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#Kulturfindetstadt „Die Zivilisation der Mauern ist am Ende“, James Noël in der Klosterruine

Mittwoch, 06. Januar 2021
Kunst
Karte

Öffnungszeiten

Montag bis Sonntag, 10 - 18 Uhr

Adresse

Klosterruine Berlin

Klosterstr. 73a
10179 Berlin
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2021 ist da, der Lock Down wurde wie erwartet verlängert und wir tasten uns alle langsam vor in dieses neue Jahr. Natürlich sind nach wie vor alle Galerien, Project Spaces, Museen und Institutionen geschlossen, dennoch: Kunst und Kultur findet statt und ist vor allem im Stadtraum erlebbar, zum Beispiel in der historischen Mitte Berlins.

Die Ruine der Ende des 13. Jahrhundert erbauten Franziskanerklosterkirche gilt als letztes Zeugnis der Berliner Klosterkultur und wurde schon ab 1982 von Ostberliner Bildhauer*innen kulturell genutzt. 2016 übernahm das Bezirksamt Mitte und seither werden “Künstler*innen eingeladen, neue Perspektiven auf und für die Ruine der Franziskaner Klosterkirche zu öffnen.“

In der mehrjährigen Reihe “Unfinished Histories“ dreht sich alles um das Verhältnis von Geschichte zur Poesie. Im Zentrum stehen Multimedia Licht Installationen, die abwechselnd von verschiedenen Künstlern bespielt werden und die auch während der saisonalen Schließung täglich zwischen 10 und 20 Uhr von außen einsehbar sind!

#Kulturfindetstadt (9)

Ideal also für unsere derzeitige Situation.

Ab dem 8. Januar bis einschließlich 28. Februar 2021 gibt es ein besonderes Schmankerl, denn James Noël, einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Haitis überhaupt, der gerade erst 2020 in Berlin für seinen ersten Roman „Was für ein Wunder“ mit dem Internationalen Literaturpreis ausgezeichnet wurde, wird die Klosterruine bespielen.

Er zeigt Fragmente des Gedichtes “La Migration de Murs“, das er bereits 2012 anfing zu schreiben und als seine Reaktion auf  “Die Verbreitung und Störung von Mauern“ bezeichnet. Es ist ein fortlaufendes Werk in dem Noël eine Welt jenseits der trennenden und oft grausamen Architektur und Macht von Mauern entwirft. Das in der Klosterruine gezeigte Gedicht erforscht nicht nur jeden Winkel mit allen Sinnen, Noël nimmt dabei amüsiert und gnadenlos nicht nur den ausweglosen heutigen Zustand des Klosters vorweg:

“Die Zivilisation der Mauern ist am Ende“ – Ein Impuls für diesen Jahresanfang der uns alle zur Innenschau und Reflektion auffordert, besonders auch als “Gemeinschaft“ in unserer heutigen Gesellschaft. Wo stehen wir und wo bewegen wir uns hin?

Eines steht jedenfalls fest, wie keine andere Stadt weltweit, wurde Berlin durch seine Mauer geprägt und bestimmt, erst durch den Bau und die Trennung der Stadt, dann durch ihren Fall. Wieviel Mauer haben wir aus den verschiedensten Gründen jeden Tag in unseren Köpfen?

In diesem Sinne, Happy New Year and tear down these walls!

 

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