.

Zenkichi. Im vergangenen Jahr sei er zum ersten Mal in Tokyo gewesen und seither ein ausgemachter Fan der japanischen Essens-Kultur. Die Speisen und ein diskreter Service stünden dort immer im Vordergrund. Einen vergleichbaren Ort habe er mit dem Zenkichi in Mitte gefunden. Wie in Tokyo sei man hier beim Essen ganz unter sich. Hier gehe er wirklich oft und gerne hin.

Dajiale. Ein regelmäßiger Treffpunkt für ein Essen in großer Runde sei das chinesische Restaurant in der Goebenstraße für ihn. "Ein großer runder Tisch mit tausend Kleinigkeiten zum Teilen, mehr brauche ich hier nicht", so Estermann. Die Küche sei traditionell und man habe ein Faible für Craft Beer, gleich zwanzig Sorten stünden auf der Karte. "Den Laden lieb’ ich!"

Vins sur Vins. Die Weinhandlung an der Köpenicker Straße beliefere nicht nur alle Restaurants der Grill Royal Gruppe, auch privat sei er hier Stammkunde. Es gebe ausschließlich französische Weine und die Inhaber, Sebastien und Alexandra Visentin, haben einfach immer die richtige Empfehlung. "Zuverlässig gute Weine für jedes Budget", schwärmt Estermann.

Flughafen Tegel. Schon als Kind habe er sich wie verrückt für Flugzeuge interessiert. Der Besuch am Zürcher Flughafen sei sein alljährliches Highlight gewesen. Bis heute liebe er es, den großen Maschinen beim Starten und Landen zuzuschauen. Die Aussichtsterrasse am Flughafen Tegel sei perfekt dafür. Er habe sogar eine App, mit der man feststellen kann, von wo oder wohin die einzelnen Flieger gehen, verrät er schmunzelnd.

Landhaus Jacob. Für lange Reisen fehle ihm meist die Zeit, aber so oft es eben gehe, verreise er übers Wochenende mit ein paar Freunden. Zuletzt seien sie mehrfach in diesem Ferienhaus in der Uckermark gewesen. Mitten im Naturschutzgebiet. Im Winter wird ein Feuerchen im Kamin gemacht und im Sommer früh aufgestanden. Gemeinsam kochen. Wein trinken. Mehr brauche man hier nicht. Vielversprechend sehe aber auch die Rote Scheune aus.

KW. Das "Institute for Contemporary Art" in Mitte werde von ganz tollen Leuten geleitet, die auch für die nächste Zeit wieder großartige Pläne haben. "Eine tolle Institution! Hier schaue ich regelmäßig vorbei. Manchmal auch nur, um einen Kaffee im Hof zu trinken", so der Schweizer. Die KW gehöre einfach zu Berlin.

Hotel de Rome. Für eine kleine Auszeit liebe er es, Urlaub in der eigenen Stadt zu machen und das Hotel de Rome sei der perfekte Ort dafür.  Kurzentschlossen bekomme man dort auch gerne mal eine Walk-in Rate und könne dann nach Herzenslust Zeit im Spa verbringen, vom Roomservice das Essen bringen lassen oder in der Badewanne entspannen. "Ein Mini-Ausflug, wenn ich zu viel Arbeit habe!"

Spree Spaziergang. Sein liebster Spazierweg gehe immer an der Spree entlang: von Moabit über das Regierungsviertel, am Grill Royal vorbei, über die Museumsinsel zum Bodemuseum und weiter zur Schleuse. Eine Wanderung durch die Stadt, wo er doch nicht in den Bergen klettern gehen könne. Das sei die perfekte Pause von der Arbeit. "Das macht den Kopf frei", konstatiert Estermann.

Ocelot. Die Buchhandlung am Weinbergsweg sei sein persönlicher Buchdealer. Er möge die Selektion, der ausliegenden Bücher und werde immer hervorragend beraten. Gegenüber am Kiosk hole er sich dann gerne einen Club Mate und gehe in den Weinbergspark zum Lesen. Allerdings nur unter der Woche. An den Wochenenden sei es ihm dort zu trubelig.

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