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Golvet Wo Nicholas Hahn nach den Sternen greift

Golvet Berlin ©Luis Bompastor-9
Karte

Öffnungszeiten

Donnerstag bis Samstag 18-22.45 Uhr

Adresse

Golvet Restaurant
Potsdamer Straße 58
10785 Berlin-Mitte
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Kontakt

...
+49 30 890 642 22
...golvet.de

Ganze 32 Meter über Berlin mit einem Panoramablick von West nach Ost – das Golvet zählt jedoch nicht nur deshalb zu den spannendsten Restaurants der Stadt. Die Küche des vielfach ausgezeichneten Sterne- und Berliner Meisterkochs Nicholas Hahn und seiner Sous-Chefin Jana Biondić ist produktfokussiert, äußerst kreativ und unglaublich ästhetisch. Gerade wurde der Michelin-Stern völlig zurecht bestätigt. Als Restaurantleiter führt Martin Wolf mit Sommelier Andrea Agosta durch den Abend.

Die oberste Etage des 20er-Jahre-Baus an der Potsdamer Straße atmet Geschichte und präsentiert sie zugleich im Außen: Siegessäule, Philharmonie und Reichstagskuppel, Potsdamer Platz und Fernsehturm, wir können uns nicht sattsehen. Berlin, wie auf einem Tablett serviert. Bar Manager Thomas Isabella kredenzt einen Aperitif. 7 Gänge sollen es werden. Wir sind gespannt.

Vorab grüßt die Küche mit Mille-feuilles aus Parmesanchip und Parmesanfrischkäse sowie Honigmelone mit einem Schinken aus Wassermelone, die durch Garen, Einfrieren, Trocknen und Würzen über drei Tage zu einem spektakulären Ereignis geworden ist. Detailverliebt und filigran geht es weiter mit zwei Sellerie-Körbchen, gefüllt mit jungen Erbsen und marinierten Radieschen nebst Dillblüten und Klee sowie in Schleifen gelegten Kohlrabistreifen in Dillöl mit geräuchertem Aal aus der Müritz. – Einfach zauberhaft.

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Wir verzichten auf die Weinbegleitung, um dem Menü unsere volle Aufmerksamkeit schenken zu können. Selbiges startet mit geschmorter Paprika als Tatar mit etwas Schnittlauch, Senf und Kapern, als Paprikasorbet, Paprikachip und Pulver von der Paprikaschale sowie Paprikasaft, dem Jalapeño und Ingwer Pep geben. Es folgt ein erneut kunstvoll angerichteter Thunfisch, roh mariniert mit einer Creme von Foie Gras, Kirschtomaten und fermentierten Erdbeeren als Vinaigrette.

Ein kleiner Spargelsalat aus weißem Spargel mit Mandeleis, zartem Crumble aus gehackten Mandeln, Yuzu-Zitrone als Chutney und einer Ziegenmilchzabaione wird zum erneut euphorisch bejubelten 3. Gang, dessen Leichtigkeit zur perfekten Grundlage für die intensive Aubergine wird. Mit fermentiertem Reis gebeizt, im Ofen gegart und mit Café-de-Paris-Sauce serviert, sorgt kunstvoll angerichtete Zucchini auf Kohlrabi und ein separat serviertes Kräuterbouquet aus Blutampfer für Frische.

Der folgende Saint-Pierre ist kurz gebraten und für eine leichte Rauchnote gegrillt. Dazu gibt es wilden blanchierten Spargel, dekorative Kräuter, eine Meerrettich-beurre blanc mit Forellenkaviar und Teardrop-Erbsen sowie ein wenig Mandelcreme. Es ist himmlisch! Genau wie die gedämpfte Zucchiniblüte, deren Kopf mit einer Farce von Jakobsmuschel und Zander gefüllt ist, den Kapuzienerkresse, Goldlauchblüte und Borretschblüte zu einer Märchenwiese machen. Ein wenig Brokkolipüree und eine sehr feine Safransoße machen das Ganze rund.

Ein erneutes Highlight wird die Wachtel: Die Brust wurde in der Pfanne kurz angebraten, mit einer Farce von Périgord-Trüffeln aufsouffliert und anschließend glasiert. Ein Trüffelornament wird zum dekorativen Detail. Blaubeercreme, Wachteljus und eine Spitzmorchel, gefüllt mit Hühnerfarce und Morchel deuxelle komplettieren den Gang. Die Keulchen kommen separat mit Blütenpollen und auf einem Heubett. Wir sind hin und weg!

Zur Erfrischung werden französische Walderdbeeren mit Zitronen-Thymian-Sirup und Blutorangensorbet und kreisrundem Zuckerchip gereicht. Gefolgt vom eigentlichen Dessert. Die Aprikose wurde in einer Kalklösung eingelegt, die eine dünne Membran entstehen lässt. Sie ist gefüllt mit Vanillecreme und ruht auf einem Aprikosensud, verfeinert mit Holundersirup und Butteressig. Eine Nocke Anis-Ysop-Eiscreme mit einem hauchdünnen Aprikosen-Cannelloni vervollständigt das Ganze ganz wundervoll.

Nicholas Hahns Menü ist eine Wucht. Warum das Golvet in diesem Jahr keinen zweiten Stern erhalten hat, bleibt uns am Ende ein Rätsel. – Ein Highlight in Berlins Sternegastronomie!

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