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Menü

Das Stadtmenü im Christophers Wenn Veggie-Küche auf Comfort-Food trifft

Mittwoch, 22. September 2021
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Karte

Adresse

Christopher's
Mommsenstraße 63
10629 Berlin-Charlottenburg
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Kontakt


+49 30 24 35 62 82
.christophers.online

Ein vegetarisches, gar klimaneutral Menü ist ihm durchaus eine Herausforderung. Eine willkommene allerdings, bekennt Küchenchef Christopher Kümper aus dem nach ihm benannten Christopher’s in Charlottenburg als wir das Stadtmenü probieren dürfen.

Das Restaurant steht für international geprägtes Casual Fine Dining und bemüht sich auch unabhängig eines klimaneutralen Menüs anlässlich der Berlin Food Week um saisonale und regionale Zutaten. Des Öfteren sieht man Gefährte aus dem Berliner Umland hier parken und was stünde sinnbildlich mehr für die Äcker Brandenburgs, als die Kartoffel?

So findet sich an diesem Abend eine Kartoffelfocaccia auf unserem Tisch, die wahrlich ihresgleichen sucht, etwas karamellisierte Bio-Butter dazu – und wir sind glücklich. Allerdings sind wir natürlich für das Stadtmenü gekommen, und jenes wird uns später ebenso anheimelnd zurücklassen, wie dieses wunderbare Brot.

Im ersten Gang erwartet uns eine gefüllte Spitzpaprika mit Ajvar-Mayonnaise, geräuchertem Paprikasud und Kräuteröl. Die Süße und Bitterstoffe der Paprika in Verbindung mit einer Füllung aus Pilzen, Paprika und Erbsenprotein macht das Gericht sehr behaglich und comfy. Dazu tragen auch die Raucharomen des Paprikasuds bei, die Chefkoch Christopher aus gegrillten Paprikaabschnitten mitsamt Kernen gewinnt. Dieses Zero Waste Gericht macht rundum zufrieden, auch weil die Fleischigkeit des Gerichts durch den Grenache Blanc vom Weingut Idle Cellars aus Kalifornien, der in Sherry-Fässern nachreift, wunderbar aufgegriffen wird. 

Wir sind also angefixt von Christophers seelisch wohltuender Küche und es wundert uns nicht, dass sein Semmelknödel vielleicht zu einem der besten gehört, den wir bisher so essen durfte. Der gegrillte Sellerie stammt natürlich aus der Region vom Wolkensteiner Hof und wird in Gänze verarbeitet. Sein ausgestochener Kern darf ganz pur gegrillt auf dem Semmelknödel thronen, der selbstredend aus gesammelten Brotresten zubereitet wurde.

Dazu gibt es ein cremiges Püree aus den Sellerieabschnitten, seine zarten Blätter geben etwas Farbe ins Gericht, ebenso wie das würzige, tiefgrüne Öl aus den dickeren Blättern. Die Süße und Erdigkeit dieses Sellerie-Allerleis und des butterten Semmelknödels schreit natürlich förmlich nach Pilzen, der Umamigeschmack aus Pilzessenz, Shiitake und Mini-Champigons fügt sich wunderbar ein. 

Eine "süße Umamibombe" verspricht Christopher tatsächlich ebenfalls fürs Dessert: Während das Rübenkrautbisquit vor allem für Süße sorgt, und dabei übrigens komplett ohne Zucker auskommt, lässt einen das Miso-Eis auf Basis eines Shiro-Miso von Mimi Ferments aus Moabit verblüfft zurück. Der Gaumen erwartet Salz, wo keines ist, stattdessen ist da dank einer Sauce aus eingelegten Juli-Erdbeeren und getrockneten Brandenburger Tomaten eine angenehme Säure.

Den Geschmack muss man erst einmal für sich einordnen, er ist vollmundig und intensiv und lässt einen immer noch einen Löffel nehmen. Besonders fein dazu ist unser Digestif aus einem himbeerinfused Gin, Rosé-Vermute und Rosé-Verjus – wir sind uns einige, dass wir ab heute für mehr Cocktails zum Dessert sind! 

Das 3-Gang Menü ohne Getränke gibt es für 49€, 1 % des Umsatzes aus dem Stadtmenü gehen an die Nonprofit-Organisation Zero Foodprint.

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