Mittwoch bis Samstag 14-16 Uhr und 19-23 Uhr
Pars Restaurant
Grolmanstraße 53
10623 Berlin-Charlottenburg
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Das Pars in der Grolmannstraße in Charlottenburg ist einzigartig. Kein anderes Berliner Restaurant hat wohl mehr von der kaum noch vorhandenen nachwendlichen Energie dieser Stadt. Hier gehen Kunst und Küche, aber auch Handwerk und Haltung eine großartige Synergie ein. Ein 8-Gang-Menü fühlt sich im Pars an wie ein Secret Dinner und ist doch so stilvoll wie ein Abend im Fine-Dining-Restaurant.
Gastgeberin und Künstlerin Kristiane Kegelmann selbst versteht das Pars als Erweiterung ihrer künstlerischen Arbeit. Nichts wirkt zufällig, weder die Räume noch die Teller. Gemeinsam mit dem österreichischen Küchenchef Florian Sperlhofer entstand ein Gesamtkonzept, das 2025 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde und zeigt, wie selbstverständlich Gastronomie und Kunst sich begegnen können.
Sperlhofers Küche ist präzise, leise und vielschichtig. Seine österreichische Prägung trifft auf Berliner Produktbewusstsein und Techniken wie Fermentation, Reifung und vollständige Verwertung. Zutaten werden nicht inszeniert, sondern verstanden – oft reduziert, aber niemals simpel auf den Tisch gebracht. Diese Haltung zieht sich durch das gesamte achtgängige Menü, was unglaublich viel Spaß macht.
Der Reigen beginnt mit einer Tomatenwasser-Essenz aus dem letzten Sommer, verfeinert mit Schnittlauchöl und dazu einem Weizen-Chip, gefüllt mit geräuchertem Müritzaal und Chicoree in Apfel- und Mirabellensaft gekocht. Dieser erste Gruß begeistert ebenso wie der zweite: Kohlrabi in Butter gegart, zauberhaft aufgefächert mit den blanchierten Blättern des Kohlrabis in einer mild-würzigen Bergkäsesoße.
Eine lauwarme Buchtel mit Kardamom, dazu ein Würfel gesalzene Butter vom Erdhof Seewalde wird zum himmlisch guten Brotgang. Es folgt Lachsforelle mit Sanddornsoße, der fermentierte Habanero-Chili eine dezente Schärfe verleiht. Beim folgenden Kartoffelkloss, gefüllt mit Szegediner Kraut, erledigt das der wunderbar intensive Kambot Pfeffer von Conflict Food.
Der Stör kommt in Butter gebraten mit Käferbohnen aus der Steiermark, mariniert in Kürbisöl. Dazu gibt’s eine Sylter Miesmuschel-Reduktion mit Kuhmilch-Feta vom Erdhof Seewalde. Den Fleischgang macht ein Stück Oldenburger Wagyu vom Holzkohlegrill, serviert mit Maroni-Jus, laktofermentierter Kirsche, Kaffee-Schaum – wie großartig! – und Sauerklee.
Der Käsegang präsentiert sich als Eiscreme aus Friesisch Blue mit Feigenblattöl, getrockneten Maulbeeren, Bayerischen Haselnüssen und Essig-Staub. Wer keinen Blauschimmelkäse mag, gerät eventuell ins Straucheln, wird aber mit den folgenden zwei Desserts umgehend versöhnt.
Ein Flan aus der Sahne und Butter vom Erdhof Seewalde mit wilden Preiselbeeren und Mandeln aus Sizilien sowie karamellisierter weißer Bergheumilch-Schokolade und Estragon macht den Anfang und ist ebenso so gut wie das folgende „Apfelradl“ mit Braune-Butter-Eis und Pflaumenmus. – Wundervoll hierbei der zarte Duft nach Anis dank Fenchelpollen!
Das Ambiente erhöht den Genuss einmal mehr: Offene Küche, klare Materialien und Kunstwerke als selbstverständlicher Teil des Settings unterstützen die Idee eines fließenden Erlebnisses. Service und Weinbegleitung – die Weinauswahl ist übrigens hervorragend! – greifen die Ruhe des Raums auf, erklären, ohne zu erklären, begleiten, ohne zu dominieren. Gäste bewegen sich fast unmerklich zwischen Dinner, Ausstellung und Gespräch.
Das Pars zeigt, wie zeitgemäß Casual Fine Dining sein kann: neugierig, respektvoll, sinnlich. Ein Restaurant, das Luxus nicht über Opulenz definiert, sondern über Achtsamkeit. Den Lieferanten gegenüber, dem Produkt und den Mitarbeitern. All das fühlt sich ganz wundervoll an. Ruhig und friedlich. Das Pars ist ein echtes Highlight in der Berliner Gastronomieszene!
Tipp: Wer einmal hier ist, sollte sich unbedingt auch mit den fantastischen Pralinen von Pars eindecken!