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Lieblingsbücher für kleine und große Reisen

Der Sommer ist zum Lesen und Träumen da. Egal ob wir am Strand, auf dem Balkon oder am See liegen, mit jedem Buch begeben wir uns auf eine neue Reise, entdecken neue Welten. Manchmal neue Länder, ein anderes mal tauchen wir in die Leben Anderer ein und erforschen neue Kulturen. Unsere heutigen Empfehlungen führen uns nach Nigeria, Frankreich, Deutschland und England. Sie erzählen Geschichten, über die Leben einzelner Menschen und zeichnen dabei gleichzeitig leise und klar Gesellschaften. Tiefbewegend, manchmal traurig, mit einem Hauch Tragik, aber vor allem mit einer intensiven Menschlichkeit ziehen sie uns in ihren Bann. Einmal angefangen, lassen sie sich kaum aus der Hand legen...

Aber: sie passen in jedes Handgepäck.

Nähere Details zu den einzelnen Büchern finden Sie über das Anklicken der orange markierten Namen!

Meine Schwester, die Serienmörderin von Oyinkan Braithwaite

Oyinkan Braithwaite hat eine völlig verrückte, feurig sarkastische Geschichte geschrieben: Die Schwestern Ayoola und Korede könnten unterschiedlicher nicht sein, Ayoola ist freiliebig und umtriebig, Korede pflichtbewusst und praktisch veranlagt. Ayoola hat die Angewohnheit, sich mit Männern einzulassen und sie anschließend umzubringen — beim Beseitigen der Leichen hilft Korede ihrer Schwester, denn als Krankenschwester verfügt sie über das notwendige Wissen für derartige Unternehmungen. Sinnvollerweise werden sie so zum Bündnis gegen mächtige, gewaltätige Männer, gegen die das System natürlich nichts unternimmt. Wirklich problematisch wird das ungewöhnliche Hobby der Schwestern erst, als sich Koredes Schwarm Tade in Ayoola verliebt und Korede langsam dämmert, dass mit ihrer Schwester vielleicht doch irgendetwas nicht stimmen könnte …

Eine zynisch-feministische Großstadtgeschichte in Nigeria — kurzweilig, aber explosiv.

Wie später ihre Kinder von Nicolas Mathieu

Nicolas Mathieu erzählt von vier heißen Sommern in den Neunziger Jahren im Osten Frankreichs. Die Jugendlichen Anthony, Hacine, Steph und ihre Freund*innen haben Pläne, wollen lieben, hoch hinaus, träumen vom Leben außerhalb ihrer durchschnittlichen Kleinstadt in der Provinz. Die Hitze flirrt über Abende am See, verheimlichte Liebe und anfängliche Intimität, den ersten Rausch. Langeweile und jugendlicher Übermut stiften zu Unsinn an, aber irgendwann, da wird alles einmal besser sein, sie werden abhauen von da, wo sie herkommen, voller Sehnsucht nach Trost und Hunger auf das Leben. Wie später ihre Kinder zeichnet die am Rande Liegengelassenen ohne zu bewerten, beschreibt innere und äußere Konflikte auf eine Weise, die beim Lesen mitleben lässt, welche Wege Anthony, Hacine und die anderen einschlagen.

Marianengraben von Jasmin Schreiber

Wie schön kann ein Buch sein, dass mit dem Tod beginnt?

Paula verliert ihren kleinen Bruder und stürzt in tiefe Traurigkeit, fürchtet sich davor, das Grab ihres Bruders zu besuchen, während die Sonne scheint und die Welt wach ist. Im Schutz der Dunkelheit klettert sie eines nachts über die Friedhofsmauer, steht zum ersten Mal vor dem Stein, auf dem der Name ihres Bruders steht. Bis sie bemerkt, dass sie nicht alleine ist. Auch Helmut, ein älterer Mann, nutzt die Nacht, denn er hat nichts weniger im Sinn, als die Urne seiner Freundin Helga auszugraben und mit ihr loszureisen.
Paula und Helmut freunden sich an, finden ineinander Trost und fühlen sich verstanden. Kurzerhand begleitet Paula Helmut in seinem Wohnmobil mit Helga und Hund im Gepäck nach Südtirol auf eine Reise durch die Berge.

Auf Gipfeln und Pässen, an Seen und auf Bergwiesen erzählt „Mariannengraben“ davon, wie heilsam sanft-melancholische Verbundenheit sein kann.

Offene See von Benjamin Myers

Der junge Engländer Robert sehnt sich nach Freiheit, möchte raus in die Welt, einmal das Meer sehen, bevor er wie all die Männer seiner Familie im Bergbau arbeiten wird. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg macht er sich auf, wandert in Richtung Küste, zur Offenen See, erlebt berauschende Freiheit in der Natur, weite Hügel und ewige Wiesen. An der Küste begegnet er Dulcie, einer unkonventionellen, allein lebenden Dame. Dulcie läd Robert ein auf ihr verwunschenes Cottage, nimmt ihn mit in ein Leben, das vollkommen anders ist als alles, was er zuvor kannte. In langen Gesprächen entwickelt sich eine besondere Beziehung, zärtlich menschlich, bis sich langsam herausstellt, dass Dulcie nicht ohne Geheimnisse ist …

Eine warmherzige, kluge Geschichte über eine Wanderung in ein anderes Leben und die Kraft menschlicher Beziehungen.

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