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Berlin Art Week 2022 Periphery and the city

Mittwoch, 07. September 2022
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September in Berlin steht wieder ganz im Zeichen der Berlin Art Week, die in diesem Jahr ihr Festival Zentrum in den Uferhallen im Wedding hat. Ein höchst willkommener Fokus auf diesen wichtigen Kulturstandort, der seit dem Weiterverkauf im Jahr 2017 um seinen Erhalt kämpft und immer noch eine ungewisse Zukunft hat.

Der etwas 9.000 m² große Backsteinkomplex, ein ehemaliger Wartungshof der BVG, wurde vor circa 15 Jahren von Künstler*innen mit neuen Perspektiven wiederbelebt und vor der Nutzlosigkeit bewahrt. Entstanden ist ein einzigartiges Areal mit einer Künstler-Community die sich auf über 80 Ateliers, Werkstätten und Präsentationsräumen verteilt. Ein fantastischer Ort also für den diesjährigen BAW-Garten, der unter dem Motto „Explore Berlin Art Week“ steht. Vom 14. bis 18. September 2022 gibt es hier bei freien Eintritt Open-Studios, Performances, Gespräche und Musik. Austausch und Partizipation ist hier ausdrücklich gewünscht.

Berlin Art Week, Kunstmesse Positions BerlinOana Popa für Kulturprojekte Berlin
Boros Collection, Bunny Rogers, Study for Joan Portrait, Berlin I NOSHE
ifa-Galerien Berlin, Isaac Chong Wai, Die Mütter, 2022, Performance, Klosterruine, Berlin
Jacolby Satterwhite, Birds in Paradise, 2019, at dawn, JSC Berlin. Foto Alwin Lay
Aristide Antonas, The Island Interface, aus der Serie Blooms Room, 2013-16

Neben den zahlreichen, teilnehmenden Galerien in der ganzen Stadt, findet auch wieder die Kunstmesse Positions Berlin auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof statt. In ihrem mittlerweile neunten Jahr spielt die Positions Art Fair, die letzte verbliebene Kunstmesse zur Artweek, eine wichtige Rolle. In diesem Jahr sind es 88 Galerien aus zwanzig Ländern, die ihr Programm präsentieren, darunter natürlich auch einige namhafte Berliner Galerien. Wer noch nie eine Kunstmesse besucht hat: nur Mut, es ist immer ein visuell reiches und interessantes Erlebnis, mit ganz eigenem Flair! Bei den über 50 teilnehmenden Berliner Galerien gelten während der Festivalwoche verlängerte Öffnungszeiten.

Generell gibt es in diesem Jahr auch immer mehr Kunstorte in der Peripherie der Stadt zu entdecken, hier einige Beispiele: Zur Fahrbereitschaft – dem inzwischen langjährigen Ausstellungsort des Sammlerehepaars Barbara und Axel Haubrock im östlichen Lichtenberg – gesellt sich Wilhelm Hallen, ein Ort in einer ehemaligen Eisengießerei in Reinickendorf am anderen Ende der Stadt. In letzterem hat der Galerist Mehdi Chouakri eine Außenstelle eingerichtet, in der während der Berlin Art Week wieder mehrere Galerien gemeinsam ausstellen.

Die neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK), die nach jahrelangen Protesten ihre angestammten Räumlichkeiten in der zentralen Oranienstraße in Kreuzberg verloren hat, hat nun in der station urbaner kulturen in Hellersdorf, einem Bezirk im äußersten Osten Berlins, eine Heimat gefunden. Und mit Anna Gritz hat eine der interessantesten Kuratorinnen der Stadt die Führung im altehrwürdigen Haus am Waldsee übernommen, das tief im Berliner Südwesten liegt.

Wem der ganze Trubel zu viel ist, keine Sorge, die meisten Ausstellungen, egal ob im Project Room, Galerie, ob private Sammlung oder institutionell laufen den ganzen September über… which means Berliners can pick and choose - je nach Lust und Laune. Jedenfalls kunsttechnisch!

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