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Internationaler Frauentag Gedanken, Aktionen und Audiowalks mit weiblicher Perspektive

Mittwoch, 10. März 2021
Advertorial

Der Wochenanfang, zum dritten Mal ein Feiertag hier in Berlin, startete mit dem Internationalen Frauentag, oder Frauenkampftag wie er auch genannt wird und einer friedlichen, aber lauten Demonstration aufgerufen durch die „Alliance of International Feminists Berlin“. Die Demonstration löste gemischte Gefühle aus. Da ist einerseits Freude, Entschlossenheit und Verbundenheit aber gleichzeitig auch sehr viel Wut. Wut über unsägliche Ungerechtigkeiten und Gewalt jeglicher Form gegen Frauen. Die Ohnmacht darüber, dass jeden Tag weltweit 137 Femizide begangen werden, 98% dieser Morde werden nicht aufgeklärt. Ein anderes Thema ist gleichzeitig eine der häufigsten Aussagen die auf der Demo zu sehen und zu hören war:

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Kulturfindetstadt (74)

„My body. My choice.“

Für heterosexuelle Cis-Frauen bezieht sich das vor allem auf den §218 der in diesem Jahr 150 (!) Jahre alt wurde und der es bis heute verhindert, dass den Rechten der Frauen über ihre Körper die gleiche Priorität eingeräumt wird wie Männern. Was vor allem daran liegt, dass die Politik von Männern dominiert wird. Richtig absurd wird es, wenn §219a plötzlich aus der braunen Versenkung und Vergangenheit auftaucht. Dieser Zusatzparagraph ist erst achtundachtzig Jahre alt, denn er wurde 1933 eingeführt – mit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland.

Darin steht, dass Ärzte*innen sich strafbar machen, wenn sie Schwangerschaftsabbrüche anbieten oder darüber informieren. Eigentlich könnte uns das egal sein oder? Ist ja so lange her und hat nichts mehr mit unserer heutigen Gesellschaft zu tun? Leider nein. Denn im Jahr 2017 erstatteten sogenannte Lebensschützer mit Hilfe dieses faschistischen Paragraphen Anzeige gegen die Gießener Ärztin Kristina Hänel, weil diese auf ihrer Website unter anderem auch über Schwangerschaftsabbrüche informierte.

Hänel wurde daraufhin zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt. Das Urteil wurde aufgehoben und neu verhandelt, nur um wieder in einer Verurteilung Hänels zu resultieren! Im Januar 2021 verwarf das Oberlandesgericht die Revision Hänels, die daraufhin Verfassungsbeschwerde einlegte.

To be continued...

Kulturfindetstadt (70) - Kopie

Equal Pay Day & Lichtenberger Frauen*Woche

Wo wir gerade bei Zahlen sind: Am 10. März war außerdem der sogenannte Equal Pay Day. Das ist symbolisch der Tag, bis zu dem Frauen im Vergleich zu Männern seit Jahresbeginn umsonst arbeiten. Macht heuer 69 Tage. Oder 9 Wochen und 6 Tage. Um auf diesen Missstand und Aktionstag hinzuweisen, wird in vielen Bezirken am Rathaus die "Equal-Pay-Day-Fahne" gehisst.

Im umtriebigen Bezirk Lichtenberg findet noch bis zum 13. März 2021 die Lichtenberger Frauen*Woche statt, die wie jedes Jahr unter dem Motto „Lichtenberg in Frauenhand – bis zur Gleichstellung“ steht. Auch das diesjährig digitale Angebot zu Frauen*Themen möchte weiterbilden, vernetzen, informieren und den Austausch fördern: “Neben Podcasts und Lesungen reichen die Veranstaltungen von einem Vortrag zum weiblichen Blick in der Fotografie, über Social-Media- und Kreativworkshops bis hin zu einem zweitätigen, Frauen*barcamp.“ -  Bravo Lichtenberg!

Kulturfindetstadt (71) - Kopie

Zum 150. Geburtstag von Rosa Luxemburg

Als der Demonstrationszug am Montag an der Europäischen Kommission vorbeizog, drängte sich bei mir auch kurz die Vergangenheit dieser Stadt und seiner Frauen in die Wahrnehmung. Vor 150 Jahren, also im Jahr 1871, wurde nicht nur das Deutsche Reich gegründet, mit dem auch oben genannter §218 in Kraft trat, es ist auch das Jahr in dem Rosa Luxemburg geboren wurde, am 5. März 1871 nämlich. 2021 jährt sich also zum 150. Mal der Geburtstag der einflussreichen Vertreterin der europäischen Arbeiterbewegung. Sie wurde und ist außerdem als Marxistin, Philosophin, Anti-Kriegs-Aktivistin und revolutionäre Sozialistin bekannt. Tragischerweise wird sie immer besonders eng mit Berlin verbunden sein. Luxemburg war eine hochgebildete, zielstrebige und unerschrockene Frau und Jüdin. Sie war für Ihren scharfen Verstand und ihr mitreißendes Temperament bekannt und eine herausragende Rednerin sowie brillante Schriftstellerin, die keine Konflikte scheute.

Wer also mehr über Sie erfahren möchte, dem sei das facettenreiche Angebot der Rosa Luxemburg Stiftung ans Herz gelegt sowie zwei Spaziergänge: Der Audiowalk «Rosa Luxemburg auf der Spur» folgt dem Weg, den Rosa Luxemburg am 15. Januar 1919, dem Tag ihrer Ermordung, in Berlin nahm. Orte in Berlin startet an ihrem Namens-Denkmal an der Lichtenstein Brücke und verläuft über skulpturale Erinnerungen wie “Von der dicken Berta zur roten Rosa“ bis hin zur klassischen Bronzeplastik vor der Rosa Luxemburg Stiftung in Friedrichshain.

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