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Cumberland Restaurant Gehobene Küche und Ku'Damm-Eleganz

Dienstag, 11. Januar 2022
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Karte

Öffnungszeiten

Dienstag bis Samstag

Lunch 12-15 Uhr
Weinbar 15-22 Uhr
Plat de jour 18-22 Uhr
Dinner ab 18.30 Uhr

Adresse

Cumberland Restaurant
Kurfürstendamm 194
10707 Berlin-Charlottenburg
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Kontakt


+49 30 27696308
.cumberland-restaurant.de

Diese Üppigkeit gibt es in Berlin vielleicht nur hier im „alten Berliner Westen“. Herrlich glitzernde Kronleuchter, reichlich Marmor, acht (!) Meter hohe Decken erinnern an eine Kathedrale – das Cumberland Restaurant am Ku'Damm ist womöglich eines der schönsten Restaurants der Stadt.

Seit November 2020 residiert es nach umfangreichen Umbaumaßnahmen nun in den Räumen des 2019 geschlossenen Restaurant Grosz – ohne Kaffee und Kuchen, dafür mit klassisch französischer Küche, aufgehübscht mit modernen Einflüssen zum Lunch und Dinner.

Wäre die Küche nicht so ausgesprochen gut, das denkmalgeschützte Cumberland-Gebäude am Kurfürstendamm wäre bereits den Besuch wert. Im vorderen Teil lockt die Vinothek, in der man sich in entspannter Atmosphäre ohne Reservierung unter expressionistischer Kunst (unter den Augen der Dietrich etwa) ein gutes Glas Wein schmecken lässt, im hinteren Teil befindet sich das Gourmetrestaurant – gehoben und doch angenehm zwanglos. 

Glanzvolle Klassik wird hier kunstvoll auf dem Teller ebenso wie gestalterisch mit der Moderne verwoben: vom Abbild des denkmalgeschützten Cumberland Hauses auf dem Porzellan und filigranen Goldrändern zum augenzwinkernden Köllschen Klassiker auf der Karte oder der modernen Interpretation eines überraschenden Paprika-Eisdesserts (das sich als erstaunlich gut herausstellt).

Cumberland Restaurant Berlin Copyright Maximilian Meisse (1)
Cumberland Restaurant Berlin Copyright Maximilian Meisse
Restaurant Cumberland Berlin Saibling-Finkenwerder Art Copyright Erik Chmil
Restaurant Cumberland Berlin Kuechendirektor Dennis Melzer Copyright Erik Chmil
Restaurant Cumberland Restaurantleiter Benjamin Becker Copyright Erik Chmil
Restaurant Cumberland Sommelier Steve Hartzsch Copyright Erik Chmil

Die Handschrift des jungen Kölner Küchenchefs Dennis Melzer findet sich hier und da im Menü, etwa wenn man von der Karte das „Gedeck der Ehrengarde“ bestellen kann. In Köln wie im Restaurant Cumberland bekommt man dann Spinat, Kartoffeln und Ei serviert. Hier am Ku'damm allerdings weitaus weniger rustikal interpretiert als am Rhein. 

In der Küche geht es ausgesprochen ambitioniert zu. Immerhin kochte Dennis Melzer vorher in Joachim Wisslers Drei-Sterne-Restaurant Vendôme in Bergisch-Gladbach. Nun belebt er das Restaurant im Cumberland Haus mit einer modularen Karte, aus der man ein Menü in vier oder sechs Gängen oder aber à la Carte wählt. Unterstützt wird er dabei von Sommelier Steve Hartzsch, der vorher etwa im Noname agierte, und von Restaurantleiter Benjamin Becker, vormals unter anderem im Golvet

Klassisch französisch, moderne Einflüsse, saisonal und regional. „Da der Genuss jedoch an erster Stelle steht, ergänzen wir unsere Auswahl um zeitlose Spezialitäten“, erklärt Melzer. Bete liest man da, Reh und Trüffel – so weit so gut. Lässig soll es im Restaurant Cumberland zugehen, aber ebenso stilvoll, kosmopolitisch. 

Und wirklich, man könnte gerade genau so gut in Paris sitzen. Wir starten mit Fine de Claire Austern (am Ku'damm mag man auf jene eben nur ungern verzichten). Dazu darf es sonst gern ein Glas Champagner sein – wir verzichten heute allerdings und werden von Steve Hartzsch dennoch den ganzen Abend lang erstklassig mit alkoholfreien Alternativen versorgt.

Der erste Gang offenbart dann also auch Melzers Können: Die zarte Beschaffenheit des handgemachten Seidentofus im ersten Gang zerschmilzt im Mund wie es sonst nur feinste Schokolade vermag. Mit einer feinen Säure durch Kressen und einen Tomatensud formt er sich zu einem filigranen wie eleganten Gericht, einer grazilen Panna Cotta gleich – das also kann Tofu auch sein. Es ist schlicht köstlich.

Regelrecht komplementär dazu, jedoch nicht minder exquisit, gestaltet sich dagegen die skandinavische Königskrabbe. Als Tatar angemacht mit allerlei Eingelegtem schmeckt sie reichhaltig, großzügig, köstlich. Der erste Gang: ein ebenso exquisiter wie facettenreicher Auftakt.

Ein Eindruck, der sich im Hauptgang festigt: Herrlich schmeckt nicht nur das Erbsenrisotto mit Nussbutter und reichlich schwarzem Trüffel. Eigentlich überflüssig zu erwähnen, wie zart das Filet vom Reh ist, wie ungeahnt luftig wie Pulverschnee das Kartoffelsoufflé. Wir nehmen noch eine Gabel, berauschen uns heut, statt an Champagner und Wein, an der Herrlichkeit dieser Räume, dieses Dinners. Gourmets mit Hang zum Luxus werden im Cumberland Restaurant definitiv sehr, sehr glücklich. 

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