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Le Faubourg – Edelbrasserie im Sofitel in Charlottenburg

Samstag, 19. März 2016
von

Le Faubourg, das heißt eigentlich "der Vorort". Somit befindet sich der schönste Vorort Berlins mitten in der Stadt. Im Hotel Sofitel in unmittelbarer Nähe zum Kudamm: eine Edelbrasserie, wie gemacht für Pärchen-Abende. Stilvoller könnte es nicht beginnen. Die Garderobe wird abgenommen und eine apart in schwarz gehüllte Service-Schönheit bringt uns an unseren Tisch. Der Herr nimmt auf dem roten Stuhl Platz, ich auf der gold-beigen Wandbank. Dann beginnt ein "Rollenspiel", das uns den Abend begleiten wird.

Der Champagner-Wagen kommt angerollt. Im Champagnerkühler ruhen vier edle Tropfen, wir entscheiden uns für den Taittinger Comtes de Champagne Balnc de Blanc von 2006. Perfekt temperiert, "santé" auf die nächsten Stunden. Für die edlen Rebsäfte ist seit Anfang Februar Sommelier Marcel Saavedra, der vom Sternerestaurant first floor ins Le Faubourg gewechselt hat, zuständig. Und das sicht-, vor allem aber trinkbar. Um rund 40 auf 250 Positionen hat er die Weinkarte und den gläserne Wand-Weinkühlschrank bereits erweitert.

Am Design der Edelbrasserie – viel Schwarz, auch in der reflektierende Decke, runde, filigrane Lampen in glänzendem Kupfer und rote Akzente durch die bequemen Sesselstühle und bei den Brottellern – hat sich nichts Sichtbares verändert. Auch die Küchenkonzeption ist geblieben, was inzwischen anderswo Nachahmer gefunden hat: innovative Vorspeisen-Kombis zum Teilen und fünf ausdrucksstarke Hauptdarsteller, jeweils klassisch und "nouveau" interpretiert. Doch zuerst folgt auf den Champagner gebackenes dunkles Ciabatta und Bauernbrot, dazu wahlweise Olivenöl oder mit Meersalz verfeinerte Butter – auf Wunsch auch beides – und eine warme Tomaten-Bohnen-Consommé als Küchengruß.

Robert Skala, Restaurantleiter und Chef des wie ein Ballett funktionierenden Serviceteams, ist immer noch am Gast, sein Weinwissen ist beachtlich und er serviert es leger. À la Carte oder das viergängige Menü mit einer sehr stimmigen begleitenden Weinreise, unter anderem mit einem Gewürztraminer von Bassermann-Jordan und einem Haus-Champagner von Bérèche et Fils, oder auch, und das gibt weitere Pluspunkte, mit einer Saftbegleitung von der Obstkelterei van Nahmen, das obliegt dem eigenen Gusto – wir wählen à la Carte.

Küchenchef Felix Mielke wechselt alle zwei bis drei Monate die deutsch-französische Karte und beim genaueren Studium zeigt sich, dass der erste Mann am Herd ein gewiefter Kerl ist. Streetfood und Superfood sind gerade in aller Munde, ein offensichtliches Aufspringen auf diesen kulinarischen Zug aber wäre uncool. Er spielt auf seine Weise mit: Bei den Rinderrippchen mit Rauchpaprika, Kräutern, Parmesan und Zwiebeln als Vorspeise (!) zerfällt das Rind wie Pulled Pork. Parmesan scheint ein kleiner Liebling zu sein, der Italo-Hartkäse findet sich auch bei einem anderen Starter, dem Kohlrabi mit Estragon, Pilzen und Amaranth.

Es ist optisch und quantitativ viel los auf dem Teller, gelegentlich vielleicht ein bisschen zu viel an Stückchen und Klecksen. Der Parmesanschaumwürfel führt zum Tischgespräch ob er nicht einen Geschmacks-Overkill mit sich zieht. Dafür ist der mit Mayonnaise vereinte Estragon ein Gaumenkick, der eine Romanze mit dem Kohlrabi eingeht. Dann wäre da noch Amaranth, angesagtes Superfood und ein feines Detail dieses vegetarischen Ganges.

Alte Wachtel, neuer Wildbarsch, sprich die Wachtel au Vin mit Champignon, Spinat, Speck und Tortellini als traditionelle Wahl und der Barsch mit Karottenvariationen, Zartweizen, Spargel, Traube, Haselnuss, Joghurt und Wasserkresse aus der Abteilung zeitgenössisch. Der Vogel kommt als Roulade daher, der Fisch ist kross-krümelig bedeckt und durch Rosinen mit süßem Twist. Hört sich viel an, ist es auch, aber dennoch ein schöner und geschmacklich verständlicher Teller.

Dem süßen und salzigen Popcorn als Dessert folgen drei weitere Wagen: einer mit Käse, einer mit Petit fours und schließlich mit Digestiv. Und damit rollt denn auch die Erkenntnis daher, wie zufrieden Vororte machen können.

Hier geht's zum Beitrag 2015 über das Le Faubourg >>>

Montag bis Sonntag
11.30-15 Uhr + 18-23.30 Uhr
Business Lunch
Montag bis Freitag 11.30-15 Uhr

Le Faubourg
Augsburger Straße 41
10789 Berlin-Charlottenburg

email.
fon. +49 30 800 999 7000

www.sofitel-berlin-kurfuerstendamm.com/en/le-faubourg-restaurant.html

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Le Faubourg Sofitel Berlin Speise
Le-Faubourg-Sofitel-Hotel-Berlin-1
Le-Faubourg-Sofitel-Hotel-Berlin-7
Details & Karte

Montag bis Sonntag
11.30-15 Uhr + 18-23.30 Uhr
Business Lunch
Montag bis Freitag 11.30-15 Uhr

Le Faubourg
Augsburger Straße 41
10789 Berlin-Charlottenburg

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