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Top 10 Kinos Arthouse statt Blockbuster in Wien

Sonntag, 03. März 2019
Metro Kino, Vienna,  Remodelling by Eichinger Offices, Vienna, Austria

In Wien gibt es so viele vermeintlich "älteste" Kinos, dass es gar nicht so einfach ist, auszumachen, wem dieser Titel nun eigentlich gebührt. Wer keine Lust hat auf überteuertes Popcorn, Action-Blockbuster, blinkende Reklametafeln und unpersönliche Kinosäle, der komme in die österreichische Hauptstadt. Hier stammen die schönsten Kinos teils noch aus der Vorkriegszeit, haben ausschließlich Arthouse- oder landeseigene Produktionen im Programm und auch sonst sehr viel mehr zu bieten als bloßes, anderthalb-stündiges Leinwandgeflimmer.

Ein Kinobesuch in Wien füllt schnell einen ganzen Abend oder sogar Tage und nimmt mindestens den gleichen Stellenwert ein, wie ein Besuch im Theater oder Ballett. Wiener Kinogeher genießen in adretter Abendgarderobe gepflegt ein Glas Wein anstatt Taco-Chips und Desperados. Für das ultimative Wiener Kinoerleben haben wir die zehn ehrwürdigsten Institutionen der Stadt herausgesucht...

Zu den Details der einzelnen Orte gelangen Sie über das Anklicken der orange markierten Namen!

Metro Kinokulturhaus. Das Metro Kinokulturhaus ist eines der traditionsreichsten Lichtspielhäuser der Stadt, das nach umfangreichen Umbauarbeiten 2014 endlich wiedereröffnet hat. Der historische Kinosaal aus dem Jahr 1893 im roten Stil ist erhalten geblieben, ebenso wie die Kinokantine. Das besondere: das Metro Kinokulturhaus ist die Spielstätte des Filmarchivs Austria, das neben dem regulären Kinoprogramm mit Ausstellungen, monatlichen Veranstaltungsreihen und diversen Filmclubs – wie dem ersten jüdischen Filmclub Wiens – lockt.

Bellaria Kino. Das Bellaria ist in jeder Hinsicht eine Zeitreise in die Vergangenheit. Als eines der vielen erhaltenen Wiener Nickelodeons – sogenannte Ladenkinos bestehend aus nur einem Vorführraum, in dem gegen meist einen Nickel die ersten Kinofilme gezeigt wurden – ist es sicher das Geschichtsträchtigste. Gleich hinter dem Wiener Volkstheater in der Museumstraße gelegen, war es ursprünglich als Vorbau des Leopoldinsichen Traktes der Wiener Hofburg errichtet worden, damit Kaiserin Maria Theresia direkt in ihre Privatgemächer gefahren werden konnte. Heute werden hier vor allem Klassiker des österreichischen und internationalen Films gezeigt. Die Tapeten aus den 50er Jahren, eine alte Popcorn-Maschine und die vielen Stammgäste im Pensionsalter lassen einen im Handumdrehen vergessen, dass wir eigentlich längst das 21. Jahrhundert schreiben.

Stadtkino im Künstlerhaus. Das Stadtkino – in den 1980er Jahren eröffnet und 2013 in das Künstlerhaus am Karlsplatz übergesiedelt – gehört zu den ältesten Programmkinos in Wien. Im Programm: Filme abseits des Mainstreams, vorzugsweise österreichische Produktionen. Im Kino eigenen Restaurant Ludwig & Adele kann man den Abend in ungezwungenem Ambiente bei österreichischer Küche ausklingen lassen. 

Top Kino. Ähnlich wie beim Stadtkino besticht auch das Top Kino nicht nur mit ausschließlichen Originalen auf der Leinwand, sondern verfügt auch über eine gut ausgestattete Bar, eigene Gastronomie und einen Tanzclub. Damit ist das Top Kino der Szene-Treffpunkt für Kinofans. Wer die Nacht zum Tag gemacht hat, kann gleich zum Frühstück bleiben: unprätentiös, aber lecker. Oder aber man macht es wie die Wiener und nimmt das "Regisseur-Frühstück" – ein Espresso und eine Zigarette. Nicht gesund, aber schick.

Schikaneder Apropos schi(c)k! Das Schikaneder und das Top Kino gehören nicht nur zusammen, sondern ähneln sich auch sonst in vielerlei Hinsicht. Das einladende Foyer mit Bar ist längst beliebter Treffpunkt der Wiener Independent-Szene, ganz ohne den obligatorischen Kinobesuch. Der lohnt sich aber allemal, denn das Schikaneder ist definitiv das charmanteste seiner Art und besticht mit einem spannendem Programm.

Votivkino. Jeder Wiener hat so sein Lieblingskino, auch wenn es fast unmöglich scheint, sich bei der horrenden Auswahl zu entscheiden. Warum es bei mir gerade das über 100 Jahre alte Votivkino geworden ist, vermag ich nicht mehr zu beantworten. Vielleicht war es das sonntägliche Filmfrühstück, vielleicht die Filmauswahl, vielleicht ist es aber auch einfach nur das unprätentiöse Flair, das gemischte Publikum oder das Babykino, das mich zur Stammkundin gemacht hat.

Breitenseer Lichtspiele. Müsste man die Breitenseer Lichtspiele in einem Wort beschreiben, dann wäre es wahrscheinlich "kultig". Dürften wir uns für ein Zweites entscheiden, dann definitiv "zweckmäßig". Bequeme samtene Kinosessel sucht man im ältesten dauernd bespielten Kino der Welt im 14. Wiener Gemeindebezirk nämlich vergebens. Ein Besuch hier ist dennoch Pflicht! Das Programm wird zumeist zwei Monate im Voraus bekannt gegeben und per E-Mail an die Stammgäste geschickt. Für alle anderen gibt es selbiges zum Downloaden aber auch auf der hauseigenen Website. Besonders empfehlenswert: die Stummfilmabende mit Live-Klavierbegleitung.

Gartenbaukino. Auch das 1960 errichtete Gartenbaukino ist Anwärter auf einen Titel in dieser Stadt. Während hier früher große Premieren gefeiert wurden, ist es zwar mittlerweile etwas ruhiger, nicht aber minder aufregend geworden. Als noch immer wichtigster Schauplatz der Viennale, die jedes Jahr im Herbst stattfindet, ist vom Glanz und Glamour vergangener Tage kaum etwas verloren gegangen. Das geradlinige Interieur versprüht einen Retro-Charme, der aktueller nicht sein könnte und auch sonst ist kaum ein Kino der Stadt mehr am Zahn der Zeit. Aktuell trifft sich hier die heimische Voguing-Szene, die gerade auch auf den Laufstegen in Paris und den Tanzsälen in New York ihr großes Revival feiert. Weltstadt Wien!

Filmcasino. Das Filmcasino ist definitiv das Kino mit der besten Independent-Filmauswahl der Stadt. Und auch wenn das zweifelsohne (m)eine subjektive Meinung ist, der Blick ins Programm sorgt ganz sicher für den ein oder anderen "Aha"-Effekt. Einmal auf der Website lohnt sich auch ein Abstecher auf die bewegende Geschichte des Hauses, das bis heute nichts von seinem 50er-Jahre-Charme eingebüßt hat.

Filmhaus Kino am Spittelberg. Wie heißt es so schön? Ein Kino kommt selten allein, und so kommt es es, dass es das Filmcasino im 7. Bezirk gleich noch einmal gibt. Unter anderem Namen und in anderen Räumlichkeiten, wohl aber mit demselben wechselnden Programm. Die Rede ist vom Filmhaus am Spittelberg. Beide Kinos verfügen über eine schmucke, einladende Bar und zeigen ausschließlich österreichische wie internationale Filme im Original mit Untertitel. Beim "Cinemorning" dürfen auch hier Kinder bis 12 Monate mit in den Kinosaal genommen werden, für alle anderen gibt es eine kostenlose Kinderbetreuung. Das ist 2019, das ist Wien!

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