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Jürgen TellerEnjoy Your Life! im Martin-Gropius-Bau

Freitag, 05. Mai 2017
Jürgen Teller im Martin-Gropius-Bau Berlin-3
Öffnungszeiten

20. April bis 3. Juli 2017
Mittwoch bis Montag 10-19 Uhr

Adresse Martin-Gropius-Bau Berlin
Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin-Kreuzberg
Anfahrt planen
Kontakt
+49 30 254 86 0

Kim Kardashian krabbelt in einem hautfarbenen Body durch Dreck, ihr Gatte Kanye West posiert vor einem Baum. Jürgen Teller stapft in extrem kurzen Shorts, rot leuchtender Daunenjacke und mit Nordic-Walking-Stöcken durch Gewässer, seine Mutter Irene wandert gedankenversunken durch den Wald - so gegensätzlich diese Szenarien auch wirken mögen, sie alle sind Motive, die Teil der Ausstellung "Enjoy your Life!" von Jürgen Teller sind, die noch bis zum 3. Juli 2017 im Martin-Gropius-Bau zu sehen ist.

Eine Hausstauballergie ist der Grund dafür, dass der Franke Jürgen Teller seine Lehre als Bogenmacher vorzeitig beendete und zu einem der bekanntesten Fotografen weltweit wurde. Alternativ begann er ein Studium an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie in München, arbeitete in den 80er-Jahren als Fotograf in London und revolutionierte letztendlich in den 90ern die ungeschönte Darstellung von Schönheit in der Modeindustrie. Jürgen Teller ist zu einem Star in der Branche geworden, ohne aber seine Fotografien perfekt zu inszenieren.

Jürgen Teller Vivienne Westwood Berlin
Jürgen Teller Ausstellung Berlin
Jürgen Teller Martin-Gropius-Bau

Er war es auch, der 1991 die ersten offiziellen Bilder des Nirvana Frontmanns Kurt Cobain fotografieren durfte. Seine Strecken, wie zum Beispiel "Versace Heart" mit Topmodel Kristen McMenamy für die Süddeutsche Zeitung, sind ikonisch. Extrem intim, unperfekt und überbelichtet – das sind Merkmale, die seine Arbeiten bestimmen. Die aktuelle Ausstellung bringt zusätzlich insbesondere durch die Serie "Teller/Plates" seinen Sinn für Selbstironie zum Ausdruck. Wieso? Er spielt mit seinem Namen und zeigt auf den Fotografien bedruckte Teller, die an Stelle von ihm zu sehen sind.

Teller ist ein Fotograf, der sich nicht um moralische Grenzen kümmert. Seine Fotografien sind ebenso ehrlich, wie auch er selbst in Interviews. Unverblümt erzählt er von seinem übertriebenen Alkoholkonsum in der Vergangenheit oder der Gewalt seines Vaters gegenüber seiner Mutter. Durch seine Arbeiten hat er einen Weg gefunden, um seine schwierige Vergangenheit zu bewältigen. Dokumentarisch fotografiert er oft seine Mutter Irene. Die Strecke "Irene im Wald", auch Teil der Ausstellung, wird von einem persönlichen Text begleitet.

Vivienne Westwood, Charlotte Rampling und Kristen Stewart – das sind nur einige der namenhaften Persönlichkeiten, die Teller fernab vom Glamour ablichtete. Stattdessen wirken die Aufnahmen der Prominenten wie Schnappschüsse in irritierenden Zusammenhängen. Welcher Fotograf außer ihm hätte sonst Vivienne Westwood vollkommen nackt abgelichtet – der Fokus auf ihren orangenen Schamhaaren und den gleichfarbigen Kissen, auf denen sie liegt?

Nicht die Werbung oder Kleidung, sondern die Person selbst steht bei ihm im Fokus. Ob prominent, unbekannt oder er selbst ist hierbei nicht von Bedeutung. Jürgen Tellers Fotografien konfrontieren den Betrachter mit dem echten Leben, seinem Leben.

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