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Zenkichi – Im Labyrinth der Nischen

Mittwoch, 13. Januar 2016
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Der Eingang zum noch jungen Japanischen Restaurant Zenkichi ist nicht ganz leicht zu finden. Sehr versteckt liegt er im Vorraum eines äußerst unscheinbaren Plattenbaus direkt am Friedrichstadt Palast. Absolut gar nichts lässt erahnen, welch filmreife Kulisse den Gast am Fuße einer langen Treppe hinab in den Keller des Hauses erwartet. Wie in einer anderen Welt landen wir dort in der Bar des aus New York adaptierten Restaurants einer jungen Japanerin und ihres amerikanischen Mannes, die dieses Konzept ebenso erfolgreich nach Berlin brachten wie das über dem Zenkichi gelegene Café Houe of small Wonder.

„Wow!“ denke ich, während uns eine kleine Japanerin mit landestypischer überbordender Freundlichkeit Willkommen heißt. Wir stehen inmitten raumhoher Bambusstäbe, unter uns glänzende schwarze Kiesel wie in einer japanischen Gartenanlage. Warme Hölzer. Mildes Licht. Es duftet nach frischen Lilien. In Kürze wird dieser Bereich als Whisky und Sake Bar ganz offiziell eröffnet werden. Bis dahin existiert die Bar noch als Geheimtipp, in der man bereits jetzt Cocktails nebst Kleinigkeiten von der Restaurantkarte oder vor dem Essen einen Aperitif genießen kann.

Doch ich bin neugierig und so geht es für uns gleich weiter, tiefer hinein in die Katakomben, die sich als ein wahres Labyrinth zahlloser intimer Nischen entpuppen. Auch hier ist es schummrig. Eine Mischung aus traditionellem japanischen Zuhause und geheimnisvollem Boudoir. Ohne eine ortskundige Begleitung würden wir uns zweifellos verlaufen. Es geht vorbei an offenen, vor allem aber zahlreichen mit Bambusrollos verschlossenen Sitzecken, hinter denen bereits Gäste speisen. Man kann nicht anders als etwas dahinter erspähen zu wollen, unweigerlich wird man zum Voyeur.

An unserem Platz erwartet und bereits eine weitere Japanerin aus dem Service. In fröhlichem Englisch mit starkem japanischen Akzent nimmt sie unsere Getränkebestellung entgegen und schließt auch vor unserer Koje besagtes Rollo. Wir schauen uns um, werfen einen Blick in die Karte und wählen das 8-Gang Menü „Omakase“. Das Rollo öffnet sich wieder, die Getränke werden serviert und unsere Speisenwünsche entgegengenommen. Erneut fällt der horizontale Vorhang. Ich mag die intime Atmosphäre. Ein perfekter Ort für ein Date, aber auch eine gesellige Runde mit Freunden. Cocktails gibt’s schließlich auch.

Von denen nehmen wir am heutigen Abend allerdings erst einmal Abstand und bleiben beim Wasser aus Rheinsberg. Neugierig begutachten wir jeden der nun nacheinander folgenden Gänge. Hübsch angerichtet sind sie und wenn Sie uns geschmacklich auch nicht gerade umhauen, so sind am Ende doch noch einige gelungene Kreationen wie beispielsweise der „Yellow Tail Mini Don“ oder das angenehm mild gesüßte Dessert „Frozen Black Sesame Mousse“ darunter, die uns einhellig beschließen lassen, dass dieser Ort allein seines perfekt inszenierten Ambientes wegen, einen Besuch unbedingt wert ist.

Dienstag bis Samstag 18-23 Uhr

Zenkichi
Johannisstraße 20
10117 Berlin-Mitte

email.
fon. +49 30 246 308 10

www.zenkichi.de

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Dienstag bis Samstag 18-23 Uhr

Zenkichi
Johannisstraße 20
10117 Berlin-Mitte

email.
fon. +49 30 246 308 10

www.zenkichi.de

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