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Liegen und liegen lassenMichael Hetzingers Leben mit Hund

Donnerstag, 07. September 2017
Michael Hetzingers Leben mit Hund Hertha

Ich war gerade im Urlaub. Ohne Hertha. Da konnte ich meine Zeit mal in größeren Dosen liegend verbringen. Also so wie Hertha das meistens macht. Wenn sie nicht gerade herumrennt, spielt oder frisst, liegt sie irgendwo und schläft. Das machen Hunde so. Im Schnitt 18 Stunden am Tag. Hertha ist da keine Ausnahme.

Erstaunlich ist allerdings die Bandbreite ihrer Schlafpositionen. Ich habe nicht gezählt, aber auf meinem Smartphone zeigt fast jedes zweite Foto Hertha in einer neuen, ungewöhnlichen Liegestellung. In Sachen Bequemlichkeit scheinen bei ihr andere Maßstäbe eine Rolle zu spielen als bei uns Menschen. Anders kann ich mir jedenfalls manche Pose nicht erklären.

Der Klassiker und im Büro-Körbchen ihre bevorzugte Position: auf dem Rücken, alle Viere in die Höhe, der Kopf um gefühlt 270 Grad seitlich verdreht. Das sorgt immer wieder für Schmunzeln, wenn ein Kollege zu mir an den Platz kommt. Viele fragen sich, ob das bequem ist. Dabei ist es doch eigentlich so: Nickerchen im Büro. Wo darf man das denn? Da sollte doch die Position keine Rolle spielen.

Ebenfalls im Büro, allerdings weniger spannend wegen der Pose, sondern eher wegen des Platzes, hat Hertha ihre neueste Leidenschaft entdeckt: sie vertritt mich. Wenn ich in einem Meeting bin und zurück an meinen Tisch komme, liegt sie liebend gern in typisch seitlicher Hundepose, auf meinem Schreibtischstuhl. Neulich saß sie dort sogar ganz aufrecht und seriös. Während meiner Abwesenheit kam eine Kollegin rein und hat mir amüsiert ein Foto davon geschickt. Bei Terminanfragen verweise ich künftig einfach an die Chefin Hertha.

Wenn ich auswärts essen bin, hat Hertha ebenfalls eine bevorzugte Position: auf meinem Schoss. Je nach Restaurant oder Ort darf sie auch mal hoch. Aber niemals während Essen auf dem Tisch steht und nur nach vorherigem Okay des Gastgebers. Sie ist einfach zu süß: erst mal dreht sie sich auf meinem Schoss ein paar Runden um sich selbst, bis sie die richtige Schlafposition gefunden hat. Dabei ist es immer die gleiche. Ihr Kopf verschwindet in meiner Armbeuge. Sie gräbt ihn mit einer rüttelnden Bewegung richtig hinein. Und döst dann selig ein.

Nach einem anstrengenden Tag oder einem langen Spaziergang ist sie meistens komplett erledigt. Dann schafft sie Zuhause gerade noch so den Weg in ihr Körbchen, aber sobald sie dort angekommen ist, geht gar nichts mehr. Sie liegt halb drin, halb draußen, völlig egal. Hauptsache liegen und schlafen. Man könnte meinen, sie wurde einfach bewusstlos irgendwo liegen gelassen. Ein bisschen so wie ich im Urlaubsmodus.

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