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Wandern mit Aussicht Auf dem Havelhöhenweg zum Strandbad Wannsee

Mittwoch, 16. Februar 2022
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Startpunkt: Mit Bus M49 bis Haltestelle Stößenseebrücke, alternativ S3 oder S9 bis Pichelsberg

Endpunkt: Vom S-Bahnhof Nikolassee fahren S1 und S7 zurück in die Stadt

Dauer: Für die knapp 10 Kilometer braucht man je nach Gehtempo 2,5-4 Stunden

Infos zu Streckenführung, Geschichte und interessanten Stellen am Wegrand (auch über den Fürsten Jazco) findet man auf der kostenlosen Wanderkarte der Stadt Berlin, hier erhältlich zum Download.

Wenn man im Süden aufgewachsen ist, unweit der Alpen, wirkt alles rund um Berlin ziemlich flach. Für hiesige Verhältnisse aber geht der Havelhöhenweg, der von der Heerstraße im Westen der Stadt hinaus zum Wannsee führt, durchaus als Höhenweg durch. Rund zehn Kilometer schlängelt er sich am Steilufer der Havel entlang – an den höchsten Stellen auf immerhin knapp 40 Meter!

Als ich meiner Schwester vorschlage, am Wochenende einen kleinen Ausflug zu machen, ist sie sofort dabei. Die Sehnsucht nach Natur und Bewegung an der frischen Luft ist groß – im grauen Berliner Winter, wenn das Licht allzu schnell hinter den Häuserblöcken verschwindet, umso mehr.

Wir starten an der Stößenseebrücke, die mit dem Bus einfach zu erreichen ist. Das erste Stück führt der Weg noch auf festem Grund an der Straße entlang, doch schon bald geht es links hoch in den Wald hinein. Das Hochplateau, an dessen Rand die Strecke entlangläuft, entstand vor über 10.000 Jahren, als Gletscher riesige Mengen an Geröll und Gestein zusammenschoben.

Havelhoehe I Verena Mayer (5)
Havelhoehe I Verena Mayer (3)
Havelhoehenweg Berlin (5)
Havelhoehenweg Berlin (6)
Havelhoehe I Verena Mayer (2)

Von hier oben geht der Blick zwischen den (noch) kahlen Bäumen auf die Havel, die in der schwachen Wintersonne glitzert. Ein paar Minuten stehen wir nur da und genießen die weite, unverbaute Sicht. Dann geht es weiter – nun über weichen Waldboden. Eine Wohltat für unsere asphaltgeplagten Füße.

Nach einer Weile kommen wir an einer kleinen Landzunge vorbei: Wer mag, kann hier einen Abstecher zum Schildhorn-Denkmal machen, das an die Legende vom Wendenfürsten Jaczo erinnert. Er soll, auf der Flucht vor gegnerischen Truppen, an dieser Stelle mit seinem Pferd durch die Havel geritten sein.

Schon von weitem blitzt der Grunewaldturm, unverkennbar in seinem roten Backsteingewand, durch die Bäume. Hier ist Halbzeit – und eine gute Gelegenheit für eine kleine Pause. Mit unseren selbstgeschmierten Stullen setzen wir uns auf eine Bank in die Sonne, die schüchtern durch die Wolken spitzt.

Immer wieder durchqueren wir kleine Schluchten, die das Schmelzwasser der eiszeitlichen Gletscher in die Erde gefressen hat. Am Strandbad Wannsee endet der Weg, von hier sind es noch ein paar hundert Meter bis zum S-Bahnhof Nikolassee.

Zum Abschluss werden wir noch einmal mit einem Rundblick in die Ferne belohnt – vor uns liegt die Pfaueninsel und dahinter, bei klarer Sicht erkennbar, Potsdam. Der Vorteil des Berliner Flachlands: Für die tolle Panoramasicht muss man gar nicht hoch hinaus!

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