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Mehr als Edel-Sushi Go by Steffen Henssler Pop-Up im Ritz-Carlton

Dienstag, 25. Januar 2022
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Karte

Öffnungszeiten

Donnerstag bis Sonntag
ab 18 Uhr

Adresse

Pop Up GO by Steffen Henssler
Potsdamer Platz 3
in der Frangrances Bar im Ritz Carlton
10785 Berlin-Tiergarten
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Woran haben TV-Köche und Luxushotels richtig Spaß? Gemeinsame Sache zu machen. Ganz neu ist das nicht. Der brititsche Hellboy am Herd, Gordon Ramsay, ist schon vor Jahren internationale Kooperationen eingegangen. Jetzt aber zeigt Berlin, dass es dieses kulinarische Spiel ebenfalls beherrscht. Mit dem GO by Steffen Henssler, zu finden im wunderbaren Ritz-Carlton am Potsdamer Platz.

Es gab und gibt sie vielleicht noch, die Scheu ein Hotelrestaurant zu besuchen. Man muss die Lobby durchqueren, ehe man am Ziel seiner Gaumenwünsche ist. Doch gibt es etwas Exklusiveres und dabei Leichtfüßiges, als an den smarten Doormen vorbei auf dem roten Teppich eine Luxushotelwelt zu betreten? Durch die weitläufige marmorne Lobby mit der großen Freitreppe, vorbei an der auch für die Teatime genutzten Lounge und dem die Barkultur pflegenden Curtain Club geht es in eine Restaurantwelt, die ins Staunen versetzt.

Ehrlich gesagt, anfangs war ich skeptisch. Erst kam Tim Mälzer zur Neubespielung des La Banca im Hotel de Rome, nun folgte ihm, ebenfalls aus Hamburg, TV-Koch-Kollege Steffen Henssler. Berlin lässt sich ungerne anderswo gehypte Konzepte aufdrücken. Genau das haben das Ritz-Carlton und Henssler nicht gemacht.

Go by Steffen Henssler Pop Up I Photo by Florian Kottlewsi (1)
Go by Steffen Henssler Berlin Ritz-Carlton
Go by Steffen Henssler Pop Up I Photo by Florian Kottlewsi (2)
Go by Steffen Henssler Berlin Ritz-Carlton (1)
Go by Steffen Henssler Berlin Ritz-Carlton (3)
Go by Steffen Henssler Pop Up I Photo by Florian Kottlewsi (3)
Go by Steffen Henssler Pop Up I Photo by Florian Kottlewsi

Neben dem anfänglichen Sushi-Delivery, das uns ebenfalls begeistert und noch immer angeboten wird, ist in der ehemaligen Fragrance Bar des Luxushotels ein Restaurant auferstanden, wie es auch in London, Paris, New York und Sydney bestens funktionieren würde: Eine geschmackvolle, edle Designwelt, Braun-, Beige- und Rottöne, schwarze Säulen, Sitznischen mit hochlehnigen Wandbänken, Stuhlsesseln und niedrigen Rundtischchen, ein Metropolen-Speisezimmer mit Wohnzimmer-Behaglichkeit.

Aus der Champagnerschale eines zentral gestellten Tisches wird nachgeschenkt, Weine aus Österreich, Frankreich, Deutschland, Spanien und Argentinien. Im gedimmten Licht wirken die Performance des Cocktailshakens von Bartender Guilherme – empfehlenswert etwa die White Lady und der Negroni mit Twist – und die präzise Arbeit der Sushi-Köche wie eine feinsinnige Choreographie.

Sushi und mehr, Asia at it’s best, das GO ist angetreten, um Premium-Produkten einen Showroom zu geben. Nicht abgehoben, sondern ganz nah am Gast. Mit Spaßfaktor, darf man dazu sagen, denn die Service-Crew agiert leidenschaftlich und entspannt. Der junge Küchenchef Artemy Lopatin weiß um die Kunst der exakten handwerklichen Zubereitung und die Inszenierung auf dem Teller.

Da startet das hochwertige Cosy Dining oder entspannte Fine Dinging, beides trifft es, mit den Pimientos de Padrón ähnenlden Shishito-Peppers mit Sesam und süßem Miso, eine Finger-Knabberei, die gut zum Aperitif passt. Ebenso ein gesundes Vergnügen in Grüntönen ist der Shiitake-Salat mit Knusper und am Tisch gehobeltem Trüffel.

Der Auftakt ist so leicht, dass dem noch einige Gänge folgen dürfen. Eher müssen, denn das GO schafft es, keine Hänger innerhalb des Menüs zu haben. Vielmehr ist jeder Teller ein eigenständiger, immer das Grundprodukt in den Mittelpunkt stellender Gang, der Lust auf den nächsten macht.

Einer Etagere oder vielmehr einem floralen und lukullischem Terrassenturm gleichkommend, werden Hamachi Sashimi mit Yuzukosho, einer Paste aus Yuzu, Salz und Chilipfeffer, Austern mit Beluga-Kaviar, Thunfisch-Bauchlappen sowie Dorade mit Minze als feine Fisch-Edition serviert. Bei den japanischen Teigtaschen Gyoza erlaubt sich die Küche, die Luxusprodukte Wagyu und Fois Gras zu einer Füllung zu verbinden – edel und gelungen.

Sashimi und Nigiri könnte man wie ein Sorbet verstehen. Ein Zwischengang mit frischer und neutralisierender Wirkung, der den Gaumen auf mehr vorbereitet. Eine Besonderheit: der frisch geriebene Wasabi. Dem folgt karamellisierter Black Cod (Kohlenfisch), ein fast schon Dessert-verdächtiger, ansonsten puristischer Hauptgang.

Beim süßen Finale soll in Kürze ein weiteres Bündeln kulinarischer Kräfte eingehen. Mit dem für seine französisch-japanischen Kuchen bekannte Schöneberger Café Komine. Aufgelegt ist das GO by Steffen Henssler als Pop-up. Bis in den Sommer, dann wird man weitersehen – hoffentlich mit Verlängerung.

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