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Patrick ThalmannEin borstiger Kerl

Montag, 05. Dezember 2016
Patrick Thalmann

Nein, damit ist natürlich nicht mein Freund Patrick gemeint. Denn er selber ist genau das Gegenteil. Ein feiner Kerl, gut gebaut, stets mit einem Lächeln bewaffnet und verschmitzten Augen, die einem hinter den Brillengläsern verschmitzt mustern.

Kennengelernt habe ich ihn vor zwölf Jahren bei einem gemeinsamen Kollegen. Wirklich, aber erst an einer Degustation, in der Weinauslese, einer kleinen aber feinen Getränkehandlung von Graziella Mugnai und Urs Looser, in Kilchberg. Patrick stand hinter seinen Produkten und erklärte interessierten Kunden, gestenreich seine neuesten Weinkreationen. Schon seine originellen Etiketten machten neugierig.

Was macht ein Schwein auf einer Weinflasche? Ganz simpel, nomen est omen, schliesslich keltert er in einerehemaligen Metzgerei. Daher auch das Label "Winzerei zur Metzg" mit zwei herrlichen,gekreuzten Hackebeilchen, die im Zürcher Weinland stationiert ist. 

Und wie er keltert, der Quereinsteiger, mit einer Leidenschaft dass es so richtig kracht! Als Startup 2009 gegründet, musste er bald aus Platzgründen von einer Garage in eine ausgendiente Metzgerei dislozieren. Nächstes Jahr wird es noch grösser, Patrick ist voller Pläne und somit natürlich immer im Schuss. So richtig fassbar wird der leidenschaftliche Winzer über seine Produkte. Sein Ziel, dem Pinot Noir eine neue Richtung zu geben, hat er bestimmt erreicht.  Hier muss ich zugeben, dass ich kein grosser Blauburgunder (Pinot-Noir) Fan war.

Patrick hat mich eines Besseren belehrt.  Richtig umgehauen hat mich aber sein, in Magnumflaschen abgefüllter, „Borstiger Kerl.“ Verstehen sie mich nicht falsch, es war nicht die Menge, die mich abgetischt hat. Es war dieser spontanvergorene Saft, der sich mir in den Gaumen schletzte und sich dort festkrallte. Gute Weine kenne ich einige. Man nickt anerkennend, lässt sich die Geschmacksknospen verwöhnen, geniesst. Aber hier war es anders. Etwas explodierte im Mund, schreckte auf und überraschte.

Selten wurden meine Rachensinne so überrascht wie von diesem „Borstigen Kerl.“ Es passiert auch selten, dass ich die Augen vor Begeisterung aufreisse. Patrick hatte das natürlich sofort wahrgenommen und ein zufriedenes Lächeln verklärte sein Gesicht. Was ich damals genau gesagt habe, weiss ich nicht mehr, aber gestottert, das habe ich sicher. Auch das nicht wegen der Menge der Tranksame. Einfach damit damit ich das richtig gestellt habe.

Rasch ist eine freundschaftliche Bande zwischen dem "crazy" Winzer und mir entstanden. Natürlich hat er sofort gemerkt, dass er keinen Weinfachmann vor sich hatte, aber einen begeisterten Weintrinker und wenn zwei Begeisterte sich begegnen, dann kann es vorkommen, dass daraus etwas entsteht. Was genau, bleibt vorläufig noch im "virtuellen" Fass und gärt vor sich hin.

Was ich aber verraten kann, all die tollen Weine, die die WZM anbietet, sollten ihren Weg in sensible Gaumen und trockene Kehlen finden. Jeder Schluck ist seinen Preis wert. Ein zauberhafter Flaschengeist hat mich in eine Welt des Entzückens entführt und seither nicht mehr losgelassen.

Doch zurück zur Realität, die doch einiges von einem aufstrebenden Winzer fordert. Drei Punkte sprechen für ihn: Mut hat er! Guten Wein hat er! Freunde hat er! Und ich versuche hier seinen Freundeskreis zu vergrössern. Ein Schluck in Ehren ….

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