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PARIS-MOSKAU - Ein Unikum unter den Berliner Restaurants

Freitag, 25. Oktober 2013
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Eine einmalige Location ist das PARIS-MOSKAU schon mal auf jeden Fall, denke ich, als ich vor der Alt-Moabit 141 aus dem Auto steige. Sagenhafte 125 Jahre steht das kleine Fachwerkhaus zwischen Kanzleramt, Regierungsviertel und Hauptbahnhof bereits schon auf seinem Platz. Es war "Kindl Stube", "Schutheiss-Klause" und Begegnungsstätte zwischen Ost und West. Es überstand im Mai 1945 als nahezu einziges Gebäude ringsum die erbitterten Kämpfe um den Reichstag und trotzt heute den umfangreichen Bauarbeiten am Ministerium des Inneren auf der ehemaligen Brache hinter dem Haus.



Im März 1984 kaufte der Gastronom Wolfram Ritschl das skurril anmutende "Hexenhäuschen" inmitten städtischer Einöde, nannte es zunächst JOSEF und ab 1987 PARIS-MOSKAU. Heute steht der Koch Marc Biederstedt am Herd und zaubert allabendlich exquisite Speisen auf die Teller seiner Gäste. Wie seit Jahrzehnten wird frisch und saisonal gekocht, mit Vorliebe Fleisch- und Fischgerichte. Die 300 verschieden Positionen der Weinkarte kommen aus 14 Ländern, das Berliner Pils vom Fass, und eine große Auswahl exklusiver Digestifs gibt es ebenfalls.

Vom alten Interieur ist nur das Gründerzeit-Büffet übrig geblieben und so dominiert den Raum der leise Charme der 80er Jahre, während derer das Restaurant sein heutiges Gesicht erhielt. Unaufgeregt und gemütlich. Die Karte macht mit spannend klingenden Kreationen Appetit und wir entscheiden uns zügig für "Hirschtatar mit eingelegten Waldpilzen, Brennnessel und Preiselbeere" als Vorspeise und "Wildente mit Holunderbeere, Marone und Kürbis" als Hauptgang. Wir lassen uns als Zwischengang zu Stab- und Miesmuscheln in Birnenessig überreden und erwarten zum Dessert "Sanddorn, Mohrrübe und Honig".

"Forellen-Rillette und Forellenfleisch mit Meerrettich" machen als Gruß aus der Küche einen optisch wie auch kulinarisch wunderbaren Anfang. Mild und zart. Ein Genuss! Auch der Hirschtatar ist herrlich und in Kombination mit den anderen herbstlichen Zutaten eine sehr aromatische Alternative zum gängigeren Rindertatar. Die Miesmuscheln lobt meine Begleiterin sehr, mit den Stabmuscheln freunden wir uns beide nicht so recht an. Es muss auch Dinge im Leben geben, nach denen es einen nicht gelüstet. Bei mir zählen Muscheln offensichtlich dazu.

Bei der Wildente kommen wir mit der Schwärmerei dann aber wieder richtig in Schwung. Das Keulchen. Die Marone. Ein schöner Vorbote auf die bevorstehenden Martins- und Weihnachtsgänse. Ach, jede Jahreszeit hat doch seine Vorzüge! Wir lehnen uns selig zurück. Das Dessert ist so schön leicht, dass es im Magen meiner Begleiterin noch gut Platz findet und ich versetze die Wildente in meinem Innern noch mit einem Espresso in Aufregung. Gut war's!

Montag bis Sonntag ab 18 Uhr

Paris - Moskau
Alt-Moabit 141
10557 Berlin-Tiergarten

email.
fon. +49 30 394 20 81

www.paris-moskau.de

preisniveau. € € 

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Restaurant-Paris-Moskau-Berlin
Details & Karte

Montag bis Sonntag ab 18 Uhr

Paris - Moskau
Alt-Moabit 141
10557 Berlin-Tiergarten

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fon. +49 30 394 20 81

www.paris-moskau.de

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