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Nomu Sake Bar Wenn die Sinne auf Reisen gehen

Mittwoch, 05. Januar 2022
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Karte

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Sonntag 18-22 Uhr

Adresse

Nomu Sake Bar
Ludwigkirchstraße 3
10719 Berlin-Wilmersdorf
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Kontakt


+49 171 9465180
.www.nomusakebar.de

Preisniveau

Wir lieben Wein. Wir lieben allerhand Drinks, aber Sake war uns bisher ein verschlossenes Buch. Sarah, Inhaberin der Nomu Sake Bar in Wilmersdorf, nimmt an diesem Abend also echte Newbies mit auf eine Sake Reise. Nicht nur der Welt des Sake kommen wir dabei so nah wie nie.

Sarah leitet uns zudem durch die japanische Esskultur, gibt Empfehlungen zur Menge von Sauce oder Wasabi (der ist hier natürlich echt), fordert auch schon einmal dazu auf, mit den Fingern zu essen. Wie in einem traditionellen japanischen Izakaya werden die Gerichte mit dem gesamten Tisch geteilt.

Das Menü in der Nomu Sake Bar orientiert sich dabei, wie es in Japan üblich und hierzulande heute modern ist, an der Saison. Dabei geht man den feinen Pfad zwischen besten Zutaten, traditioneller japanischer Küche, die immer wieder durch zeitgenössische Interpretation ergänzt wird – und schafft ein Dining-Erlebnis, das uns noch eine ganze Weile schwärmen lässt. Denn hier stimmt wirklich alles.

Nomu Sake Bar Berlin shot by René Riis (1)
Nomu Sake Bar Berlin shot by René Riis
Nomu Sake Bar Berlin shot by René Riis (2)
Nomu Sake Bar Berlin Shot by Yuto Yamada
Nomu Sake Bar Berlin Shot by Yuto Yamada (2)
Nomu Sake Bar Berlin Shot by Yuto Yamada (4)
Nomu Sake Bar Berlin shot by René Riis (3)

Angefangen vom überschaubaren Gastraum, der einen direkt in eine andere Welt entführt. Lauter Referenzen an traditionelle japanische Kultur: Origami-Lampen, eine eindrucksvolle Deckeninstallation aus traditionellen Sake-Bechern, ausgesuchtes Porzellan, selbst der Waschraum erinnert an ein Onsen Spa.

Dann sei die außergewöhnliche Gastfreundschaft von Sarah und ihrem Team unbedingt erwähnt. Voller geduldiger Begeisterung beantwortet sie jede einzelne Frage zu Sake und seinen Herstellungsprozessen. Und natürlich sei das Sake Pairing erwähnt, für das man sich entscheiden sollte, ob man das Omakase Menu wählt (sinngemäß begibt man sich in die äußerst versierten Hände des Kochs), ebenso wenn man à la carte isst. 

Denn wie der Name Nomu Sake Bar bereits andeutet (Nomu bedeutet übersetzt "trinken"), wird man hier schnell zum Liebhaber. Sake ist in Japan ähnlich reguliert wie hierzulande das Bier. Nur vier Zutaten darf er haben: Reis, Wasser, Hefe und Koji. Sarah zeigt uns polierte Reiskörner, aus denen Sake hergestellt wird. Der Prozess soll für einen klaren Geschmack sorgen, da größtenteils die Reisstärke übrigbleibt. Ihr Demonstrationsobjekt ist ein Extrembeispiel, acht Prozent des Reiskorns sind noch übrig. 

Alles, was man schmeckt, kommt also entweder aus dem geschliffenen Reis oder der Hefe – und wir schmecken an diesem Abend eine eindrucksvolle Fülle an Aromen. Einige der Sakes sind gereift, schmecken erdig und intensiv, einige andere wiederum sind leicht und fruchtig. Wo man bei Wein eine ausgefeilte Palette benötigt, stellen sich die Aromen beim Sake erstaunlich deutlich dar.

Wir sind begeistert, insbesondere die moderneren Sakes, die Sarah meistens kalt serviert, haben es uns angetan. Jene müssten nicht mehr erwärmt werden, da sie oftmals recht fruchtig daherkommen. Doch Sarah kann sich durchaus auch für die oldschool-Sakes begeistern. Da die traditionellen Sakes über besonders reiche Umami-Noten verfügen, genießt man sie gern warm, damit ihre Aromen noch besser zur Geltung kommen. Das wird in der Nomu Sake Bar vor allem im tiefen Winter der Fall sein.

Natürlich aber trinken wir nicht nur: Einen unserer persönlichen Lieblinge, den Hakkaisan, trinken wir zur Dorschleber. Drei Jahre reift er bei -3 C° in einer Eishöhle in Nigata. Vor allem in Kombination mit dem Gericht entfalten sich beide Geschmäcker elegant metallisch. Fast als würden sich Wasser und Erde umarmen. Doch es wird noch besser.

Zum Wagyu Nigiri serviert Sarah einen fruchtig-saftigen Sake, der eine überraschende, aber sehr besondere Note einbringt. Das Miyabi Kyoto Wagyu ist eine der hochwertigsten Rindfleischqualitäten, die es gibt. „Wir essen es sehr japanisch“, erklärt Sarah. Sie empfiehlt uns, die Nigiri mit der Hand zu essen. Das Fleisch durchzieht eine reiche Fettmaserung, jeder Bissen bleibt lang im Mund. Ein Glück, denn es ist fantastisch. So sehr, dass man es beinah herausschreien möchte. 

Ganz überraschend bekommen wir ein Gericht serviert, das sich heute nicht auf der Karte befindet. Sarah erklärt, dass in der Nomu Sake Bar alles vom Fisch verwertet wird und deshalb jeden Abend ein Überraschungsgericht serviert wird. Die Thunfischbäckchen, die heute Abend auf unserem Teller landen, bringen eine erstaunlich stattliche Größe mit, wir essen erneut mit den Händen.

Es bringt so viel Spaß, ist dermaßen köstlich, dass wir immer weiter knabbern und schließlich nur noch Gerippe auf dem Teller hinterlassen. Der Kokuryu Sake, übersetzt Black Dragon, klingt nicht nur fancy, er schmeckt auch so: ein wenig fruchtig, ein paar Röstnoten, viel Umami, alles zur gleichen Zeit. Spätestens jetzt sind wir der Nomu Sake Bar und unserer Sinnesreise nach Japan verfallen.

Reisen und Speisen – zwei Dinge, die nicht nur uns bei Creme Guides immer wieder beflügeln. Beides berührt den Menschen. Häufig genug auch in Kombination. Was soll man noch sagen. Hier stimmt wirklich alles. Herausragend.

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