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Dunkelheit und Klarheit Den Arbeitsalltag im Winter gestalten

Dienstag, 09. Dezember 2025

Über die Autorin

Zoë Schlär ist seit fast 20 Jahren Mediatorin und versteht sich als Übersetzerin in Konfliktsituationen – sowohl im Beruflichen als auch im Privaten. Zudem ist sie Ausbilderin für Mediation, Trainerin und Systemischer Businesscoach. Für Creme Guides schreibt sie über festgefahrene Situationen, neue Begegnungsräume und das gegenseitige Verstehen, um nachhaltige Veränderung zu erreichen.

Der Winter zeigt sich nicht nur draußen. Er zieht auch in unsere Arbeitswelten ein. In Gesprächen mit Führungskräften und Teams höre ich gerade viel von Müdigkeit, innerer Unruhe und dem Wunsch nach Orientierung. Der Dezember ist eine Zeit, in der das Tageslicht knapper wird und gleichzeitig die To do Listen länger erscheinen. Während das Jahr seinem Ende entgegengeht, steigt oft der Druck, noch etwas abschließen zu müssen, bevor die Büros ruhiger werden.

Dabei verwandelt sich diese Zeit jedes Jahr in einen besonderen Zwischenraum. Ein Raum, in dem sich Menschen nach Wärme sehnen und zugleich oft erschöpft sind, was zu kurzen Reaktionen und einer gewissen Kühle führen kann. Eine Phase, in der die Stimmung leicht kippt, weil so vieles gleichzeitig erledigt werden möchte. Vielleicht ist gerade jetzt ein guter Moment, um innezuhalten und sich zu fragen, wie wir diese Wochen bewusst gestalten können.

Zuhören ohne sofort zu reagieren
Wenn wir müde sind, hören wir häufig nur noch das, was uns bestätigt oder irritiert. Doch echtes Zuhören kann gerade jetzt wohltuend sein. Ein Moment, in dem jemand wahrnimmt, was gesagt wird, ohne zu bewerten, öffnet wieder Verbindung. Es schafft einen kleinen, klaren Raum inmitten von Terminen und Jahresenden.

Die eigene Belastung sichtbar machen
Viele halten durch, während sie innerlich längst erschöpft sind. Wer offen sagt, dass die Reserven geringer sind, macht Zusammenarbeit leichter. Es entsteht ein Klima, in dem Verständnis wachsen kann, statt stiller Erwartungen, die niemand erfüllen kann.

Bewegung und Licht suchen
Der Winter lädt ein, langsamer zu werden. Ein kurzer Spaziergang zwischen zwei Terminen oder ein Gespräch im Gehen verändert die Perspektive. Viele Konflikte verlieren an Schärfe, wenn sich Körper und Gedanken gleichzeitig bewegen dürfen.

Ein kleiner Schokoweihnachtsmann wirkt manchmal Wunder
Manchmal braucht es im Winter nur eine kleine Geste, um die Atmosphäre zu verändern. Ein still hingelegter Schokoweihnachtsmann für die Lieblingskollegin oder den Lieblingskollegen ist kein großes Geschenk, aber ein leiser Hinweis: Ich sehe dich. Ich weiß, dass dieses Jahr viel von uns verlangt hat. Solche kleinen Zeichen schaffen Nähe, ohne Worte zu brauchen.

Übergänge liebevoll gestalten
Das Ende eines Jahres hat eine stille Kraft. Es erinnert uns daran, was wir geschafft haben, wo wir gewachsen sind und was wir loslassen wollen. Kleine Rituale im Team, ein Moment des Rückblicks oder ein stiller Wunsch für die kommenden Wochen geben Orientierung und schaffen Nähe.

Der Winter verlangt nicht, dass wir perfekt funktionieren. Er lädt uns ein, bewusst miteinander umzugehen, achtsam in Gespräche zu gehen und uns selbst nicht aus dem Blick zu verlieren. Wenn wir das tun, entsteht etwas, das in dieser Jahreszeit besonders wertvoll ist: Klarheit, die wärmt.

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