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The Noname Fine Dining an der Oranienburger Straße

Montag, 13. Mai 2019
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Restaurant NOname in Berlin-Mitte ©White Kitchen
Karte
Öffnungszeiten

Dienstag bis Samstag 18-23.30 Uhr

Adresse The Noname
Oranienburger Straße 32
10117 Berlin-Mitte
Anfahrt planen
Kontakt
+49 30 288 777 88
the-noname.de
Preisniveau€ € €

Keine zwei Monate ist es her, dass das Restaurant The Noname am Eingang zu den Heckmann-Höfen an der Oranienburger Straße in Mitte eröffnet hat. Fine Dining oder besser gesagt "Fun Dining", wie Chefkoch David Kikillus es nennt, erwartet die Gäste der in weiße duftige Stoffbahnen getauchten, meterhohen Altbauräume. 27 Jahre residierte hier das Café Orange mit bodenständiger Küche, nun kommt Herausragendes auf die Teller.

Blickfang an der hinteren Wand des Gastraums ist die photorealistische Zeichnung einer Frau, die in kunstvoll geknüpften Seilen von der Decke hängt. Detailverliebte Bondage-Kunst und bewegte Videosequenzen erwecken sie zum Leben und schaffen Atmosphäre. Mehr sollte von der wirklich beeindruckenden Küche des Dortmunders David Kikillus allerdings auch nicht ablenken, denn sie verdient volle Aufmerksamkeit.

Der Chefkoch des The Noname ist in der Welt herumgekommen: in Shanghai, Dubai, Kitzbühel, und Konstanz, auf Mallorca und Malaga sowie in Griechenland machte er bereits Station. Für sein eignes Restaurant erhielt er 2016 bereits nach sieben Monaten seinen ersten Michelin-Stern. Nun aber Berlin. Hier wird er ab Ende des Jahres auch für das Fine Dining Restaurant The Knast in Lichterfelde verantwortlich zeichnen.

Restaurant NOname in Berlin-Mitte ©White Kitchen-2
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Nun stellt er sein Können jedoch zunächst im The Noname unter Beweis. Im Vordergrund steht das Produkt. Eine moderne, weltoffene Küche bringt es jeweils auf den Punkt. Dazu bedient sich David Kikillus sämtlicher Techniken und der gesamten Klaviatur an Aromen. Seine Kreationen sind klar und überfordern nicht. Das Spiel mit Konsistenzen genügt ihm, um wenige Zutaten zu etwas Einzigartigem werden zu lassen.

Wir treten eine Reise in sechs Gängen an, optional gibt es auch acht. Bereits die „salzigen Snacks“ setzen eine Benchmark: Kombuchip mit Seeigel und Alge, ein Cannelloni mit Riesengarnele, Avocado und Yuzu sowie ein Macaron mit Hibiskus, Apfel und Gänseleber sind verheißungsvolle Vorboten en miniature, die uns in Euphorie versetzen.

Das hausgebackene Sauerteigbrot ist feucht und luftig, die Kruste unfassbar kross. Das dazu gereichte Leindotteröl und die aufgeschlagene Butter braucht es im Grunde nicht. Alkoholfrei machen Gurke, Flieder und Quitte den Anfang. Die Begleitung zeigt sich begeistert vom 2017er Sauvignon "Les Pichiaux" von Noella Morantin. Beides passt exzellent zur Auster in Variationen: als Sud mit Sanddorn, als Austernbrot mit Emulsion, als samtig gefüllte Wan Tans und als Tartar. – Ein Sommerabend in St. Malo auf dem Teller gebracht.

Der folgende Langostino ist von atemberaubender Konsistenz: kurz gegart und abgeflämmt. Vereint mit Kürbis als Creme und gepickelt, der Langostiono zusätzlich als Tartar und einem Gelee-Krebs aus Reduktion ist auch der 2. Gang erneut ein Ereignis. Dazu im Glas Gelbe Bete und Grapefruit sowie ein Weißer von Clemens Busch. Sommelier Steve Hartzsch, zuvor im Einsunternull, Cinco, bei Fischers Fritz oder auch im Reinstoff aktiv, beweist Talent.

Das Kamille-Baisir zu Estragon Sorbet mit Kräutern aus Niedersachsen erfrischt wie angekündigt und schmeckt nach einer vollen Wucht Frühling. Der grüne Teppich für die nun folgende Taube als Brust, Praline und Jus. Zu ihrer Seite: zweierlei Spargel, Artischockencreme und Blutampfer. Und nur um es erwähnt zu haben: Unsere Begeisterung hat zu keinem Moment nachgelassen. Alles ist stimmig, überraschend und in jeder Hinsicht ein Hochgenuss.

Zum Heumilcheis mit Trüffelessenz, Crumble von der weißen Schokolade und Baisir sowie krosser Milchhaut und karamellisierter dunkler Schokolade duftet es dank Apfel, Heu und Petersilienwurzel auch aus dem Glas ganz wundervoll. Das alkoholische Pendant kommt in Form eines Süßweins von der Loire. Mit Patissier Benjamin Klee scheint man im The Noname einen grandiosen Fang getan zu haben!

Spannend wird es noch einmal mit Gang 6, genau genommen dem Käsegang: Dominant der Fourme d’Ambert, ein Edelschimmelkäse aus der Auvergne. Dazu Birne und gefrorenes Espuma von der Haselnussmilch, das dank Stickstoff die Konsistenz von Popcorn hat. Wunderbar frisch dazu: Sellerie und Birne als letzte alkoholfreie Begleitung.

Mit den "süßen Snacks" zum Kaffee findet eine fulminante Reise dann schließlich ihren beglückenden Abschluss: Vollmilchschokolade mit gerauchter Walnuss, Erdbeer-Vanille Macaron und für das Kind in uns: Schnüre aus Ananas-Fichte-Gelee. Zum Digestiv vom Freimeisterkollektiv resümieren wir lebhaft: Das The Noname dürfte eine der spannendsten Neueröffnungen des Jahres werden!

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