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Lovekitchen KolumneThe Making of a Cookbook # 4

Dienstag, 28. Juni 2016
Eschi Fiege Lovekitchen Kolumne creme guides
Adresse Lovekitchen – Kolumne
Kontakt
+43 676 4677694
www.lovekitchen.at

Ich habe das Glück, dass mein Verlag, der Brandstätter Verlag, nach meinem ersten Buch Eschi Fiege's Mittagstisch nun ein zweites neues Buch mit mir machen will. Nächste Woche habe ich einen Termin, bei dem die neuen Ideen besprochen werden sollen.

Also heißt es nun für mich aus meiner Ideensammlung, meinem Springer- und Schleicher-Zoo, ein paar Exemplare auszusuchen, sie ein wenig zu zähmen und zu dressieren, damit sie bei der anstehenden Präsentation einen guten Eindruck machen.

Ich will drei Ideen präsentieren. Warum drei? Es gibt im Moment kein Thema, das mir so unter den Nägel brennt, dass es unbedingt und ausschließlich dieses sein muss. Also biete ich mir und dem Verlag eine Auswahl an. Und außerdem gefällt dem Verlag eine der drei Ideen nicht - das weiß ich schon - aber ich würde das Buch zu gerne machen, also nehme ich sie trotz Widerständen noch mal mit – wer weiß?!

Bevor es weiter geht, nur kurz etwas ganz anderes: Die Ideen, die ich hier beschreibe, sind alle meine. Auch wenn ich sie noch nicht realisiert habe, dürfen sie mir die nicht einfach klauen!

Eschi Fiege Wien Portrait

Die erste Idee ist ein Kochbuch für Teenager und andere Kücheneinsteiger: Der Grundidee folgend, dass wer kochen kann, die Entscheidungshoheit über seinen Teller hat. Es ist eine Aufforderung, sich keinen Mist mehr servieren zu lassen; weder in der Schulkantine noch zu Hause. Mein Teller gehört mir, lautet das Motto!

Mir schwebt ein wirklich schönes Buch vor, kein verspieltes Kinderkochbuch mit Wurstgesichtern, das dann letztendlich doch nur den Mamas gefällt. Sondern ein Buch, in dem das Thema Kochen ernstgenommen wird – das gibt es nämlich noch nicht.

Die Jugendküchen-Idee kommt also mit auf die Liste, auch wenn sie es nicht werden wird, denn das ist die unbeliebte Idee. Da sperrt sich was beim Verlag, das kann ich ihnen nicht verkaufen. Denn so sieht es aus: Ich muss meine Idee schon in so jungen Jahren, wo sie gerade mal geschlüpft ist, das erste Mal verkaufen. Das gehört dazu.

Und so werde ich die Idee für die Präsentation auf Papier bringen:
Next Generation - Sei ein Teil davon.
Ein Kochbuch für Teenager und andere Kocheinsteiger
von Eschi Fiege.

Das Kochbuch verleiht jungen Menschen mehr Selbstbestimmung und Autonomie in Sachen Essen. Es präsentiert eine moderne einfache Küche, die von jedem zu beherrschen ist. Von Grund auf aufbauend, ohne belehrend zu sein, und dahin führend, dass junge Menschen die Freude am Kochen entdecken und es lieben lernen, sich selbst zu versorgen . Ab sofort kann man mit Stolz sagen: Ich bestimme selbst, was auf meinen Teller kommt.

Außerdem kommen noch zwei andere Ideen mit. Ein Kochbuch als Hommage an die Liebe. Das soll dann natürlich Eschi Fiege's Lovekitchen heißen, mit dem Untertitel: Was ich für dich koche, weil ich Dich liebe. Das würde ich gern machen, weil ich eigentlich nicht weiß, was Liebe ist und wie man sie in einem Kochbuch darstellen könnte – aber genau das finde ich spannend.

Und last but not least würde ich gerne ein Buch über die Freundschaft machen. Kochen mit Freunden. Dabei würde ich gerne Menschen an Hand ihrer Küchenideen porträtieren – mitsamt ihren Ideen über Kochen und Essen. Etwa zehn Leute mit jeweils 3-5 Rezepten und Philosophien. Na ja, da höre ich schon meine Programmchefin fragen: "Wen interessiert das, wenn die Menschen nicht wirklich außergewöhnliche Geschichten zu erzählen haben?"

Touché! Das ist die Schwachstelle der Idee. Ich nehme sie aber trotzdem mit. Warum ich das tue? Weil mich die Reaktion interessiert – ich wette quasi mit mir selber und kann so überprüfen, ob ich mein Gegenüber richtig einschätze. Ja, so eine bin ich!

In der Anfangsphase ist mir außerdem wichtig, offen zu bleiben. Denn da hat theoretisch jede Idee, und sei sie noch so klein, die Chance etwas aus sich zu machen. Manchmal sieht jemand etwas in ihr, das ich selbst so nicht sehe, denn jeder Idee, auch den eigenen, wohnen ja mehrere verschiedene Möglichkeiten inne, sie zu realisieren. Das ist nicht wie bei einem Samenkorn, in dem die ganze Pflanze im Grunde schon fertig angelegt ist.

Oftmals sagen mir meine Ideen erst während des Arbeitens, wie sie gemacht werden wollen. Da muss man wie in der Kindererziehung ein offenes Ohr, ein offenes Herz und viel Gespür haben.

Mein erstes Buch und alle Kochbücher, die bei Ihnen im Regal stehen, haben das, was ich Ihnen hier schildere schon hinter sich. Das neue geplante Buch ist im Moment noch nichts weiter als eine zarte verletzliche Idee in meinem Kopf, und vielleicht wird auch gar kein Buch daraus. Oder es wird ein ganz anderes Thema als ich erwarte! Das weiß ich noch nicht. Also drücken Sie mir die Daumen. Das nächste Mal geht es um Präsentationen und Sollbruchstellen.

Nur so aus Interesse: Welche Idee wäre denn Ihr Favorit?

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