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© Estate Sturtevant, Paris. | Max Yawney, New York
Kultur
Kunst in Berliner Museen

Aktuelle Ausstellungen Unsere wöchentlichen Kunst Highlights

Dienstag, 16. Juli 2019
© Rade Petrasevic

Weitere Ausstellungen

Hier finden Sie die wichtigsten temporären Ausstellungen in Berlins staatlichen Museen für Kunst >>

So vielfältig Berlins Kunstszene ist, so umfassend ist auch die Kunst in Berliner Galerien und Museen. Egal, ob zeitgenössische Kunst oder klassische Moderne, die Auswahl ist grenzenlos. So kann die Entscheidung für einen Galeriebesuch durchaus schwerfallen und es braucht eine persönliche Empfehlung, um Neues zu entdecken oder bekannte Pfade zu verlassen. Alle 14 Tage gehen wir daher für Sie auf die Suche nach den wichtigsten Ausstellungen in Berliner Galerien und einmal im Monat in Berliner Museen >>

Zu den Details der einzelnen Orte gelangen Sie über das Anklicken der orange markierten Namen!

Wentrup Gallery Im 15. Jahr des Bestehens, hat die Wentrup Gallery einen neuen Galerieraum in einem denkmalgeschützten Gebäude aus dem Jahr 1928 in Charlottenburg bezogen. Bevor es in die Sommerpause geht, gab es Ende Juni parallel zum Sommerfest der Galerie, auch die Eröffnung der Gruppen Ausstellung "Copines Copains Berlin". Das Außergewöhnliche daran: Die Galeriekünstler durften befreundete Künstler einladen mit auszustellen. Einzige Voraussetzung: sie mussten auch in Berlin leben und alle präsentierten Arbeiten sollten das Maß von 100 x 100 cm nicht übersteigen. Besonders spannend sind auch die Künstler Konstellationen, die jeweils nebeneinander hängen. So hat zum Beispiel Gregor Hildebrandt Pola Sieverding eingeladen, Louisa Clement hat Birte Bosse und Florian Meisenberg Joep von Liefland mitgebracht, und so geht es in Paaren weiter. Insgesamt sind 32 Positionen zu sehen, die sich über alle Genres erstrecken. Die kombinierten Arbeiten ergänzen und laden sich gegenseitig auf. Eine tolle Idee mit einem entsprechend lebendigen und interessanten Ergebnis. On top lernt man 16 neue Künstler kennen!

Copines Copains Berlin / 22.6. bis 3.8.2019
Wentrup Gallery / Knesebeckstraße 95 / 10623 Berlin
Dienstag bis Samstag 11-18 Uhr

Dittrich & Schlechtriem. "Potential Wasted" des slowakischen Malers Andrej Dúbravsky ist derzeit bei Dittrich & Schlechtriem zu sehen. Dúbravsky zieht seine Inspiration aus seiner unmittelbaren Umgebung, seiner Lebensrealität, Haus und Garten in einem 800 Seelen Dorf, das in der Umgebung von Bratislava gelegen ist. Die wie unter der Lupe gemalten, überlebensgroßen Raupen, ein wiederkehrendes Motiv bei dem Künstler, hängen neben einer Serie von hoch aufgehängten großformatigen Leinwänden, die wild wirbelnde, rauchende mächtige Schornsteine zeigen, die in apokalyptischem Rot nach oben drängen. Die Kombination aus Pastell und Öl verstärkt die faszinierende Sogwirkung dieser Serie noch. Erinnerungen an tschechische Kinderbücher aus den 80er Jahren, als die Umweltverschmutzung zum ersten Mal in den Fokus der Gesellschaft rückte, werden wach. Daneben gibt es "strange fruits", Birnen mit Gesichtszügen, oder das Köpfe-Paar zweier anmutiger Jünglinge, die wie aus einem distopischen Märchen, verhext in ihrer Mutation gefangen, in Kirschenform nebeneinander hängen und badende junge Männer vor Industrielandschaften.  Es wird enger in unseren kleinen, nur scheinbar kontrollierbaren Lebensräumen, die Verschmutzung durch die Fabriken, Radioaktivität oder schlagartige Vermehrung von besagten Raupen, die aus dem Süden einfallen, sind auf dem Vormarsch und Teil einer schrittweisen Mutation der Natur, die nicht vor Gartenzäunen haltmacht. Gleichzeitig fügt sich der Mensch, mit offenen Augen, aber wie in Trance in die Umstände. Dúbravsky zieht uns ganz nah heran an seinen Mikrokosmos, der uns unangenehm bekannt vorkommt.

Potential Wasted / Andrej Dúbravsky / 5.7. bis 3.8.2019
Dittrich & Schlechtriem / Linienstraße 23 / 10178 Berlin
Dienstag bis Samstag 11-18 Uhr

Weiss Berlin "Waldeinsamkeit" – ein verheißungsvoller Titel, vor allem in Hinblick auf die Gluthitze, die derzeit in der City herrscht. In der Galerie Weiss, die in Laufnähe zum Kurfürstendamm nahe Fasanenplatz liegt, finden wir zwar keine Waldeinsamkeit, dafür gibt es aber großformatige Leinwände mit einigen plakativ sommerlichen Motiven, die durch die dick aufgetragene, glänzende Ölfarbe noch verstärkt werden. Bier und Bratwurst Galore als klassische Stilleben festgehalten, unterbricht Alex Beccera diese gern durch grafische Elemente. Seine skizzenhaften Papierarbeiten wie "Sexy Latina" oder "LA Express" erinnern an rohe, aber pure Zeichnungen eines Heranwachsenden rebellischen Teenagers. Der in Valencia geborene und in L.A. lebende Maler zitiert in seinen Arbeiten regelmäßig die europäische Moderne, die man auch in seinen Portraits wiederfindet. Mit festem, fordernden Pinselstrich erschafft er eindringliche Gesichtszüge und Charaktere. Eine lebhafte Motivwelt, die durch die unterschiedlichen Techniken betont wird. – Wild und gut!

Weiss Berlin / Waldeinsamkeit / Alex Beccera / 22.6. bis 10.8.2019
Bundesallee 221, zweiter Stock / 10719 Berlin
Dienstag bis Samstag 13-18 Uhr

Galerie Burster Die Galerie Burster ist immer ein Garant für junge, spannende Positionen. Die Galerie, die zusätzlich eine Dependance in Karlsruhe unterhält, ist deswegen vollkommen zu Recht auf der Shortlist des diesjährigen VBKI-Preis Berliner Galerien. Auch die aktuelle Ausstellung begeistert. Die höchst eigenwilligen, installativen Skulpturen von Kristiane Kegelmann rangieren von schwebender, minimalistischer Klarheit und milchiger Schönheit – rote Beete als färbende Substanz – bis hin zu mutig und "messy" – eine kommodenartige, massive Installation, mit einer offenen Schublade die wild verstreute, ja unordentliche Elemente beherbergt, inklusive Schokoladenstücke – und haben immer einen Bezug zur ihrem früheren Leben als Konditormeisterin. Diese Diskrepanz aber auch immer noch starke Verbindung zu zeigen, ist wiederum sehr mutig. Im Gegensatz dazu, bilden die ruhigen, abstrakten, in gedeckten Tönen verlaufenden Leinwände von Christian August eine Art Rahmen, die Kegelmanns Arbeiten zusammenhält. Wie ein heller, surrender Ton, der durch die Räume schwebt und alles verbindet. Trotzdem stehen Augusts Leinwände mit ihren monochromen Farbverläufen in ihrer Frequenz unbestechlich für sich, mit einer mitunter vorsicht! hypnotischen Tiefe.

Galerie Burster / But Different / 20.6. bis 3.8.2019
Kurfürstendamm 213 / 10719 Berlin
Dienstag bis Samstag 13-18 Uhr

Tropez. Der spanische Künstler Paco Vallejo hat mal gesagt "Kunst ist frei, Kunst muß fließen" – dem können wir uns nur anschließen und möchten auf das 2017 von Nele Heinevetter ins Leben gerufene und vom Hauptstadtkultur Fond geförderte, herrlich subversive Sommer Kunst Programm im Freibad Humboldthain hinweisen. Es läuft unter dem schönen Namen: "Tropez". Wer das Sommerbad Humboldthain kennt, weiß um den typischen, rauen aber herzlichen Berliner Charme der Mitarbeiter. Das diesjährige Sommerprogramm läuft unter dem vielversprechenden Titel "Amour" und ist eine Liebeserklärung an alle Freibadbesucher_innen, jung und älter. Die Ausstellung verteilt sich über die weitläufige Parkanlage, in der es auch genügend schattige Rückzugsorte gibt. Sie präsentiert Installationen, Fotografien, Filme und digitale Kunstwerke im Grenzbereich von Ökologie, Technologie, Linguistik, Statistik, Poesie und Politik der Künstler: Gili Avissar, Kira Bunse, Natalie Czech, Constant Dullaart, Julie Favreau, Bertrand Flanet, Luzie Meyer, Hayal Pozanti und Michael Sports. Zusätzlich gibt es ganze vier Veranstaltungsreihen, zehn Performances und das Kinderprogramm "1,2,3 Soleil!". Tropez ist außerdem ein Kiosk, für das leibliche Wohl ist also gesorgt, Berliner Schnauze über das Megaphon des Bademeisters gibt’s frei Haus dazu. Berlin ick hab dir lieb!

Tropez / Amour / 1.6. bis 1.9.2019
Sommerbad Humboldthain / Wiesenstraße 1 / 13357 Berlin
Tropez & Kiosk: Montag bis Sonntag 10-18 Uhr

Galerie König. Wir bleiben bei amerikanischen Künstlerinnen. Die Galerie König präsentiert zum ersten Mal eine Ausstellung von der in L.A. lebenden und arbeitenden Kathryn Andrews. Andrews verarbeitet für Ihre Skulpturen immer wieder gerne  Objekte, die davor von Celebrities getragen wurden. Sie steigert dadurch nicht nur die Absurdität ihrer Arbeiten in ihrer Aussage, sondern persifliert auch den exzessiven VIP Wahn Hollywoods. Ihre verchromten Wandobjekte wurden bereits mit den ready-mades von Duchamp verglichen. Auch ihre Solo Show "Circus Empire" verspricht spektakulär zu werden, so wird sie das denkmalgeschützte fensterlose, monolithische Kirchengebäude St. Agnes mit Hilfe interaktiver Wandobjekte und riesigen Skulpturen in ein riesiges Zirkuszelt verwandeln. Wer dem Trubel entkommen will, der geht zwei Stockwerke nach oben in die Chapel, denn dort gibt es neue Arbeiten von Anselm Reyle zu sehen! 

Kathryn Andrews / Circus Empire / 8.6. bis 4.8.2019
Nave Anselm Reyle / Reflections / 8.6. bis 4.8. 2019 
König Galerie / Alexandrinenstraße 118-121 / 10969 Berlin
Dienstag bis Samstag 11-18 Uhr

C|O Berlin. Berlin gilt nicht nur als die Hauptstadt der Veganer und als Vorreiter der Foodie Bewegung, es gibt kaum eine andere Stadt in der Street Food Märkte so begeistert zelebriert werden wie hier. Man kann also davon ausgehen, dass die Ausstellung "Food for the Eyes, Die Geschichte des Essens in Fotografie", die am 8. Juni im C|O Berlin eröffnet, zu Recht viele Besucher anziehen wird. Es werden nicht nur Fotografien von bekannten Künstler/innen wie Peter Fischli und David Weiss, Nan Goldin, Martin Parr, Irving Penn, Cindy Sherman und Wolfgang Tillmans gezeigt, die Ausstellung beleuchtet außerdem auch die verschiedenen Bereiche der Food Fotografie, angefangen beim klassischen Stillleben, bis hin zur Werbung, Mode und dem Fotojournalismus. Die Faszination für Essbares in der Kunst geht zurück bis in die griechischen Antike. Eine Anekdote erzählt von einem Wettstreit zwischen zwei Malern, von denen der eine ein Stillleben von Trauben so täuschend echt malte, dass die Vögel danach pickten.

Food for the Eyes. Die Geschichte des Essens in Fotografie / 8.6. bis 8.9.2019
C/O Berlin / Hardenbergstraße 22-24 / 10623 Berlin
Täglich 11-20 Uhr

Sprüth Magers. Ein Ort der einem anderen weit entfernten stark ähnelt – dieses Phänomen wird als "the transportation of place" oder zu deutsch "die Verlagerung des Ortes" bezeichnet. Dieses Konzept ist die Basis der drei fotografischen Serien, die unter dem Titel "Nativist Americans" momentan bei Sprüth Magers zu sehen sind. Andrea Robbins und Max Becher zeigen in der ältesten der drei Serien "German Indians", in Radebeul bei Dresden fotografierte, als Indianer verkleidete Deutsche. Radebeul war die Heimatstadt Karl Mays, der, obwohl er nie in die amerikanischen Staaten reiste, wie kein zweiter unser hochromantisches Bild der Indianer geprägt hat. Die Serie "The Improved Order of Red Men" geht auf eine Bruderschaft aus dem 17. Jahrhundert zurück, die sich im Protest gegen die britische Kolonisierung und Besteuerung, in Native American Kostümen bekleidet, zur Wehr setzte und unter anderem große Mengen von importiertem Tee in Brand setzte. Dieses Ereignis ging als "The Boston Tea Party" in die Geschichte ein. Die Situation der Native Americans ist in Zeiten von anwachsendem Nationalismus aktueller und brisanter denn je und ideologisch schwer belastet. Eine wichtige und außergewöhnliche Ausstellung.

Andrea Robbins und Max Becher / Nativist America / 27.4. bis 27.7.2019
Sprüth Magers / Oranienburgerstraße 18 / 10178 Berlin
Dienstag bis Samstag 11-18 Uhr

Haus am Waldsee. Wer dem Lärm der Großstadt entkommen möchte, ohne Berlin zu verlassen dem sei die aktuelle Ausstellung "Biester der Zeit" im Haus am Waldsee und dem in der Nähe gelegenen Georg Kolbe Museum ans Herz gelegt. Es ist die erste museale Ausstellung, die sich dem Werk des bedeutenden britischen Nachkriegskünstlers widmet. Ganze 60 plastische Werke, Zeichnungen, Grafiken und umfassendes Archivmaterial gibt es in den neu renovierten Räumen und im Skulpturengarten zu sehen. Im Dialog zu Chadwick werden Arbeiten von Hans Uhlmann (1900 – 1975) und Katja Strunz (*1970) gezeigt. Der zweite Teil der Ausstellung befindet sich im Georg Kolbe Museum, das die Besucher auf eigens dafür angebotenen Leihrädern über eine wunderschöne Strecke von 11 Kilometern durch den Grunewald erreichen können. Wem nicht nach Fahrrad fahren ist, der setzt sich einfach an den See und lässt die Nebel Installation "The Weather Project", die der Österreicher Markus Jeschaunig eigens für diesen Ort angefertigt hat und die letzten Herbst im See installiert wurde, auf sich wirken und wartet auf den Sonnenuntergang. Außerdem gibt es noch die neue Tony Cragg Skulptur zu sehen!

Biester der Zeit – Lynn Chadwick, Katja Strunz, Hans Uhlmann / 18.05. bis 25.08.2019
Haus am Waldsee / Argentinische Allee 30 / 14163 Berlin
Dienstag bis Sonntag 11-18 Uhr

Palais Populaire. Die neue Ausstellung "Summer of Love. Art, Fashion and Rock´n´Roll" im Palais Populaire verneigt sich vor der, wie der Name unschwer erraten lässt, Hippie Bewegung, die 1967 ihren Höhepunkt hatte. Die sexuelle Revolution, der Feminismus, die Umwelt und Friedensbewegung fanden damals vor dem Hintergrund des Vietnam Krieges ihren Anfang. Bis heute verbinden wir Freiheit, Flower-Power und psychedelische Kunst in Form von Plattencovern und Konzertplakaten mit dieser freien, selbstbestimmten, aber auch extremen Generation. Die Ausstellung wurde, wie sollte es anders sein, in San Francisco konzipiert, im Fine Arts Museum. Als multisensorisches "Eye Candy" gibt es oben drauf noch eine Rekonstruktion der originalen Licht Show, mit der legendäre Bands, wie Jefferson Airplane oder Grateful Dead ihre Zuschauer in andere Sphären katapultierten. Groovy!

Summer of Love. Art, Fashion, and Rock & Roll organized by the Fine Arts Museums of San Francisco in collaboration with the Deutsche Bank / 20.6. – 28.10.2019
Palais Populaire / Unter den Linden 5 / 10117 Berlin
Montag, Mittwoch, Freitag, Sonntag 10-19 Uhr / Donnerstag 10-21 Uhr

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