Dienstag bis Donnerstag 18.30-23 Uhr
Freitag + Samstag 17-23 Uhr
Cookies Cream
Behrenstraße 55
10117 Berlin-Mitte
...Anfahrt planen
Das von Cookie alias Heinz Gindullis 2007 eröffnete und seit 2018 kontinuierlich mit einem Michelin-Stern prämierte Restaurant Cookies Cream ist aus der Berliner Gastronomie-Szene kaum mehr wegzudenken. Als erstes rein vegetarisches Sterne-Restaurant der Stadt ist es bis heute weit über Berlins Grenzen hinaus bekannt und zieht viel internationales Publikum an. Seit Anfang 2026 steht ein neuer Mann am Herd und bringt fantastische Kreationen auf den Tisch.
Das avantgardistische Ambiente des Cookies Cream erinnert noch immer an die Anfänge von Cookie als namhaften Clubbetreiber. Vor der Eröffnung seines ersten Restaurants organisierte er zudem die ersten Secret Dinner der Stadt. Rein kam nur, wer das entsprechende Codewort kannte. Bis zum Restaurant war der Weg dann nicht mehr weit. Über 15 Jahre war Stephan Hentschel Küchenchef und bewies mit seiner rein vegetarischen Küche, wie vielseitig Gemüse ist. Nun übernahm der erst 32-jährige Patrick Ziegert die Küche des Cookies Cream.
Nach Stationen im Freustil auf Rügen und im Restaurant Rote Wand Chef’s Table in Lech am Arlberg kehrte Ziegert in die Hauptstadt zurück, wo er zuvor bereits drei Jahre lang als Küchenchef das Crackers prägte. Unterstützt wird er von Viktor Gerhardinger, der zuvor unter anderem das vegetarische Sternerestaurant Tian in München verantwortete. Gemeinsam führen sie die Philosophie des Hauses weiter, setzen aber zugleich eigene Akzente. Ihr erstes gemeinsames Menü zeigt eindrucksvoll, wohin die Reise geht: produktfokussiert, präzise und voller überraschender Aromen.
Schon das hervorragende Sauerteigbrot von Domberger mit einem veganen Aufstrich aus Sheabutter, geröstetem fermentiertem Spargel und Pfeffer macht deutlich, dass hier jedes Detail durchdacht ist. Es folgt ein faszinierender Kohlrabi-Gang, bei dem das Gemüse gleich in mehreren Texturen auf den Teller kommt: im hausgemachten Dashi gegart, als Püree mit Yuzu und in zarten Schleifen. Gurken mit Ingwer und Jalapeño, ein knuspriger Reischip sowie Buttermilch mit grünem Szechuanpfeffer sorgen für Frische und Spannung.
Die Beelitzer Spargelspitzen begeistern mit über Holzkohle gegrillten Erbsen, Erbsenpüree und lackierten Haselnüssen. Angegossen wird der Gang mit einer Essenz aus reinem Spargelsaft, der den Geschmack noch einmal intensiviert. Ebenso gelungen ist der von einem klassischen deutschen Abendbrot inspirierte Rettich-Gang. Frische, in Rose und roter Peperoni marinierte Radieschen treffen auf eine kräuterintensive Tofucreme und mild scharfes Dijonsenf-Eis. Knuspriges Sauerteig-Krupuk sorgt für Crunch.
Besonders beeindruckend gerät die Aubergine, die mehrfach gebacken und immer wieder mit Mole mariniert wurde. Das Ergebnis ist eine enorme geschmackliche Tiefe, die von einer Auberginencreme und einer grünen Mole aus Koriander, Kürbiskernen und Kürbiskernöl begleitet wird. Auch die geschmorte Karotte überzeugt mit feiner Balance aus Süße, Säure und erdigen Noten. Knusprige Pankobrösel, fermentierter Karottensaft und Mangold mit Sanddornvinaigrette verleihen dem Gericht zusätzliche Komplexität.
Als ebenfalls sehr spannend erweist sich der in Buchweizen frittierte Seitling auf luftigem Kartoffelschaum mit Lauch sowie in Safran, Weißwein und Essig marinierten Kartoffelwürfeln. Dazu wird ein kleines Salatschiffchen gereicht, das ganz unkompliziert aus der Hand gegessen werden darf.
Zum Abschluss serviert die Küche ein wunderbar leichtes Frühlingsdessert aus Rhabarber-Tatar, mariniert in Schwarztee und Rosmarin sowie weiße Erdbeeren, Kokosmilch, Macadamiaperlen, Erdbeersorbet und Buchweizensablé. Über das ganze Menü hinweg begleiten korrespondierende alkoholfreie Getränke die einzelnen Gänge, die den Anspruch des Hauses auch jenseits des Weinglases eindrucksvoll unter Beweis stellen.
Nach unserem Besuch bleibt vor allem ein Eindruck: Patrick Ziegert gelingt es grandios, die Identität des Cookies Cream zu bewahren und gleichzeitig eine eigene Handschrift erkennen zu lassen. Das Gemüse bleibt der Star des Abends – vielleicht sogar mehr denn je. Wer nicht das ganze Tasting-Menü genießen möchte: Man kann auch à la carte essen. Beispielsweise die legendären Parmesanködel, die bereits seit 21 Jahren unverändert serviert werden.