Montag bis Samstag 18-23 Uhr
Bardele
Auguststraße 36
10119 Berlin-Mitte
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Alles begann mit einem Supper Club. Nun ist das Bardele in der Auguststraße in Mitte ein ausgewachsenes italienisches Restaurant, das an Understatement und Küche seines gleichen sucht. In Berlin, vielleicht sogar international. Das Interieur im Stil traditioneller norditalienischer Trattorien stammt aus der Feder des renommierten Mailänder Designers Davide Rizzo und ist ebenso lässig wie authentisch. Die Küche, inspiriert von verschiedenen Regionen Italiens, schlicht hervorragend. Besonders beliebt: die hausgemachte Pasta.
Wie konnte das passieren, fragen wir uns, als wir Platz genommen haben und bereits an einem Mirto-Spritz von der hervorragenden Getränkekarte nippen, die neben Weinen auch eine große Auswahl ausgezeichneter Negronis, Spritz und anderer wechselnder Aperitife bereithält. – Vor über einem Jahr hat das Bardele Restaurant & Bar eröffnet und wir hatten bis vor ein paar Wochen nie etwas davon gehört.
Nun sitzen wir bei schummrigem Licht an weiß eingedeckten Tischen, bestaunen den stylischen venezianischen Kronleuchter aus den 1960er Jahren, die weißen Terrazzoböden und die edle, dunkel gebeizte Wandvertäfelung. Maßgefertigte, rauchige Spiegel schaffen Raum und ein anderthalb Meter langes Regal, in dem Hanses umfangreiche Kochbuchsammlung steht, sorgt für privates Ambiente.
„Wir wollten einen Raum schaffen, der wachsen kann“, so Co-Gründer Ben Berman. „Die Wände werden sich weiter mit Bildern füllen, die Holzpaneele bekommen Patina und alles wird noch charmanter und persönlicher werden.“ – Uns gefällt es schon jetzt über alle Maße. Zeit, einen Blick in die Karte zu werfen. Die Reihenfolge Antipasti, Primi, Secondi, Dolci hält sich an ein traditionelles Format.; die einzelnen Gerichte machen Appetit. Sehr viel Appetit!
Mit seiner Küche taucht Küchenchef Tyler Hanse in verschiedene Regionen Italiens ein und beweist dabei, dass er auch mit weniger bekannten traditionellen Techniken, Pastaformen und Zutaten vertraut ist. Neben Italien, wo Hanse sein Handwerk erlernte, machte der in Philadelphia geborene auch Station in New Yorker Institutionen wie dem Roberta’s und dem Torrisi oder dem Remi und Otto in Berlin.
Seine hausgemachte Pasta ist bereits jetzt legendär. Wir selbst begeistern uns als Scondi für „Cacio e Pepe“, also hausgemachte Spaghettini mit Pecorino Romano und Schwarzem Pfeffer, sowie eine spannende Lasagne aus frischen Buchweizen-Nudelblättern, geschichtet mit Wirsing, Fontina-Käse, Kartoffeln und brauner Butter, genannt „Pizzoccheri“.
Das zugleich luftige und perfekt saftige Brot vorneweg ist hausgebacken und wird mit einem großartigen Olivenöl aus dem Olivenhain der Familie Berman serviert. Dazu passte auch der „Insalata di Scarola“ aus Endiviensalat mit Zitronen-Vinaigrette, Pirano-Käse, Minze und Mandelpraline, den wir als Vorspeise bestellt hatten ganz wunderbar.
Der gegrillter Wolfsbarsch mit Artischocke und Zitrone zum Hauptgang ist angenehm puristisch angerichtet und gefällt uns erneut sehr. Der Cime di Rapa, eine lange Kohlart, die optisch an Löwenzahn erinnert, sowie ein Salat, ganz schlicht mit Zitronen-Vinaigrette und Croutons angerichtet, sind perfekte Begleiter.
Tiefe Zufriedenheit machte sich breit in uns. Dolci? Keine Chance! Doch ein Stück süßes Gebäck „für alle, die kein Dessert möchten“ lässt sich Restaurantleiterin Francesca Manfron nicht nehmen. Wir sind beseelt: Was für eine großartige Neuentdeckung, das Bardele! Hier stimmt vom Interieur, über die Küche bis zum Service einfach alles. – Unbedingt hingehen!