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Klassik Highlights Herausragende Konzerte in Berlin

Montag, 17. August 2026
Joana Mallwitz (Credit_ Simon Pauly)-2

Berlin hat nicht nur die Berliner Philharmoniker, sondern zahlreiche weitere hervorragende Sinfonie-Orchester. Ganz zu schweigen von drei großen Opernhäusern und der Kammermusik. Das gibt genug Stoff, um Ihnen jeden Monat einen Einblick in die spannendsten Klassik-Konzerte und Premieren zu geben.

Zum Start der neuen Spielzeit gibt es mit dem Musikfest (28.8. bis 23.9.) und Top-Orchestern aus aller Welt gleich ein Highlight. Wir haben für Sie Konzerte von Orchestern ausgewählt, die nicht alle Tage in Berlin zu erleben sind und die ein besonderes Programm bieten.

György Ligetis Endzeitgroteske „Le Grand Macabre“ eröffnet das Musikfest (Freitag, 28.8., 19 Uhr, Philharmonie). Die „Anti-Anti Oper“, wie der Komponist das 1978 entstandene Werk selbst nannte, wird halbszenisch vom Finnish Radio Symphony Orchestra und dem Helsinki Chamber Choir unter Nicholas Collon aufgeführt.

Nähere Details zu den einzelnen Orten finden Sie über das Anklicken der orange markierten Namen!

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Le Concert des Nations mit Jordi Savall

Der 85-jährige Gambist und Dirigent Jordi Savall ist einer der führenden Vertreter einer historischen Aufführungspraxis. Kaum jemand hat sich um die Alte Musik und ihrer Erforschung so verdient gemacht wie der Katalane. Darüber hinaus interpretiert er immer wieder Werke der Wiener Klassik bis zur frühen Romantik. Beim Musikfest spielt er mit seinem gefeierten Ensemble Le Concert des Nations drei Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy. Seine 3. Sinfonie, die „Schottische“ (Fassung von 1843) entstand nach einer Reise in den Norden der britischen Insel. Schottland war ein Sehnsuchtsort. In der Musik fing er das Wetter wie auch schottische Volksmusik und Literatur ein. Die heitere 4. Sinfonie trägt den Beinamen „Italienische“ (Fassung von 1834). Auch hier wurde der reiselustige Komponist von einem Trip inspiriert. Ergänzt wird das Programm durch die Konzert-Ouvertüre „Die Hebriden“, die er auf seiner Schottland-Reise ebenfalls besuchte.

Philharmonie | 
Herbert-von-Karajan-Straße 1 | 10785 Berlin-Tiergarten...Samstag, 29. August, 19 Uhr

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Kansas City Symphony mit Matthias Pintscher

Was wird aus einem Violinkonzert, über das der Kritiker Eduard Hanslik 1881 nach der Uraufführung in Wien schrieb, es „bringt uns zum ersten Mal auf die schauerliche Idee, ob es nicht Musikstücke geben könnte, die man stinken hört.“ Es wird eines der populärsten Werke der Gattung. So erging es Tschaikowsky einzigem Violinkonzert D-Dur. Es ist ein virtuoses und äußerst anspruchsvolles Stück. Solist mit dem Kansas City Symphony unter Chefdirigent Matthias Pintscher ist der Kanadier Blake Pouliot. Gerahmt wird das Violinkonzert von zwei Werken von Olga Neuwirth und Rachmaninows 3. Sinfonie zum Abschluss. Das Spätwerk entstand im Exil in der Schweiz 30 Jahre nach der Zweiten. Seine schwelgerischen Melodien klingen auch hier an, so ist sie insgesamt jedoch herber als seine frühen Werke. Es scheint, als habe der ewige Romantiker hier der Moderne vorsichtig die Hand gereicht. Tickets finden Sie hier >>

Philharmonie | 
Herbert-von-Karajan-Straße 1 | 10785 Berlin-Tiergarten...Sonntag, 30. August, 19 Uhr

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Freiburger Barockorchester unter Simon Rattle

Simon Rattle kommt mit dem Freiburger Barockorchester zum Musikfest jedoch mit einem reinen Schumann-Programm, der 2. Sinfonie und dem Violinkonzert D-Moll. Beide Werke entstanden in Phasen, in denen Robert Schumann von Depressionen geplagt war. Die Arbeit an der 2. Sinfonie, in denen Vorbilder wie Beethoven und Schubert anklingen, wirkte wie eine Therapie für ihn. Sein 1853 entstandenes aufgrund seiner psychischen Probleme immer als dunkel empfundenes Violinkonzert kam erst 1937, rund 80 Jahre nach seiner Entstehung zur Uraufführung. Seine Frau Clara und der junge Brahms hatten nach einem Selbstmordversuch Schumanns und der Einlieferung in die Psychiatrie beschlossen, es zurückzuhalten, sie sahen es als nicht vollendet an. Es spielt die großartige Violinistin Isabelle Faust. Schumanns Ouvertüre zur Oper „Genoveva“ eröffnet den Abend. Tickets finden Sie hier >>

Philharmonie | 
Herbert-von-Karajan-Straße 1 | 10785 Berlin-Tiergarten...Donnerstag, 3. September, 20 Uhr

Joana Mallwitz (Credit_ Simon Pauly)-3

Konzerthausorchester mit Henzes Sinfonia N. 9

Der Komponist Hans Werner Henze wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Das Konzerthausorchester unter Joana Mallwitz spielt eines seiner bekanntesten Werke, die 9. Sinfonie. Geprägt durch eine Jugend im Nationalsozialismus, war Henze zeitlebens bekennender Antifaschist. Seine Mitte der 90er Jahre komponierte 9. Sinfonie widmete er den „Helden und Märtyrern des deutschen Antifaschismus“. Das monumentale Werk basiert auf Anna Seghers Roman „Das siebte Kreuz“, genial in sieben Dichtungen übertragen von Hans-Ulrich Treichel. Für Henze war die Auseinandersetzung mit der deutschen Heimat ein „Summa summarum“ seines bisherigen Schaffens. Die 9. Sinfonie ist auch eine Verbeugung vor Beethoven. Bei Henze ist der Chor jedoch von Beginn an zentraler Bestandteil dieser Vokalsinfonie. Es singt der Rundfunkchor Berlin, der das Werk 1997 auch uraufgeführt hatte. Tickets finden Sie hier >>

Philharmonie | 
Herbert-von-Karajan-Straße 1 | 10785 Berlin-Tiergarten...Freitag, 4. September, 20 Uhr

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Außerdem beim Musikfest

London Symphony Orchestra (6.9.)
Staatskapelle Berlin unter Christian Thielemann (8.9.)
Wiener Philharmoniker (9.9.)
Berliner Philharmoniker (10. bis 12.9. und 17. Bis 19.9.)
Rundfunksinfonie Orchester (13.9.)
Deutsche Symphonie-Orchester (16.9.)

Das komplette Programm finden Sie unter berlinerfestspiele.de

Komische Oper_Foto_ Jan Windszus Photography

Komische Oper: „Lear“

Nach dem bunten Spektakel mit „Jesus Christ Superstar“ im Vorjahr, setzt die Komische Oper ihre erfolgreiche Reihe im Flughafen Tempelhof mit Shakespeares dunkelstem Drama fort. Aribert Reimanns Adapation „Lear“ feierte 1978 eine umjubelte Uraufführung. Nun wird Barry Kosky die Oper „bildgewaltig“, wie es heißt, inszenieren. König Lear sieht das Ende vor sich. Sein Erbe will er unter den drei Töchtern aufteilen. Den größten Teil soll die Tochter bekommen, die den Vater am meisten liebt. Cordelia aber, macht da nicht mit. Großes Musiktheater vom Meister der Vokalmusik und modernen Oper. Das Orchester der Komischen Oper spielt unter der Leitung von Nicholas Carter. Scott Hendricks singt König Lear und Penny Sofroniaou die Cordelia. Allein das Setting in einem Hangar des Flughafens Tempelhof, macht diese Oper zu einem besonderen Erlebnis.

Flughafen Tempelhof Hangar 4  | 
Columbiadamm 10 | 12101 Berlin...Mi 16.9. (Premiere), Fr 18.9., So 20.9., Di 22.9., Do 24.9., Sa 26.9., Di 29.9., Do 1.10., Sa 3.10.

Kennedy_Selg(c)Bea Borgers-2

Deutsche Oper: „Mittwoch aus Licht“

Die Deutsche Oper traut sich was. Die erste Premiere der neuen Spielzeit ist ein Werk von Karlheinz Stockhausen, dem wohl bekanntesten und kompromisslosesten Komponisten der Avantgarde. Die Oper „Mittwoch aus Licht“ ist der fünfte Teil des 7-teiligen Licht-Zyklus, eine „Utopie der Liebe“. Zentraler Bestandteil ist das legendäre Helikopter-Streichquartett. Die Streicher werden in Hubschrauber verfrachtet und ihre Musik mischt sich mit dem Sound der Rotoren. Diese werden jedoch nicht im Opernhaus fliegen. Das Quartett wird am 5. September am Flugplatz Schönhagen aufgezeichnet und dann per Video eingespielt. Die Karten dafür sind ausgebucht. Trauen Sie sich! Immerhin ist „Mittwoch aus Licht“ erstmals als szenische Opernproduktion im deutschsprachigen Raum zu erleben. Susanne Kennedy inszeniert. Am 29. August findet im Rahmen der Saison-Eröffnung ein kostenloses Konzert mit einem Ausblick auf die Spielzeit statt.

Deutsche Oper  | 
Bismarckstr. 35 | 10627 Berlin...Sa 19.9., 17 Uhr (Premiere), So 20.9., 16 Uhr, Mi 23.9., 18 Uhr, Sa 26.9., 18 Uhr, So 27.9., 16 Uhr

Staatskapelle Berlin Credits_ Peter Adamik

Staatsoper: „La Vestale“

Unter den Linden steht ebenfalls eine Oper auf dem Programm, die zwar nie ganz von den Opernbühnen verschwand, dennoch eher selten zu erleben ist. Gaspare Spontini feierte mit „La Vestale“ 1807 seinen großen Durchbruch. Die Tragédie lyrique spielt im alten Rom und handelt von einer Priesterin, die eigentlich zur Keuschheit verpflichtet, ihren Liebhaber in den Tempel lässt. Lydia Steier inszeniert. Carlo Rizzi leitet die Staatskapelle und den Staatsopernchor. Sonya Yoncheva singt die Julia. Tickets finden Sie hier >>

Staatsoper im Schiller Theater | 
Bismarckstraße 110 | 10625 Berlin-Charlottenburg...Samstag, 26. September, 18 Uhr (Premiere), weitere Aufführungen: Mi 30.9., 19 Uhr, Sa 3.10., 18 Uhr, Di 6.10., 19 Uhr, Fr 9.10., 19 Uhr und im Frühjahr 2027

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