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Breslau Unsere Highlights und Geheimtipps in der Oderstadt

Breslau Altstadt ©Archive of Municipality of Wrocław

Drei Tage waren wir im Mai in Breslau und haben die Stadt erkundet. Wrocław, wie Breslau auf Polnisch heißt, vereint vieles, was wir an Städtereisen lieben: eine spannende Geschichte, viel Wasser, hervorragende Restaurants und eine erstaunliche Gelassenheit. Über 100 Brücken verbinden die Inseln und Ufer der Oder miteinander und verleihen der Stadt eine, wenn auch großstädtische, venezianische Atmosphäre. Nicht ohne Grund wird Breslau auch als „das Venedig Polens“ bezeichnet.

Die bewegte Geschichte der Stadt ist bis heute sichtbar. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden große Teile Breslaus zerstört; die Altstadt wurde jedoch mit viel Liebe zum Detail historisch rekonstruiert. Besonders eindrucksvoll ist das prachtvolle Rathaus am Rynek, dessen älteste Teile bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen und das heute zu den bedeutendsten gotischen Rathäusern Europas zählt.

Am schönsten fanden wir es auf der Dominsel, der Ostrów Tumski, dem ältesten Teil der Stadt. Besonders romantisch wird es dort bei Einbruch der Dunkelheit, wenn ein Laternenanzünder die historischen Gaslaternen von Hand entzündet. Aber auch bei Tag kann man sich hier ganz wunderbar treiben lassen oder auf dem Dach des Hotels The Bridge einen Drink nehmen und die Aussicht genießen.

Sehr empfehlen können wir, Breslau mit einem privaten Guide zu erkunden. Die vielen Geschichten und versteckten Orte machen die Stadt noch einmal deutlich lebendiger. Wer Kultur liebt, sollte unbedingt die prachtvolle Aula Leopoldina der Universität besuchen sowie das beeindruckende Nationale Musikforum, dessen Architektur und Akustik uns nachhaltig begeistert haben.

Auch die Jahrhunderthalle, UNESCO-Welterbe und Meilenstein des Stahlbetonbaus, lohnt einen Besuch. Besonders spannend ist hier der Vier-Kuppel-Pavillon mit seiner Sammlung moderner polnischer Kunst. Gleich daneben laden der Japanische Garten und die weitläufigen Parkanlagen zum Spazieren ein.

Kulinarisch hat Breslau ebenfalls viel zu bieten. Unser persönliches Highlight war das Restaurant Baba, wo vom Interieur über den Service bis zur Küche einfach alles stimmte. Ebenfalls empfehlen können wir das Młoda Polska sowie das Ida. Für Eisliebhaber sind Barton Lody und Polish Lody Pflicht, während Kwiaty i Kawy x Słodki Chłopak zu den charmantesten Café-Adressen der Stadt zählt.

Zum Übernachten empfehlen wir das traditionsreiche Hotel Monopol, das ein wunderbarer Ausgangspunkt für die Erkundung der Stadt ist. Auf dessen Dach gibt es ein hervorragendes Restaurant, von dessen Terrasse man zudem einen herrlichen Blick über die Stadt hat. Wer es frisch modernisiert mag, dem gefällt vielleicht auch das unweit gelegene Hotel Altus Palace.

Zwischen Zwergensuche, Bootstour und Markthallenbesuch sollte man sich in Breslau aber vor allem eines gönnen: Zeit. Zeit, um immer mal wieder auf einer der zahllosen Bänke Platz zu nehmen, die es überall in der Stadt in beneidenswerter Menge gibt. Und Zeit um an der Oder die Boote vorbeiziehen zu sehen und das entspannte Tempo von Breslau auf sich wirken zu lassen.

Mehr zu unseren Highlights in Breslau erfahren Sie in Folge ...

Das Hotel Monopol

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Impressionen Breslau  ©Jttka Zimmermann-40
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Impressionen Breslau  ©Jttka Zimmermann-43

Wer historische Grandhotels liebt, für den ist das Hotel Monopol genau das Richtige. Das traditionsreiche Haus wurde 1892 eröffnet und zählt bis heute zu den bekanntesten Hotels Polens. Im Laufe seiner Geschichte beherbergte es Künstler:innen, Politiker und Persönlichkeiten, wie Marlene Dietrich, Lilian Harvey Picasso oder Joachim Ringelnatz. Nach einer aufwendigen Restaurierung verbindet das Monopol heute historischen Charme mit zeitgemäßem Komfort. Besonders schön sind die erhaltenen Details des Gebäudes und die zentrale Lage zwischen Altstadt und Oper. Unser Tipp: Unbedingt einen Drink oder ein Abendessen auf der Dachterrasse genießen – der Blick über die Dächer Breslaus gehört zu den schönsten der Stadt.

Alternativ ist auch das unweit gelegene Hotel Altus Palace eine stilvolle Adresse. Es liegt direkt an einem Park und die Zimmer sind frisch renoviert. Kleiner Nachteil: Das prämierte Restaurant, in dem das Frühstück serviert wird, liegt im Untergeschoss.

Das Restaurant Baba

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Restaurant Baba Breslau
Restaurant Baba Breslau  ©Jttka Zimmermann
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Wenn man in Breslau nur in einziges Restaurant besuchen möchte, dann sollte es das Baba sein. Unser Besuch dort war in vielerlei Hinsicht ein Höhepunkt unserer Reise. Das begann bereits beim Interieur mit seinen grün lackierten Einbauten, viel spannender Kunst und zahllosen Detail, die einen ganz eigenen Stil kreieren. Dazu der charmante, angenehm lässige Service – perfekt!

Hinter dem Baba steht die renommierte Köchin Beata Śniechowska, die in Polen eine feste Größe ist. Sie wurde 2026 zur ersten Frau Polens, deren Restaurant mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Ihre Küche verbindet regionale Produkte mit modernen Techniken und großer Leichtigkeit.

Schon der alkoholfreie Spritz zu Beginn war ein Fest. Es folgten Spargel mit Dicken Bohnen, Hühnerjus, Eigelb und Rückenspeck vom lokalen Metzger sowie Kabeljau mit buttriger Weinsauce, jungem Kohl und Spargel. Unvergessen auch das Dessert: Schokoladenmousse mit Arabica-Baiser und Olivenöl. – Kein Wunder, dass das Baba heute zu den besten Restaurants Polens zählt!

Ebenfalls lohnenswert ist das vom Guide Michelin empfohlene Restaurant Ida!

Das Nationale Musikforum

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Das Nationale Musikforum gehört zu den eindrucksvollsten Kulturbauten Breslaus. Erst 2015 eröffnet, zählt es heute zu den modernsten Konzerthäusern Europas und beherbergt vier Säle mit außergewöhnlicher Akustik. Der markante Bau am Plac Wolności wurde vom Architekturbüro Kuryłowicz & Associates entworfen und ist von Musikinstrumenten inspiriert. Uns hat bei unserem Besuch vor allem die Atmosphäre begeistert: Schon das lichtdurchflutete Foyer ist spektakulär, die Akustik im Konzertsaal schlicht herausragend. Auch wenn Sie hier kein Konzert besuchen, sollten Sie diesen Ort nicht verpassen.

Die Dominsel Ostrów Tumski

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Die Dominsel Ostrów Tumski ist das historische Herz Breslaus und zugleich einer der romantischsten Orte der Stadt. Hier entstand im 10. Jahrhundert die erste Siedlung, lange bevor Breslau zu einer bedeutenden Handelsmetropole wurde. Heute prägen prachtvolle Kirchen, Kopfsteinpflaster und historische Bürgerhäuser das Bild. Besonders magisch wird es bei Einbruch der Dunkelheit: Dann entzündet ein Laternenanzünder wie seit jeher von Hand die über 100 Gaslaternen der Insel – eine Tradition, die in Europa nur noch selten zu finden ist. Wer Breslau besucht, sollte sich diesen Spaziergang keinesfalls entgehen lassen.

Zwerge

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Breslau Zwerge ©Tadeusz Zachwieja
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Wer durch Breslau spaziert, begegnet ihnen überall: den berühmten Zwergen. Mittlerweile sollen es über 800 sein. Mal sitzen sie auf Fensterbänken, mal fahren sie Motorrad oder hängen sogar an Straßenlaternen. Ihren Ursprung haben die kleinen Figuren in der „Orangenen Alternative“, einer oppositionellen Bewegung der 1980er Jahre, die mit humorvollen Zwergen-Graffitis und Zwergen-Demonstrationen gegen das kommunistische Regime protestierte. Der erste bronzene Zwerg wurde 2005 aufgestellt, seither sind unzählige weitere hinzugekommen. Die Suche nach ihnen ist längst zu einem charmanten Spiel für Groß und Klein geworden und vielleicht die schönste Art, Breslau zu entdecken.

Bootstour ab Przystań Kardynalska

Bootstour  Breslau ©Archive of Municipality of Wrocław
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Bootstour Breslau  ©Jttka Zimmermann-1
Bootstour Breslau  ©Jttka Zimmermann

Eine Bootstour auf der Oder, beispielsweise mit City Boats, sollte man sich ebenfalls nicht entgehen lassen. Besonders schön fanden wir die Fahrt ab der Przystań Kardynalska auf der Sandinsel, von wo man die Stadt aus einer neuen Perspektive entdecken kann. Gemächlich geht es vorbei an der romantischen Dominsel, dem Botanischen Garten und unter zahlreichen Brücken hindurch, von denen es in Breslau mehr als 100 geben soll. In der Ferne sieht man die Hochhäuser am Plac Grunwaldzki, die wegen ihrer markanten Silhouette auch „Manhattan“ genannt werden. Besonders gefallen hat uns aber das Leben am Wasser: Überall saßen Menschen auf Treppen, Bänken und an Uferpromenaden, um die Sonne zu genießen. Kaum eine andere Stadt haben wir so eng mit ihrem Fluss verbunden erlebt.

Markthalle Hala Targowa

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Die Hala Targowa gehört zu den schönsten Orten Breslaus, um das alltägliche Leben der Stadt zu beobachten. Die zwischen 1906 und 1908 errichtete Markthalle beeindruckt bereits von außen mit ihrer Backsteinfassade und der für die Zeit innovativen Stahlbetonkonstruktion. Im Inneren verkaufen Händler bis heute Obst, Gemüse, Blumen, Käse und regionale Spezialitäten. Besonders schön fanden wir die Mischung aus Markt und Nachbarschaftstreffpunkt: Hier kaufen Einheimische ein, plaudern miteinander und erledigen ihre Besorgungen. Wer Breslau nicht nur als Sehenswürdigkeit, sondern als lebendige Stadt erleben möchte, sollte unbedingt durch die Hala Targowa schlendern.

Vertigo Jazz Club

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Wer in Breslau einen Abend mit Live-Musik verbringen möchte, ist im Vertigo Jazz Club genau richtig. Der 2015 eröffnete Club unweit des Marktplatzes zählt zu den wichtigsten Jazz-Adressen Polens und bietet nahezu täglich Konzerte, von Jazz und Blues bis Swing und Soul. Bei unserem Besuch haben wir das Vertigo Swing Orchestra erlebt, das in regelmäßigen Abständen hier auftritt. Die intime Atmosphäre, die hervorragende Akustik und die Begeisterung des polnischen Publikums haben den Abend zu einem weiteren Highlight gemacht. Ein wunderbarer Ort, um Breslau von seiner musikalischen Seite kennenzulernen.
Fotos ©Karina Otrezova

Eisdielen Barton Lody & Polish Lody

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Für gutes Eis sollte man in Breslau unbedingt zwei Adressen kennen: Lody Barton und Polish Lody. Barton ist eine echte Institution der Stadt und verkauft bereits seit 1971 Eis. Generationen von Breslauern sind mit den Sorten des Traditionsunternehmens aufgewachsen. Polish Lody wiederum ist für viele die kultigste Eisdiele der Stadt: Lange Schlangen vor den Läden gehören fast schon dazu. Uns haben beide Konzepte sehr gut gefallen –Barton seiner Tradition wegen, Polish Lody wegen der wunderbar cremigen Sorten und der lebendigen Atmosphäre. An warmen Tagen gehört ein Eis in Breslau einfach dazu.

Kwiaty Kawy x Słodki Chłopak

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Für eine Pause zwischen Stadtbummel und Museumsbesuch ist das Kwiaty Kawy i Słodki Chłopak ein besonders charmanter Ort. Das Konzept verbindet Café, Konditorei und Blumenladen unter einem Dach; eine ungewöhnliche Kombination, die erstaunlich gut funktioniert. Neben Kaffee vom Barista werden hausgemachte Kuchen und süße Backwaren aus der populären Konditorei Słodki Chłopak serviert. Die üppigen Blumenarrangements sorgen zudem für eine gartenartige Atmosphäre – perfekt für eine Auszeit vom Großstadttrubel. Wer die Inhaberin Lucyna Schumacher antrifft: sie ist super nett, spricht fließend Deutsch und hat jede Menge Geheimtipps für Breslau.

Ebenfalls sehr nett in einem Innenhof gelegen ist das Café Charlotte, in dem es herrliches französisches Backwerk und eine leichte Bistro-Küche gibt.

Jahrhunderthalle mit Pavillon & Garten

Jahrhunderthalle Breslau
Vier Kuppel Pavillion
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Vier Kuppel Pavillion ©Jttka Zimmermann
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Japanischer Garten Breslau ©Archive of Municipality of Wrocław

Die Jahrhunderthalle gehört zu den bedeutendsten Bauwerken Breslaus. Sie wurde 1913 nach Plänen des Architekten Max Berg errichtet. Als Meisterwerk des Stahlbetonbaus zählt sie heute zum UNESCO-Welterbe. Mindestens so begeistert waren wir von der Umgebung: Im benachbarten Vier-Kuppel-Pavillon befindet sich das Museum für Gegenwartskunst mit Werken bedeutender polnischer Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts. Gleich daneben lädt der Japanische Garten mit Brücken, Teichen und sorgfältig gestalteten Pflanzen zum Verweilen ein. Ein wunderbarer Ort, an dem Architektur, Kunst und Natur sehr charmant zusammenfinden.

Aula & Turm Leopoldina

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Aula Leopoldina Breslau

Die Aula Leopoldina und der Mathematische Turm der Universität Breslau zählen zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die barocke Aula wurde zwischen 1728 und 1732 erbaut und nach Kaiser Leopold I., dem Gründer der Universität, benannt. Mit ihren Fresken, Stuckarbeiten und Skulpturen gilt sie als einer der bedeutendsten Barocksäle Polens. Wer die prächtige Kaisertreppe hinaufsteigt, gelangt zum Mathematischen Turm, der im 18. und 19. Jahrhundert als Sternwarte diente. Von der Aussichtsterrasse eröffnet sich einer der schönsten Ausblicke über Breslau: auf die Oder, die Dominsel und die Dächer der Altstadt. Ein Ort, an dem sich Wissenschaft, Geschichte und Architektur auf wunderbare Weise verbinden.

Bänke und kleine Grünflächen

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Und noch etwas hat uns in Breslau begeistert: die vielen Orte zum Verweilen. Überall in der Innenstadt laden ungewöhnliche viele Bänke, kleine Plätze und Uferpromenaden dazu ein, eine Pause einzulegen und das bunte Treiben zu beobachten. Wrocław verfügt über 44 Parks und öffentliche Grünanlagen mit zusammen rund 800 Hektar Fläche. Gleichzeitig wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Uferbereiche der Oder zu attraktiven Boulevards und Aufenthaltsorten umgestaltet. Wer durch Breslau spaziert, wird feststellen, dass öffentlicher Raum hier nicht nur zum Durchqueren gedacht ist, sondern vor allem zum Verweilen.

Guide

Breslau Guide Monika Trznadel
Breslau Rathaus
Breslau Marktplatz 1
Breslau Martplatz
Breslau Marktplatz 2

Wer nach Breslau reist, sollte die Stadt unbedingt mit einem Guide erkunden. Mindestens bei einer Stadtführung, noch besser aber mit einem persönlichen Guide. Wir waren superglücklich mit Monika Trznadel, die hier groß geworden ist und die Geschichte der Stadt aus dem EffEff kennt. Sie hat uns viele versteckte Orte gezeigt und wusste auf alles eine Antwort. Buchungsanfragen können Sie via E-Mail senden an monika_ag@wp.pl.

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