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Mark Rothko Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien

Dienstag, 23. April 2019
Mark Rothko – Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien
Karte
Öffnungszeiten

12. März bis 30. Juni 2019
Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr
Donnerstag 10–21 Uhr

Adresse Kunsthistorisches Museum Wien
Maria-Theresien-Platz
Wien-1. Bezirk
Anfahrt planen
Kontakt
+43 1 525 24 0
www.khm.at

Der US-amerikanische Maler Mark Rothko ist einer der Begründer der Farbfeldmalerei und ein Meister der expressiven abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts. Wie ihn dennoch die figürliche Malerei beeinflusst hat, zeigt jetzt eine Retrospektive im Kunsthistorischen Museum Wien. Diese kontrastiert seine Bilder mit Meisterwerken der Kunstgeschichte, denn ausgerechnet mit alten Meistern wie Rubens oder Rembrandt lässt sich die Kunst von Mark Rothko besser verstehen.

Die Ausstellung bietet einen Überblick über Rothkos gesamtes Schaffen – von seinen figurativen Anfängen in den 1930er Jahren über die Werke, die er im folgenden Jahrzehnt in seiner sogenannten Übergangsphase schuf, bis zu den revolutionären Bildern aus den 1950er und 1960er Jahren. Auftakt dieser exquisiten Schau ist eines der frühesten Werke, die Rothko gemalt hat: sein Selbstporträt von 1936, in dem sich der Künstler gleichsam als Rembrandt darstellt.

Ganz zu Beginn seiner Künstlerlaufbahn, in den frühen dreißiger Jahren, überwiegen in Rothko Werken Inspirationen durch die europäische Malerei: von Giotto und der Renaissance bis zu Manet, Matisse, Picasso. Auch die Antike spielt hier schon eine Rolle. Nach und nach aber erobern die Hintergründe immer mehr den Bildraum. Rothko grenzt den Raum hinter den Figuren etwa mit breiten farbigen Linien ein oder formuliert ihn als eine ins Unendliche hinein reichende, von diffusen Farbtönen erleuchtete Tiefe.

1998 Kate Rothko Prizel Christopher RothkoBildrecht Wien 2019 Foto_ KHM-Museumsverband (4)
1998 Kate Rothko Prizel Christopher RothkoBildrecht Wien 2019 Foto_ KHM-Museumsverband (2)
1998 Kate Rothko Prizel Christopher RothkoBildrecht Wien 2019 Foto_ KHM-Museumsverband (3)

Wie kaum ein anderer Künstler hat sich Rothko stets, den für seine Bilder passenden Raum ersehnt. Seine Bilder, so seine Anweisungen, sollten einzeln gezeigt werden, in einem stillen Meditationsraum, tief gehängt. Idealerweise aus geringem Abstand betrachtet, so dass die riesige Leinwand einen wie eine zweite Haut umhüllt. Oder aber sie sollten so dicht nebeneinander gehängt werden, dass sie die Museumswände zum Verschwinden bringen und so eine gegenseitige Steigerung ihrer Intimität und Intensität bewirken.

Diesen Umständen trägt das Kunsthistorische Museum Wien Rechnung, indem es die historischen Saalwände mit schlichten grauen Verkleidungen versieht und die vorhandenen Kabinette zur Präsentation nur jeweils eines einzigen Werks nutzt. Auch die Beleuchtung wurde auf ein Minimum beschränkt. Sobald sich die Augen des Betrachters an das schummrige Licht gewöhnt haben, beginnen Rothkos Leinwände wie aus eigener Kraft zu leuchten. Rothkos Werke üben bekanntermassen eine grosse Faszination aus, die in dieser Ausstellung erlebbar wird.

Seine Malerei ist indes vielschichtig und lässt sich eigentlich nur im Original wirklich betrachten. Es sind keine schnellen Museumsbilder, an welchen man vorbeiflaniert. Aus bis zu zwanzig Schichten sind sie aufgebaut, wobei Acryl und Öl auch gemischt und überlagert wurden. Das erstere Farbmaterial ist von eher matter Wirkung, das letztere dagegen von viel Leuchtkraft, weswegen diese Bilder in einem permanenten Vor und Zurück zu atmen scheinen. Am deutlichsten wird dies in den riesigen Leinwänden, die Rothko für das Four Seasons-Restaurant im New Yorker Seagram Building schuf und die einen wichtigen Bereich der Retropsektive einnehmen.

Viele Gemälde lodern in verschiedensten Rottönen. Für Rothko die Farbe der Emotionen, der menschlichen Ekstase und des Untergang. Die allerletzten seiner nur selten ausgestellten Arbeiten, auf Papier und auf Leinwand aufgezogen, sind leuchtend helle, zarte Pastelltöne in Rosa und Lila, Ocker und Malvenfarben. Das Kunsthistorische Museum Wien zeigt sie zum Abschluss der Schau, um auch mit dem Klischee der düsteren Verfassung des Malers am Ende seines Lebens, das er sich 1970 selber nahm, aufzuräumen. 

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