Mittwoch bis Sonntag 12-20.30 Uhr
Goldadelux
Erkelenzdamm 45
10999 Berlin-Kreuzberg
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Manche Gerichte bündeln auf wundervolle Weise Erinnerungen an die Heimat. Das Sabich gehört zweifellos dazu. In Israel ist das gefüllte Fladenbrot mit Aubergine, Ei, Kartoffeln und Tahini ein Alltagsklassiker. In Berlin allerdings hat kaum jemand so sehr dazu beigetragen, dieses Gericht bekannt zu machen, wie die Macher des Goldadelux am Erkelenzdamm in Kreuzberg.
Hinter dem Konzept stehen Avi Levi und Chef Yuval Tidhar, die das Goldadelux im Jahr 2020 zunächst als Pop-up ins Leben riefen. Nach verschiedenen Stationen in der Stadt fand das Projekt schließlich seinen festen Platz am Wassertorplatz. Von Beginn an stand dabei ein Gericht im Mittelpunkt: Sabich. Statt die Speisekarte immer weiter auszubauen, entschieden sich die Gründer bewusst für das Motto „weniger ist mehr“ und optimieren die wenigen Gerichte lieber immer weiter.
Heute zählt das Goldadelux zu den beliebtesten Streetfood-Adressen der Stadt. Das Restaurant selbst spricht von „Fine Street Dining“ und tatsächlich steckt in den Gerichten deutlich mehr Präzision und handwerklicher Anspruch, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Alle Produkte werden im Haus hergestellt. Vor allem die köstlichen Soßen. Die Küche arbeitet überwiegend pflanzenbasiert und legt großen Wert auf hochwertige Zutaten.
Neben den vegetarischen Optionen gibt es aktuell aber auch ein ganz hervorragendes Special mit Pulled Beef, das uns sehr gefallen hat. Alle Sabich-Versionen gibt es im Übrigen wahlweise in einem halben oder ganzen Pitabrot sowie als Bowl. Letztere kam bei uns ebenfalls gut an. Egal wie, alles ist einfach großartig komponiert und umwerfend gut bei Goldadelux. Sogar der Chai Tea kommt hier nicht einfach mit Milch, sondern mit geschlagener Kaffeesahne.
Der Star der Karte ist und bleibt aber das Sabich. In die frisch gebackene Pita kommen seidige Auberginen, Kartoffeln, Ei, Tahini, Harissa, eingelegte Zitrone und weitere Zutaten, die zusammen eine beeindruckende Balance aus Cremigkeit, Säure und Würze ergeben. Das Gericht geht auf die Küche irakischer Juden zurück und wurde später in Israel populär. Das Goldadelux-Team interpretiert den Klassiker mit viel Respekt vor seiner Geschichte, vor allem aber mit extrem viel Leidenschaft.
Ein Besuch lohnt sich jedoch nicht nur wegen des Sabich. Auch hausgemachte Getränke und Desserts haben sich über die Jahre einen Namen gemacht. Das French Toast beispielsweise, das wir bei unserem Besuch zum Nachtisch hatten, ist möglicherweise ebenfalls das beste seiner Art in Berlin: zu der dicken im Butter gebratenen und mit Vanille-Rooibos-Sirup übergossenen Brioche-Scheibe gibt es Schlagsahne, die vor dem Aufschäumen aufwendig mit Popcorn gekocht und so aromatisiert wurde. Das schmeckt einfach fantastisch!
Das kleine Lokal mit seiner messingfarbenen Theke und den wenigen Sitzplätzen versprüht dabei genau jene entspannte Kreuzberger Atmosphäre, die man sich für ein schnelles Mittagessen oder einen ausgedehnten Snack in der Sonne wünscht. Wer keinen Platz mehr findet, setzt sich einfach auf den nahegelegenen Wassertorplatz und genießt sein Sabich im Freien.