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Aktuelle Ausstellungen Unsere Berliner Kunst Highlights

Montag, 26. Oktober 2020

Die Orte im Überblick

Karte (3)

So vielfältig Berlins Kunstszene ist, so umfassend ist auch die Kunst in Berliner Galerien und Museen. Egal, ob zeitgenössische Kunst oder klassische Moderne, die Auswahl ist grenzenlos. So kann die Entscheidung für eine Ausstellung durchaus schwerfallen und es braucht eine persönliche Empfehlung, um Neues zu entdecken oder bekannte Pfade zu verlassen. Daher gehen wir für Sie auf die Suche nach den wichtigsten Ausstellungen in Berliner Galerien, privaten Institutionen und staatlichen Museen, damit Sie keine der aktuell wichtigsten Ausstellungen verpassen.

Nähere Details zu den einzelnen Orten finden Sie über das Anklicken der orange markierten Namen!

Arnold Böcklin, Die Toteninsel | Nationalgalerie | Foto. Andres Kilger

Alte Nationalgalerie

Passend zur Jahreszeit kann man sich in der Alten Nationalgalerie ganz der düster-morbiden, oft dekadenten Motivik des belgischen Symbolismus hingeben, der sich in den 1880er Jahren als neue Kunstströmung als Gegensatz zum Naturalismus und Impressionismus formte. Auch hier finden wir neben Sinnlichkeit, Tiefe und Irritation Magie als eines der ausschlaggebenden Elemente dieser Kunstströmung wieder. Mystik wurde mit Extravaganz und Stil verbunden und traf so den Nerv der übersättigten Belle Époque. Besonders interessant ist, dass sich in diesen Bildwelten schon Freuds Studie zur Traumdeutung die 1899 erschien, künstlerisch ankündigte. Die Ausstellung möchte bisher eher unbekannte belgische Positionen als wichtige Referenz für den europäischen Symbolismus wie wir ihn von Edward Munch, Gustave Moreau, Arnold Böcklin oder Gustav Klimt kennen in den Fokus rücken.

Alte Nationalgalerie | 
Bodestraße | 10178 BerlinDekadenz und dunkle Träume | Der belgische Symbolismus
18. September 2020 bis 17. Januar 2021
Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr | Donnerstag 10–20 Uhr

© Keiichi Tanaami + Galerie Gebr. Lehmann, Dresden | Nationalgalerie

Hamburger Bahnhof

Der Ausstellungstitel “Magical Soup“ verbindet schon all die verschiedenen Elemente und Werkzeuge, die in dieser Gruppenausstellung untersucht und in Relation gestellt werden. “Realität“ wie wir sie in 3D mit unseren Sinnen wahrnehmen können, wird durch Bilder, Töne, Musik und Sprache erschaffen und in diesem Prozess finden sich Macht und Magie wieder. Wo Realität erschaffen wird, kann diese auch beeinflusst, verändert, reduziert oder verstärkt werden, sie kann Identität schaffen oder für Verwirrung sorgen, bewusst dekonstruieren. In den letzten Jahren konnte die Nationalgalerie, die schon davor eine sehr umfangreiche museale Medienkunstsammlung besaß, den Bestand durch "herausragende und bedeutende, neuere, zeitbasierte Arbeiten" erweitern. Unter anderen mit dabei sind Anne Imhof, Nam June Paik, Charlemagne Palestine, Pipilotti Rist, Seshee Bopape und Trisha Baga.

Hamburger Bahnhof | 
Invalidenstraße 50 | 10557 BerlinMagical Soup | Medienkunst Sammlung der Nationalgalerie | Friedrich Christian Flick Collection + Leihgaben | 6. September 20202 bis 3. Januar 2021
Dienstag, Mittwoch + Freitag 10-18 Uhr | Donnerstag 10-20 Uhr | Samstag + Sonntag 11 - 18 Uhr

Berta Fischer, Awtokin | Foto. Jens Ziehe

Haus am Waldsee

In Zeiten von Corona mag so manchem die unendlichen Weiten des Weltraums noch anziehender wirken – schwerelos durch unendliche Galaxien schweben? Es ist ein ganzes Jahrhundert an künstlerischer Reflektion von drei BildhauerInnen über Raum und Zeit, das derzeit im Haus am Waldsee in der neuen Gruppenausstellung "Into Space" präsentiert wird. Berta Fischer, Björn Dahlem und Naum Gabo untersuchen "unfassbare Energien außerhalb unserer Wahrnehmung" in ganz unterschiedlicher Weise. Da trifft Naum Gabos klar strukturierte, fest am Boden stehende Säule aus den Jahren 1922/23 auf Berta Fischers Awtokin, 2020, die einer Wolke interstellarer Materie gleich durch den Raum zu schweben scheint, auf Björn Dahlems Superstruktur (Melancholia) aus dem Jahr 2018, die eine ganze Plethora an Materialien in sich vereint und bindet.

Haus Am Waldsee | 
Argentinische Allee 30 | 14163 Berlin-ZehlendorfBjörn Dahlem, Berta Fischer, Naum Gabo | Into Space | 18. Oktober bis 10. Januar 2021 | Dienstag bis Sonntag 11-18 Uhr

Rene Groebli

Chaussee36

In den frisch renovierten und aufwendig erweiterten Räumen der Chaussee 36 gibt es im Rahmen des diesjährigen European Month of Photography, kurz EMOP, derzeit eine Gruppenausstellung, die sich kritisch mit dem vom Patriarchat negativ, zumindest aber einseitig geprägten Begriff der Erotik auseinandersetzt. Was bedeutet sie für den einzelnen Betrachter über das eigene Geschlecht hinaus? Können wir unsere Wahrnehmung zur Erotik überhaupt noch eigenständig erfassen und von "einer Welt in der Sex auf Knopfdruck verfügbar ist" trennen? Zweifelsohne hat sich auch die Erotik beziehungsweise unser Blick auf diese über das letzte Jahrhundert stark verändert. In einer Gesellschaft in der stumpfe Pornographie allgegenwärtig ist, was bleibt übrig vom Eros? Unter anderen mit dabei sind Herb Ritts, Ellen von Unwerth, Ivo von Renner, Gilles Berquet und Mona Kuhn.

Chaussee 36 | 
Chausseestraße 36 | 10115 BerlinGruppenausstellung Eros & Photography: Behind Desire | 15. Oktober bis 23. Januar 2021 | Donnerstag bis Sonntag 13-18 Uhr

Martin Kippenberger | Foto. Jens Ziehe

CFA

Die aktuelle Gruppenausstellung bei Contemporary Fine Arts “Der Goldene Reiter in Faustrecht der Freiheit aka Fox and His Friends ist eine Vorbeugung vor dem “Enfant Terrible” des Deutschen Nachkrieg Films Rainer Werner Fassbinder (1945-1982), der in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag gefeiert hätte. Während sich der Ausstellungs-Titel klar aus Fassbinders Film “Faustrecht der Freiheit” (1975) ableitet, haben die gezeigten Positionen absichtlich keinen direkten Bezug zu Fassbinders stürmischen und kurzem Leben. Viel mehr konzentrierten sich die Künstler wie Cosima von Bonin, Cecily Brown, Gregor Hildebrandt, Jonathan Meese, Martin Kippenberger oder Wolfgang Tillmans auf  “Assoziationen und atmosphärische Verbindungen zu Fassbinders kreativen Schaffen als auch zu seiner kulturellen und politischen Gegenwart.”

CFA | 
Grolmannstraße 32/33 | 10623 Berlin-CharlottenburgHommage à Rainer Werner Fassbinder | 2. Oktober bis 28. November 2020
Montag bis Freitag 10-18 Uhr | Samstag 11-14 Uhr

Claude Monet | Sammlung Hasso Plattner

Museum Barberini

Potsdam hat traditionell schon immer einiges zu bieten für seine Besucher. Ab dem 5. September gibt es einen weiteren Grund die ehemalige Residenzstadt Friedrich des Großen zu besuchen. Das Museum Barberini wird als Dauerausstellung die eindrucksvolle Sammlung Impressionistischer Meisterwerke des Museumsgründers Hasso Plattner beherbergen. An keinem anderen Ort in Europa außerhalb von Paris, wird es dann zum Beispiel mehr Gemälde, nämlich ganze 34 Stück von Claude Monet zu sehen geben. Neben Monet sind natürlich auch große Namen und wichtige Vertreter der Kunst Strömung wie Gustave Caillebotte, Auguste Renoir, Camille Pissarro und Paul Signac vertreten. Mit dieser Dauerausstellung wird das Barberini zu einem der wichtigsten Zentren impressionistischer Landschaftsmalerei weltweit!

Museum Barberini | 
Alter Markt, Humboldtstr. 5-6 | 14467 PotsdamImpressionismus | Die Sammlung Hasso Plattner | ab 5. September 2020
Mittwoch bis Montag 10-19 Uhr | Jeden 1. Donnerstag im Monat 10-21 Uhr

Marcello | © Sven Marquardt

Friedrichstadt-Palast

In Kooperation mit der C/O Berlin gibt es derzeit im Foyer des Friedrichstadtpalastes eine besondere Ausstellung zu sehen. In rauen, ungeschönten Portraits hat Sven Marquardt das internationale Ensemble der Tänzer unmittelbar nach einem Auftritt in Schwarz Weiß Fotografien festgehalten und gibt so einen ungewohnten Einblick in das Innenleben der sonst gefühlt Dauer glitzernden und strahlenden Fassade der Tänzer und Ihrer Shows. Die Serie ist im Herbst 2019 entstanden, niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen das dem Ensemble schon ein halbes Jahr später mit einem Schlag die Bühne fehlen würde, denn auch der Friedrichstadt Palast musste natürlich seine Tore Corona bedingt schließen. Alle Auftritte wurden bis einschließlich Dezember dieses Jahres abgesagt. Umso schöner ist es nun, dass die Besucher anhand dieses fotografischen Gastspiels einen Blick hinter die Kulissen werfen können.

Friedrichstadt Palast | 
Friedrichstrasse 107 | 10117 Berlin-MitteSven Marquardt | Stageless
2. Oktober bis 29. November 2020 | Täglich 11-20 Uhr

Lerato Shadi | Kindl

Kindl – Zentrum für zeitgenösssiche Kunst 

Die Solo Show "Maru a Pula is a song of Happiness" der südafrikanischen Performance Künstlerin Lerato Shadi eröffnete zur Berlin Art Week. Im Titel der Show finden sich Setswana-Begriffe wieder, ihrer Muttersprache, die sie nicht in der Schule sprechen durften. Neben Videos, Neonschriften und Fotoarbeiten thematisiert sie in Ihrer neuen Serie von Textilarbeiten, das Verhältnis von Tafelbild und Performativität mit aller Wucht und einem geradlinigen Fokus. Lerato Shadi verortet sich in ihren Arbeiten bewusst unangepasst, sie möchte nicht das Ihr Werk zuerst als das einer schwarzen Künstlerin gelesen wird: "Mir wurde oft gesagt, mein Kontext sei sehr spezifisch. Aber ist nicht die Kunst von weißen, heterosexuellen, nicht behinderten Männern auch sehr spezifisch? Sie müssen sich nie erklären. Diese Rechte habe auch ich."

Kindl | 
Am Sudhaus 3 | Maschinenhaus M1 | 12053 Berlin-MitteLerato Shadi | Maru a Pula is a song of Happiness
13. September bis 7. Februar 2020
Dienstag bis Sonntag 12-18 Uhr | Mittwoch 12-20 Uhr

C:O Berlin © Felicity Hammond

C/O Berlin

Im C/O gibt es die erste Solo Show der britischen Künstlerin Felicity Hammond zu sehen. Das Besondere: ihrer Thematik entsprechend, die sich mit den Widersprüchen unserer postmodernen Städte auseinandersetzt, hat sie einige ihrer Motive auf Werbesäulen im öffentlichen Stadtraum an drei Standorten, dem B-Part Am Gleisdreieck, vor dem Kühlhaus in der Luckenwalder Straße sowie direkt am Amerika Haus platziert und legt so eine Spur hinaus ins Urbane. Passenderweise sind die großformatigen Collagen, die sie aus gefundenen Hochglanzbroschüren von Immobilienunternehmen mit eigenen Fotografien kombiniert, meist nicht gerahmt und erinnern dadurch nicht nur an die unendlichen Variablen des digitalen Bildes sondern symbolisieren so auch eine Offenheit für ihre Umgebung.

Amerika Haus | 
Hardenbergstraße 22-24 | 10623 BerlinFelicity Hammond | Remains in Development | 12. September 2020 bis 23. Januar 2021 | Täglich 11-20 Uhr

Rirkrit Tiravanija at Berghain

Studio Berlin | Berghain

Studio Berlin ist eine Kollaboration der Sammlung Boros und dem Club Berghain, entstanden aus der Corona bedingten Notsituation, die seit Frühling diesen Jahres nicht nur die Kunstszene vor enorme Herausforderungen gestellt hat, sondern auch das Berliner Nachtleben schwer getroffen hat. Dabei versteht sich Studio Berlin als Ort und Plattform in dem Berliner Künstler*innen in einen Dialog treten können. Die Räumlichkeiten des Berghain inklusive der Panorama Bar, Säule und anschließende Halle (!) bieten hierfür nicht nur einen spektakulären und passenden Rahmen, es ruft auch mit jedem Schritt das Fehlen eines der wichtigsten Narrative in Berlin, nämlich das der komplett stillstehenden Clubkultur in Erinnerung. Ganze 117 internationale und nationale zeitgenössische Künstler*innen, die in Berlin arbeiten und leben gibt es zu entdecken von Fotografie, Skulptur, Performance und Video über Malerei, Installation und natürlich Sound.

Berghain | 
Am Wriezener Bahnhof | 10243 BerlinStudio Berlin | Gruppenausstellung | 9. September bis zur Wiedereröffnung des Clubs | Dienstag bis Sonntag 12-20 Uhr

Jeremy Shaw Quickeners 2014

Julia Stoschek Collection

Die Quantification Trilogy des in Berlin arbeitenden und lebenden Kanadiers Jeremy Shaw besteht aus den drei Kurzfilmen Quickeners (2014), Liminals (2017) und I Can See Forever (2018) in der sich Fakt und Fiktion vermischen und die Besucher in einen parafiktionalen Ausblick in unsere Gesellschaft schleudert. In dieser Zukunft, "The Quantification" genannt, haben Wissenschaftler es geschafft, alle Werte und Informationen transzendentaler Erfahrungen empirisch zu erfassen. Aus der Sicht verschiedener Randgruppen heraus bedient sich Shaw der Bildmedien und der Ästhetik des 20. Jahrhunderts um diese Vision realistisch zu kreieren und erschafft eine intensive, kritische Perspektive auf immer noch gängige Machtsysteme, populäre Gegenkultur, Esoterik, Tanz, virtuelle Realität und immer wieder Szenarien des Erhabenen und der Transzendenz. Intense!

Julia Stoschek Collection | 
Leipzigerstr. 60 | 10117 BerlinJeremy Shaw | Quantification Trilogy | Opening 3. September
5. September bis 29. November 2020 | Samstag + Sonntag 12-18 Uhr

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