Donnerstag bis Samstag 16-22 Uhr
Our Sake Club
Reichenberger Straße 36
10999 Berlin-Kreuzberg
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Wabernde Techno-Bässe durchdringen den Raum, während in den Kühlschränken vielfältige Etiketten mit japanischen Schriftzügen wie kleine Kunstwerke glänzen. Im Our Sake Club in Berlin Kreuzberg verschmelzen zwei Welten: der dunkle Charme einer japanischen Sake-Bar und die pulsierende Energie der Berliner Techno-Szene.
An einem langen, wunderschönen Eschenholztresen nehmen wir Platz. Alles ist irgendwie typisch-Berlin und doch wie in einer anderen Welt – sehr geschmackvoll, sehr japanisch, sehr modern. Die von Richie Hawtin und Laura Käding-Hawtin erdachte Bar existiert eigentlich schon seit 2020 und hat im September 2025 wieder eröffnet.
Als international bekannter Elektro- und Techno-DJ bringt Richie seine eigene DNA in die Bar: Sake und Musik, untrennbar miteinander verbunden. Zwei Turntables stehen bereit für kommende Musik-Events und Pop-ups. Diese Verbindung öffnet auch Türen, indem Richie seine Musik nutzt, um Beziehungen zu knüpfen.
„In Japan geht's immer um Beziehungen. Wenn man einander nicht kennt, ist es schwierig, Vertrauen aufzubauen", erklärt Restaurantmanager Oscar. Inzwischen trage Richie den Titel Sake Samurai für seine Verdienste an der japanischen Brauereikunst – eine Auszeichnung, die nur wenigen außerhalb Japans zuteil wird.
Hinter dem Tresen führt uns Oscar, der "Gastronomic Science" an der Slow Food University in Italien studierte, mit beeindruckendem Fachwissen durch die Welt des Sakes und erklärt uns geduldig die Grundlagen. Die Auswahl im OSC sei außergewöhnlich: 75 verschiedene Labels, darunter viele Craft-Sakes von kleinen, experimentellen Brauereien.
„Hier gibt es die beste Sake-Auswahl, die man außerhalb von Asien finden kann, insbesondere im hochqualitativen Bereich", sagt Oscar überzeugt. Er und Richard reisen regelmäßig nach Japan, besuchen Messen, spüren neue Partner auf. Der Fokus liegt auf jüngeren, innovativen Sakes, einige der Flaschen sind sonst nur innerhalb von Japan zu bekommen.
Während des Brauens benötigt Sake die volle Aufmerksamkeit. „Sake doesn't sleep", erklärt Oscar. Die Hingabe schmeckt man. Der "Junmai Ginjo" beispielsweise riecht mild und überrascht mit seiner fruchtigen Frische und Lebendigkeit am Gaumen. Der Zusatz Ginjo bedeutet, dass das Reiskorn zwischen 60 und 50 Prozent des ursprünglichen Korns poliert wurde. Dadurch entstehen feinere und vielschichtigere Aromen.
Jeder der von uns verkosteten Sakes erzählt seine eigene Geschichte. "Mizubasho Pure", ein schäumender Sake, reift etwa wie Champagner in der Flasche. Die konzentrierte Aromatik der zum Snacken gereichten gefriergetrockneten Oliven umspielen gekonnt die Zartheit des Sakes. Und auch wenn Sushi und Co natürlich grandios zu Sake passen, reicht man im OSC bewusst keine japanischen Speisen.
Stattdessen Kreationen befreundeter Köche wie Miso-Variationen von Jonas Merold oder Bar-Snacks vom Heiligen Teufel: Eingelegtes Gemüse in verschiedenen Variationen, intensiver, fermentierter Oktopus, wunderbar gereifter Parmesan, der großartig zum Sake passt. Unser Highlight: Tomatensashimi, das auf der Zunge zergeht.
Neben zahlreichen gekühlten Tropfen, werden manche Sakes auch auf 50 Grad erhitzt. Eine echte Besonderheit etwa ist der "Skey Skey Honey" für den Reis und Honig gemischt werden und später in amerikanischen Whiskeyfässern reifen. Das üppig-milde Armenfeuerwerk wird erfahrene Sake Coinoisseure ebenso vom Hocker hauen wie Sake-Einsteiger. Genau wie dieser wirklich spannende Ort, in dem Tradition auf Moderne, Japan auf Berlin trifft. Ein Glas nach dem anderen. Kanpai.
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