Donnerstag + Freitag 12-18 Uhr
Samstag 10-14 Uhr
La Miche
Crellestraße 2
10827 Berlin-Schöneberg
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Die Microbäckerei La Miche in der Crellestraße in Schöneberg wird ganz allein von nur einer Person gestemmt. Seit Anfang Juli bäckt die Französin Aurélie Guyon in ihrer kleinen Backstube wundervolle Brote und leicht gesüßtes Gebäck für die Nachbarschaft. Ihr Handwerk hat die gebürtige Bretonin in einer renommierten Backschule in Frankreich gelernt.
Kaum etwas könnte wohl zeitgemäßer sein als eine Nachbarschaftsbäckerei. Sie ist der Inbegriff von Gemeinschaft und liefert zugleich eines der ältesten Lebensmittel der Menschheit. Bei La Miche geht es um das Wesentliche. Gebacken wird aus Sauerteig. Auch die süßen Teilchen.
Es gibt vier verschiedene Brote, darunter eines aus Roggen, ein hervorragendes Olivenbaguette und natürlich ein richtig gutes klassisches französisches Baguette. Sie alle werden ab 5 Uhr morgens von Aurélie Guyon direkt neben dem Verkaufstresen gebacken. Die Zutaten sind selbstverständlich Bio. Das erwähnt man bei La Miche aber noch nicht mal, dass sei selbstverständlich.
Und dann gibt es da noch La Pompe, ein traditionelles Hefegebäck aus Südfrankreich, das mit Olivenöl zubereitet wird. Aurélie Guyon fertigt es in einer Naturversion und als La Pompe Fruits in zwei saisonal wechselnden Versionen – aktuell sind das Apfel und Pflaume. Es gibt wunderbar duftende Zimtschnecken und Brioche, gefüllt mit Karamell und Apfel.
Aurélie Guyon hatte ursprünglich Kunstgeschichte studiert. Vor 15 Jahren kam sie nach Berlin, um in einer Galerie zu arbeiten. Schnell war jedoch klar, dass dies nicht ihre Leidenschaft werden würde. Sie begann in der Gastronomie zu arbeiten und in Bäckereien wie Domberger oder Gorilla. Hier entdeckte sie auch ihre Leidenschaft fürs Backen.
Zunächst experimentierte sie nur für Freunde. Doch irgendwann wollte sie mehr. Sie machte eine Ausbildung an einer renommierten französischen Schule fürs Brotbacken, erhielt in einem Ausnahmeverfahren die Zulassung zum Brotbacken von der Berliner Bäcker-Innung und eröffnete in ihrem eigenen Kiez La Miche. Ihr Mann, der Münchner Felix Walser, hilft gelegentlich im Verkauf.
Während unseres Besuchs kommt er aus dem Grüßen beinahe nicht heraus. Ständig steckt jemand aus der Nachbarschaft den Kopf zur Tür herein. Schade, dass wir nicht in der Crellestraße wohnen und hier täglich unser frisches Brot kaufen können, denken wir, als wir uns auf dem Heimweg machen. Mit einer Tüte Haferkekse in der Hand. – Köstlich!