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Le FaubourgDie Brasserie im Sofitel in Charlottenburg

Dienstag, 26. Juni 2018
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Restaurant Le Faubourg Berlin Charlottenburg
Karte
Öffnungszeiten

Montag bis Sonntag
11.30-15 Uhr + 18-23.30 Uhr
Business Lunch
Montag bis Freitag 11.30-15 Uhr

Adresse Le Faubourg
Augsburger Straße 41
10789 Berlin-Charlottenburg
Anfahrt planen
Kontakt
+49 30 800 999 7000
lefaubourg.berlin

Was macht einen guten alten Bekannten aus? Dass man sich ein ums andere Mal aufs Wiedersehen freut. Und dass er vermeintliche Gegensätze vereint. Beständigkeit und Fortschritt. Mein guter alter Bekannter ist das Le Faubourg. Das jüngste Tête-à-Tête hat wieder gezeigt warum. Beständig im kulinarischen französisch-deutschen Brückenschlag, aufgeweckt in der Interpretation.

Das Restaurant im Ku’damm-nahen Hotel Sofitel strahlt Eleganz aus. Genug für besondere Abende, zurückhaltend für jeden Tag. Der Service vom Gastgeber mit österreichischem Schmäh, Mathias Brandweiner, und seinem ebenfalls französisch parlierenden Team ist gelebte Gastlichkeit.

Zuweilen frage ich mich, ob Restaurantuhren langsamer ticken als der Zeitgeist. Es gibt Menschen, die grundsätzlich oder punktuell keine Lust auf Alkohol haben. Im Le Faubourg hat man damit kein Problem. Die Karte wird mit frisch gepressten Säften, etwa Sellerie-Ananas, eröffnet. Zwischen den Zeilen heißt das: Säfte und Gerichte sind aufeinander abgestimmt.

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Meine Trink-Spezies will mehr als Standard. 25 Taittinger Champagner als Basis, dazu ein halbes Dutzend wechselnder Tropfen, die zeigen, was sich aktuell in der Champagne tut. Auch bei den Weinen Feines für Weinnasen. Aus Deutschland, Frankreich und mit Rotzipfler & Co. Entdeckungen aus der Brandweinerschen Heimat.

Vorspeisen sind die erste Begegnung mit der Küche des Le Faubourg. Der sympathische erste Mann am Herd, Felix Mielke, grüßt natürlich schon einmal vorab. Mit Mini-Kalbsrippchen, Madras-Curry und Möhrensüppchen. Ein Happen, dezent bitter, dezent süß. Der Gaumen ist angefixt. In Richtung Sommer wird er dann durchs Bärlauchsüppchen mit Buttermilch, Kaninchenpraline und Rhabarber gelenkt.

Muss man sich eigentlich immer entscheiden? Die Spanier mit ihren Tapas, die Griechen mit ihren Mezes, die Israelis mit ihrer alles auf den Tisch-Küche – das Le Faubourg springt auf keinen fahrenden Zug auf, sondern titelt „Vorspeisen zum Teilen“. Und zum Naschen. „Queerbeet“ mit säuerlichen Pickels, darunter saftigen Goldrüben, Pumpernickelerde und Kerbelmousse ist ein brandenburgischer Garten auf dem Teller.

Der Maibock, das Umland ist bekannt für seine Wildbestände, kommt als Tatar aus der Schulter daher. Begleitet wird es von dem an Spargel und Spinat erinnernden Mönchsbart und dem französischen Edelschimmelkäse Fourme d’ambert. Schlichtweg köstlich.

Noch so eine Frage: Bin ich klassisch oder modern? Beides. Festlegen unnötig. Zumindest im Le Faubourg. Es gibt fünf Hauptgänge, die jeweils als "Tradition" wie "Nouveau" angeboten werden. Das Kalb einmal als Filet und Bries mit Erbse, Spargel, Pilz und Macadamia. Zudem als Nacken mit Senf, Spargel, Zwiebel und Bärlauch. Bei der Klassik überwiegt der zarte Filetgenuss, der moderne, Röstaromen bietende Nacken beweist Nose to Tail-Affinität.

In jedem Fall haben beide Interpretationen Wumms. Das zeigt auch der Heilbutt, Klassisch mit Blumenkohl, Eigelb, Spargel und Brot, modern-frisch mit Möhrenspaghetti, Nuss und Mangold. Das angegossene Sößchen erinnert an Ketchup mit Asianote. Damit lässt das Streetfood grüßen.

Beim Dessert lernt man auf dem Teller noch Chefpâtissier Raphael Gasque kennen: mit eingelegtem Rhabarber, Buttermilcheis, Cheesecake-Espuma, Balsamicokaviar, Esspapier-Crunch und Pumpernickel. Rhabarber, Buttermilch und Pumpernickel – das gab’s heute doch schon. Schön, wie sich der kulinarische Kreis schließt und typisch für meinen guten, alten Bekannten Le Faubourg.

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