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Sharing is CaringMichael Hetzingers Leben mit Hund

Sonntag, 13. August 2017
Hertha the Dog Kolummne Michael Hetzinger

Pino ist zu Besuch. Doppelpackung Hunde. Zwei Leinen in der Hand, zwei hungrige Mäuler und vierfache Action. Die Eltern von Pino, gute Freunde von uns, wollten mal Urlaub ohne Hund machen. Natürlich haben wir uns angeboten, auf Pino aufzupassen. War auch nur für ein paar Tage, Donnerstag bis Montag. Easy. Hertha und er kennen sich schon und verstehen sich gut. Ein schöner Test für ein Leben mit zwei pelzigen Mitbewohnern. 

Pino kam aus Zypern nach Berlin, als er ein paar Monate alt war. Jetzt ist er ein gutes Jahr alt und damit jünger als Hertha. Er ist ungefähr so groß wie Hertha, aber zarter. Er ist hell-beige, die Rasse eine undefinierbare südeuropäische Promenadenmischung. In Relation zu seiner Körpergröße hat er riesige Ohren. Ein süßer Fratz. Hertha mag ihn. Meistens.

Vom Typ her sind die beiden ziemlich unterschiedlich. Ich dachte immer, Hertha wäre eher ein aktiver, quirliger Hund. Aber im Vergleich zu Pino ist sie ruhig wie ein buddhistischer Mönch. Pino ist wie ein Gummiball. Er hüpft rum, kommt selten zur Ruhe hat immer eine gewisse Grundnervosität. Er beobachtet alles und lauscht auf jedes kleine Geräusch. Wenn draußen vor der Wohnungstür jemand vorbeiläuft, springt er sofort bellend zur Tür. Überraschungsbesuch ist also gerade bei uns ausgeschlossen.

Man könnte ja meinen, dass zwei Hunde nicht unbedingt doppelt so viel "Arbeit" wie einer machen. Schließlich muss man ja sowieso schon mit einem alles machen – Gassi, Futter, Spielen. Die Tücken liegen allerdings im Detail. Beispiel Gassigehen: beide Hunde lassen wir auf dem Gehweg nicht von der Leine. Man muss also zwei Leinen gleichzeitig koordinieren.

Wenn Pino und Hertha in die gleiche Richtung laufen, ist es einfach und man kann beide Leinen in einer Hand halten. Kommt aber eher selten vor. Denn beide haben ihren eigenen Kopf. Daher stehe ich meistens in der Mitte, pro Hand eine Leine und werde in zwei entgegengesetzte Richtungen gezogen. Wie auf der Streckbank.

Natürlich gibt es unter den Hunden gewisse Dynamiken. Hertha ist zwar überhaupt nicht territorial, aber ganz klar ein Alpha-Tier. Sie ist die Chefin. Pino muss sich unterordnen. Das ist aber nicht unbedingt seine Stärke. Er will beispielsweise immer dorthin, wo Hertha ist. Hertha ist aber auch gern mal alleine auf meinem Schoß. So kommt es zu lustigen Szenen: Hertha liegt auf dem Sofa neben wir. Pino will hoch, sie lässt ihn nicht und die beiden fangen an zu kämpfen. Ganz harmlos und spielerisch. Aber ganz schön wild.

Oder wir spielen Sofa-Ping-Pong: Hertha liegt bei mir auf dem Sofa, Pino bei meinem Freund auf dem Sessel. Dann springt Pino rüber aufs Sofa. Hertha räumt den Platz und wechselt auf den Sessel. Da will Pino natürlich mit. Und so geht das dann hin und her. Zwischendurch schnappt sich einer der beiden mal ein Seil. Das dann der andere natürlich auch möchte. Und schon geht das Tauziehen los.

Beide haben zwar viel Energie, aber irgendwann sind sie natürlich richtig müde. Und dann klappt es auch mit dem Teilen. Beide kuscheln sich zusammen in ein Körbchen und schlummern weg. Wovon sie wohl träumen?

Berlin
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