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Leche de Tigre Kulinarischer Kurztrip durch Südamerika

Mittwoch, 02. September 2020
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Karte

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Donnerstag + Sonntag 17-22 Uhr
Freitag + Samstag 17-23 Uhr

Adresse

Leche de Tigre
Nernstweg 32-34
22765 Hamburg-Altona
Anfahrt planen

Kontakt


+49 163 312 64 91
lechedetigre.de

Leche de Tigre – das bezeichnet nicht etwa die Babynahrung plüschiger Tigerbabys, sondern die saure Marinade von Ceviche. Sie ist würzig, kräftig und bringt sehr viel Geschmack an zarten rohen Fisch. Der ist dann auch eigentlich gar nicht mehr roh, denn die Limettensäure sorgt dafür, dass das Eiweiß von Fisch und Garnelen denaturiert.

Eine spezielle und wie wir finden, äußerst elegante und schmackhafte Art der Zubereitung. In Peru kennt sie jeder, sie ist sogar abgepackt im Supermarkt erhältlich... Aber von vorn: Es ist ein warmer, beinahe tropischer Abend in Hamburg und wir beginnen unsere kleine Südamerikareise im Leche de Tigre standesgemäß mit einem Pisco Sour.

Auch der Aperitif aus Traubenbrand mit schaumiger Eiweißkrone ist ein echter Klassiker in Peru. Es ist das Heimatland von Gastgeber Aurelio Moreno. Er und sein Geschäftspartner und Küchenchef Tschabi Lopez, selbst aus Ecuador, führen ihr südamerikanisches Restaurant Leche de Tigre bereits seit November 2016. Dabei beschränken sie sich aber nicht nur auf die peruanische Küche.

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Restauant Leche de Tigre in Hamburg

Ganz bewusst suchen sie ihre Inspirationen auf dem gesamten südamerikanischen Kontinent. Und manchmal auch bei Freunden. Wie beispielsweise bei Cozy und Jo von der Salt & Silver Zentrale. Und wo wir schon bei Freunden sind; nach wenigen Minuten verstehen wir, warum das Leche de Tigre so beliebt ist.

Die herzliche Art beider Gastgeber ist beinah einmalig. Kaum einer wird nicht mit einem freundschaftlichen "Hola" begrüßt. Hier kennt man seine Nachbarn. Und das macht auch vor den bunten Kunstwerken, die im wirklich bezaubernd schönen Restaurant hängen, nicht halt. Denn Aurelio und Tschabi stellen im Gastraum einige Künstler und Werke aus Lateinamerika aus.

Die bunten Bilder und die ebenso bunten indigenen Masken setzen einen farbenfrohen Kontrast zu der ansonsten dunklen und geradlinigen Möblierung. Mehrfarbige Lichter ergeben gerade am Abend eine schöne Atmosphäre und Lichtstimmung, fast wie auf einem Straßenmarkt in Südamerika. Und dafür sind wir ja auch eigentlich hier – fürs Essen.

Uns werden jeweils zwei Speisen empfohlen, um satt zu werden. Wir wählen den Klassiker: Ceviche Mixto. Zubereitet wird das bewährte Gericht der peruanischen Küche, das allerdings auf dem gesamten südamerikanischen Kontinent beliebt ist, mit Nordsee-Kabeljau, Garnelen, karamellisierter Süßkartoffel, gerösteten Maiskörnern, viel Chili und – natürlich – Leche de Tigre.

Nichts für Liebhaber des Subtilen, eher ein farbenfrohes Feuerwerk für die Geschmacksknospen. Alles ist da: Säure, Süße, Schärfe. Weniger scharf, aber ebenso lecker ist unsere zweite Vorspeise Tiradito Nekkei. In der Nikkei Küche werden peruanische und japanische Geschmäcker miteinander kombiniert – was geschmacklich große Freude bereitet.

In diesem Fall gibt es kurz geflämmtes Lachfilet, Avokado, Algen und die obligatorische Leche de Tigre, die hier mit japanischer Ponzu verfeinert wurde. Viele ungewohnte und vor allem exquisite Aromen bringen auch unsere Hauptspeisen auf den Tisch: Der ungeheuer zart gegrillte Pulpo kommt mit schwarzem Reis, der seine schwarze Farbe übrigens von der Pulpo-Tinte erhält.

Unser Lomo Salteado, mit Sojasauce mariniertes Rindfleisch aus dem Wok, wird in Verbindung mit Huancaina, einer Art peruanischem Käse-Risotto, zu einem richtigen Soulfood-Gericht. Obwohl wir nach all diesen geschmacklichen Höhenflügen eigentlich schon ziemlich satt sind, klingt die Crema de Limón mit frischer Maracuja und Merengue-Topping doch zu vorzüglich, um das Dessert auszulassen.

Sie ist ein gelungen-erfrischender Abschluss für diesen Trip durch die Gefilde der südamerikanischen Genüsse. À propos: Für etwas Amazonas-Dschungel-Abenteuer sollte man sich übrigens vor allem die Waschräume keinesfalls entgehen lassen. Sie sind fast schon ein Erlebnis für sich. Aber nur fast, denn Küche und Gastfreundschaft im Leche de Tigre sind zu bemerkenswert, um sie zu versäumen.

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