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Horváth Sterneküche im Szenelokal der 80er

Montag, 06. Mai 2024
Advertorial
Karte

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Samstag 18.30-20.30 Uhr

Adresse

Restaurant Horváth
Paul-Lincke-Ufer 44a
10999 Berlin-Kreuzberg
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Kontakt

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+49 30 612 899 92
.www.restaurant-horvath.de

Wo einst Kippenberger auf die Wand malte, qualmende Kohleöfen und die Berliner Kreativszene das Ambiente bestimmten, serviert heute im edel neu gestalten Horváth Inhaber und Küchenchef Sebastian Frank seine exzellenten Menüs. Das frühere Exil war ein waschechter Szeneladen, in dem sich prominente Künstler und Musiker die Klinke in die Hand gaben. Heute ist dieser Ort mit zwei Sternen des Guide Michelin prämiert.

2014 bereits übernahmen Sebastian Frank und seine heutige Frau Jeannine das Restaurant und halten seit 2015 durchgehend zwei Sterne. Über die Jahre hat Frank sich dennoch weiterentwickelt. Heute ist man versucht, ihn den Mister Sellerie zu nennen, hat er doch mit seinem über ein Jahr im Salzteig getrockneten Sellerie weit über Berlins Grenzen hinaus Furore gemacht.

Vor allem aber steht das Horváth für eine elegante Gemüseküche, in der lediglich bei der Zubereitung noch vereinzelt tierische Produkte zum Einsatz kommen. Bei der Herstellung von Soßen und Brühen beispielsweise oder beim Garen des Gemüses. Dies geschieht in der voll einsehbaren verglasten Küche am Ende des Gastraums, in der das Küchenteam einer lang geprobten Choreografie zu folgen scheint.

Horvath Berlin Getränke © Kaiserhappen
Horvath Berlin © White Kitchen
Horvath Berlin © Steffen Sinzinger
Horvath Berlin Küche © White Kitchen
Sebastian Frank © René Riis

Alle Räumlichkeiten erstrahlen seit einiger Zeit in neuem Gewand. Geschickt wurden dabei historische Elemente wie die originale Holzvertäfelung oder das aus den 90er-Jahren stammende und just zu beiden Seiten erweiterte farbenfrohe Wandbild des Künstlers Jim Avignon mit modernem Design vereint. Entstanden ist ein beinahe privates Ambiente, in dem das Team rund um Sommeliér Michi Stiel sehr versiert agiert.

Immer wieder auch mit am Gast: der Küchenchef selbst. So erfährt man häufig aus erster Hand die Geschichten zu den einzelnen Gängen, die nicht selten etwas mit Kindheitserinnerungen zu tun haben. Aktuell ist das beispielsweise der „Lätscherte Salat“, in dem sehr elegant der über den Tag stehgebliebene Blattsalat der Mittagessen seiner Kindheitstage interpretiert wird.

Vierundzwanzig Stunden wird er mariniert, mit Leindotteröl und Weißbrotbröseln sowie Kapern, Sardellen, Zitrone und Wildkräutern verfeinert. Ein wundervoll sommerliches Gericht, das uns auf der zauberhaften Terrasse des Horvath ganz besonders gut schmeckt, nachdem wir bereits über ein Langos mit Bergkäse und Sauerrahm, das fantastische krosse Brot mit buttrigem Kartoffelstampf und salziger Butter sowie zwei Variationen vom Kräuterseitling ins Schwärmen geraten waren.

Auch alle folgenden Gänge wie die Spargelcreme mit Kirschkernöl und geröstetem Spargel, der Sahnerahm mit Paprika und Knoblauch-Kümmelessig oder das Signature Gericht „Sellerie reif und jung“ mit besagtem zwölf Monate im Salzteig gereiftem Knollensellerie und Selleriebéchamel sind perfekt komponiert und angerichtet.

Alle Gänge sind so wunderbar stimmig und rund, dass wir uns wünschen, der Service möge immer weiter mit einer neuen Kreation herbeieilen. Es ist wie mit einer Pralinenschachtel, bei der man von jeder einzelnen wissen möchte, wie sie schmeckt: Was hat die Küche noch zu bieten? Was gibt es noch zu entdecken? Was verbirgt sich hinter der nächsten Kreation?

Kalt-warm Komponenten tauchen immer wieder auf und bilden ein reizvolles Zusammenspiel. Säure und milde Cremes. Festes und Flüssiges. Tierisches und pflanzliches. Harmonisch vereint. Der Service ist entspannt und unaufdringlich. Keine unnötigen Worte, aber alle Informationen, die wir uns wünschen. Cool. Humorvoll. Zeitgemäß unkompliziert.

Die Desserts sind uns am Ende beinahe zu viel ­– das Brot war einfach zu gut! Doch die süßen Kreationen eines Österreichers darf man sich natürlich keinesfalls entgehen lassen. Und was sollen wir sagen: Wir bereuen nichts! Auch die Schweineblutpraline mit weißer Schokolade und geklärter Butter nicht, die am Ende zum Kaffee gereicht wird. – Himmlisch!

Beseelt trotz absoluter Nüchternheit dank der spannenden alkoholfreien Begleitung, die Sommeliér Michi Stiel kontinuierlich auf das aktuelle Menü abstimmt, verlassen wir das Horváth in die noch warme Nacht auf das Paul-Linke-Ufer. – Großartig wars!

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